Essens OB Reinhard Paß im Interview

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„Paß KONKRET“ heißt das Format, mit dem der Oberbürgermeister derzeit durch Essen tourt, um sich bürgernah für seine Wiederwahl zu bewerben. Am Schloß Borbeck, Schloßstraße 101, macht er am Mittwoch, 20. Mai, 18 Uhr Station. Der Borbeck Kurier hat Reinhard Paß schon im Vorfeld zum Gespräch gebeten.

„Im Grunde mache ich nichts anderes, als das, was ich immer mache“, überlegt der Sozialdemokrat, „eben mit Bürgern ins Gespräch kommen“. Der Mann hat Erfahrung, schließlich kandidiert er für dieses Amt nach 2004 und dann erfolgreich in 2009 nun zum dritten Mal. „Früher waren es die Kaffeetafeln, nun eben Paß KONKRET, man darf sich da nicht auf ein Format festlegen“, hat er gelernt.
Am liebsten ist ihm der Smalltalk in ganz unverbindlichem Rahmen. „So wie beim Schönebecker Maifest kürzlich. Da tummelten sich rund 1.000 Bürger und man kommt in der Menge ganz natürlich ins Plaudern.“ Was die Menschen speziell beschäftigt? Da muss der OB nicht lang überlegen. „Knöllchen und Müll vor der Haustür, das direkte Umfeld mit seinen kleinen Problemchen eben, das beschäftigt die Menschen überall.“ Aber man findet auch schnell lokalspezifische Gemeinsamkeiten. „Ich bin ja auch Groß-Borbecker.“ Auch wenn er sich an den Sportunterricht im Schlosspark weniger gern zurück erinnert.

Seine ganze Schulzeit hat der gebürtige Münsterländer in Dellwig verbracht. „Acht Jahre muss ich gewesen sein, als wir her gezogen sind“, erinnert sich das Stadtoberhaupt. Der Vater Bundesbahner - berufliche Gründe hatten ihn auch nach Essen verschlagen -, die Mutter Hausfrau, zwei weitere Geschwister. „Ganz klassische Familienverhältnisse“, so sieht es Paß selber. Ortsnah zu studieren, das sei damals ein Privileg gewesen. Nach der Ausbildung und der wegen Untauglichkeit ausge-sparten Bundeswehrzeit habe er eine attraktive Stellung erhalten. „Alles ganz bodenständig, ein ganz normaler Werdegang.“
Erst als Helmut Schmidt 1982 als Bundeskanzler abgelöst wurde, „da war meine Welt nicht mehr so in Ordnung“, gesteht Paß. Politisch gesehen. „Den fand ich in seiner Art richtig gut.“ Ein entscheidender Impuls für seinen Eintritt in die SPD 1983 und seine spätere Laufbahn. „Wobei meine Frau auch eine Rolle spielte, die war da schon SPD-Mitglied.“

Familie bleibt für den 59-Jährigen der „Mittelpunkt im Leben“, auch wenn seine Söhne mittlerweile aus dem Haus sind. Speziell seine Frau, die als Erzieherin in einer Vogelheimer Ganztagsgrundschule tagtäglich das pralle Leben erfahre, erde ihn. Auch ihre Erfahrungen zeigen, inwieweit Essener Bildungspolitik in den Einrichtungen auch ankommt. „Das ist auch eines der wichtigen Themen im Stadtbezirk IV“, weiß Paß. Gerade bei dem sozialen Gefälle von Schönebeck bis Bergeborbeck müsse man passende Bildungsangebote schaffen. „Die Entwicklung des Oberzentrums und die Erhaltung des Schwimmbads“ stehen für den amtierenden OB und -kandidaten ebenso auf der Borbecker Prioritätenliste. Viel Arbeit für - eine weitere Amtszeit?

Borbeck Kurier-Leser fragen - OB Paß antwortet


„Fragen Sie Paß!“, forderte der Borbeck Kurier seine Leser und Lokalkompass-User auf und erhielt neugierige Einsendungen. Wie der OB reagiert hat, lesen Sie hier. Achtung: Die Redaktion hat aus Platzgründen eine Fragen-Auswahl vorgenommen; die Antworten sind gekürzt.

Was sind die Projekte, die Sie als wiedergewählter OB in der nächsten Wahlperiode umsetzen werden?

Reinhard Paß: Bildung bleibt großes Thema: der Kita-Ausbau und die Schulentwicklungsplanung; wir müssen sparen und die Einnahmenseite stärken, die Zusammenarbeit im Ruhrgebiet muss wachsen, das Ehrenamt muss gestärkt werden. Das sind nur Beispiele.

Was unterscheidet den OB Paß von einem Kandidaten Kufen?

Reinhard Paß: Ich schaue da auf mich selbst und ziehe keine Vergleiche. Für mich kann ich sagen: Ich bin nicht unbedingt der Typ Strippenzieher. Ich habe einen normalen Beruf ausgeübt, ein normales Leben geführt und es geht mir um die Stadt und die Menschen.

Warum ist die „Schwarze Null“ für Essen so wichtig?

Reinhard Paß: Wir müssen etwas für die nächste Generation über lassen. Das gilt natürlich nicht nur für die Stadt Essen. Mit dem Stärkungspakt haben wir uns in NRW einem Sanierungsplan verpflichtet.

Was ist ihr Lieblingsort in Essen und warum?

Reinhard Paß: Die Radwege Essens, speziell die über aufgegebenen Bahntrassen. Dort bin ich im Frühjahr und Sommer gern unterwegs. Werden Sie beim Niederrheinpokalfinale die Rot-Weißen unterstützen?

Reinhard Paß: Ja klar! Ich werde selbst im Stadion mitfiebern, an der Seite von Oberhausens Oberbürgermeister oder einem Vertreter. Mein Tipp: 2:1 für Essen. Ich erwarte ein friedliches Fußballpiel an der Hafenstraße.

Werden Sie die Essener Delegation zum Finale der Grünen Hauptstadtbewerbung wieder anführen? Wie schätzen Sie die Chancen ein?

Reinhard Paß: Natürlich werde ich die Delegation leiten, das gehört sich für den Oberbürgermeister einfach so und ich mache es auch gern. Ich bin für den 17. Juni sehr optimistisch.


PASS KONKRET
- Reinhard Paß bittet Bürger zum offenen Gespräch. „Paß KONKRET“ heißt das Format. Ein Moderator führt durch die kostenfreie Abendveranstaltung.
- Der Termin für Borbeck ist Mittwoch, 20. Mai, 18 Uhr im Schloß an der Schloßstraße 101. Anmeldung ist nicht erforderlich.
- Weitere Termine:
18.05., 18 Uhr, Bürgerhaus Karnap, Karnaper Straße 126
29.05., 18 Uhr, Bahnhof Kettwig, Ruhrtalstraße 345
12.06., 18 Uhr, Bürgertreff "Trend", Nockwinkel 64


Fotos: Winkler
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