Gedanken und Gedenken am Volkstrauertag in Frintrop

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Jens Geier, SPD-Abgeordneter im europäischen Parlament, erinnerte in seiner Gedenkansprache auch an das traurige Jubiläum der Schlacht von Verdun, die vor genau 100 Jahren stattfand. Foto: Debus-Gohl

Zahlreiche Menschen hatten sich unter dem Mahnmal am Frintroper Leoplatz eingefunden, um der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag für Borbeck beizuwohnen.

Der Einladung hatten das Bundestagsmitglied Arno Klare (SPD), der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Rainer Marschan, Bezirksbürgermeister Helmut Kehlbreier, die Ratsmitglieder Regina Hallmann, Christiane Moos und Klaus Diekmann (alle CDU) sowie zahlreiche Mitglieder der Borbecker Bezirksvertretung Folge geleistet. Viele Frintroper Vereine hatten Fahnenabordnungen geschickt. Musikalisch begleitet wurde die Gedenkstunde von der Sängervereinigung Borbeck.
Der Frintroper Bürger- und Verkehrsverein gedachte der Opfer der Kriege, die gerade jetzt noch überall in der Welt wüten und den Kindern, Frauen und Männern aller Völker, die darin umkommen. Allein bei den aktuellen Kriegen in Syrien, Irak, Afghanistan oder dem Schariakonflikt in Nigeria, aber auch dem Drogenkrieg in Mexiko sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich mehr als zwei Millionen Opfer zu beklagen, wie BVV-Vorsitzender Peter Berndt in seiner Begrüßung betonte.

Schlacht von Verdun

Gastredner Jens Geier, SPD-Abgeordneter im europäischen Parlament, erinnerte in seiner Gedenkansprache an das traurige Jubiläum der Schlacht von Verdun, die vor genau 100 Jahren stattfand. 170.000 französische und 150.000 deutsche Soldaten starben während der knapp ein Jahr währenden Schlacht. Verdun wurde zu einem Sinnbild der Schrecken des modernen Krieges.
„Es sind unsere Väter und Großväter, derer wir heute gedenken. Viele von ihnen sind im Spannungsfeld von Gehorsam und Gewissen schuldig geworden. Viele sind in ihrer Einsatzbereitschaft und in ihrem jugendlichen Enthusiasmus für Ziele und Pläne missbraucht worden, deren Tragweite sie nur unvollkommen einschätzen konnten.“ Und weiter: „Die Fähigkeit zum Mitgefühl, zum Mitleiden und zum Mitleid, sie muss uns leiten in unserem Mitgefühl mit den Opfern der Gewaltherrschaft. So verstanden ist der Volkstrauertag ein Gedenktag für Menschenrechte und für Menschenwürde. Die Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft mahnen uns, Leid zu bezeugen, Schuld anzuerkennen und, wie es Helmut von Moltke einmal sagte, das Bild des Menschen im Herzen unserer Mitbürger wiederherzustellen. Dazu mahnt uns der Volkstrauertag.“ Er appellierte an die mitmenschliche Solidarität, die in unserer Gesellschaft wieder mehr Gewicht bekommen muss und dass nur eine wehrhafte Demokratie Garant gegen Vorurteile, Verachtung und Verblendung, Feindschaft gegen Andersdenkende und Gewalt gegen Mitbürger sein kann.

Fünftes Gebot

„Achte das Leben“ - so steht es auf der Gedenktafel am Leoplatz. Drei einfache Worte mit viel Gehalt, sind sie doch der Urspung des fünften Gebots: Du sollst nicht töten.
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