Himmlische Ruhe zum Weihnachtsfest

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Hawa und ihre Brüder Selimhan und Ramsan haben noch nie Weihnachten gefeiert. Ebenso wie der jüngste Spross der Familie, die einjährige Irsan, stehen sie in diesen Tagen vor leuchtenden Tannenbäumen, bestaunen mit großen Augen das Treiben auf dem Essener Weihnachtsmarkt und freuen sich über alles, was um sie herum passiert.

Und das ist derzeit eine ganze Menge. Aus Tschetschenien sind die Geschwister mit ihren Eltern Makka und Ahmet nach Essen gekommen. Einige Brocken Deutsch kommen bereits fließend über die Lippen der Kids.
Sie haben Spaß, spielen Tischfußball mit den Kindern der anderen Familien, tummeln sich, sobald es das Wetter zulässt, draußen auf Rutsche und Klettergerüst.

Vier Tage im Zug

Mutter Makka ist deutlich zurückhaltender. Vier Tage war die Familie von der tschetschenischen Hauptstadt Grosny bis nach Moskau unterwegs - mit dem Zug. Über Polen, Berlin und Schöppingen ging es weiter. Vorläufiger Endpunkt der Reise ist Essen. In der Heimat hätten sie keine Zukunft gesehen für die Familie, die Sicherheit der Kinder habe ihnen große Sorgen gemacht, berichtet die 26-Jährige mit leiser Stimme.
„Die Situation in Tschetschenien ist schwierig“, weiß auch die Dolmetscherin. Willkür, Gewalt und Übergriffe seien in der Republik im Nordkaukasus, die der russischen Föderation angehört, an der Tagesordnung. Ob die junge Familie ein dauerhaft neues Zuhause in Deutschland finden wird, entscheidet das Asylverfahren. Das ist auf den Weg gebracht, Entscheidung ungewiss.
Derzeit leben die Sechs in einer umgebauten Schule, in einem ehemaligen Klassenzimmer auf engstem Raum mit anderen Flüchtlingen.
„Alles ist schön“, beteuert Makka. Ihr Mann Ahmed bringt es auf einen noch einfacheren Nenner: „Seit wir aus Tschetschenien raus sind, habe ich das Gefühl, nach langer, langer Zeit wieder durchatmen zu können. Endlich zur Ruhe zu kommen.“

Ein Wunsch wird erfüllt

Obwohl hier so vieles anders ist als in der Heimat, genießen sie die neue Umgebung. „Wir haben als Familie viel Zeit miteinander.“
Den Weihnachtsabend werden Kinder und Eltern in einem der Gemeinschaftsräume verbringen. Zusammen mit den anderen Flüchtlingen, christliche und muslimische Familien zusammen an einem Tisch. Auch die Sozialbetreuer werden mit dabei sein, sie sind auch über die Feiertage im Dienst.
Es wird gemeinsam gegessen und für die Kinder ist eine kleine Überraschung geplant. Jedem von ihnen wird ein Wunsch von seinem Wunschzettel erfüllt, dafür haben großzügige Spender gesorgt.
Mutter Makka hat vor allem einen Wunsch zu Weihnachten. Ihrem ältesten Sohn Ramsan geht es gesundheitlich gerade sehr schlecht. „Es wäre schön, wenn ihm hier geholfen werden könnte.“
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