Klein, aber fein: Der Nikolausmarkt in Schönebeck

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An den Ständen auf dem Festplatz und entlang der Schacht-Kronprinz-Straße gab es eine Menge zu bestaunen - und natürlich zu kaufen. Fotos (2): Debus-Gohl
 
Am Abend hatte der Nikolaus seinen Besuch angekündigt. Der Mann im Bischofsgewand nahm sich eine Menge Zeit für die kleinen Besucher des Nikolausmarktes. (Foto: Debus-Gohl)

Am 5. Dezember 2015 hatte der vom Bürger- und Verkehrsverein und dem Verein Bergbaukolonie Schönebeck gemeinsam veranstaltete Nikolausmarkt in Schönebeck Premiere. Jetzt, zwei Jahre später, ging der inzwischen über die Grenzen Schönebecks hinaus bekannte Markttag in die dritte Runde. Ihren Stadtteil mit vereinten Kräften weiter voranzubringen, das haben sich beide Vereine vorgenommen.

Und das Konzept geht auf. Ab 14 Uhr konnten die Besucher sich an 38 Marktständen mit Weihnachtsdeko, Holzarbeiten, Schmuck oder selbstgestrickter Winterkleidung schon mal auf die weihnachtliche Zeit einstimmen. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Bratwurst, Reibekuchen, Waffeln, Popcorn oder Crêpes: das Abendessen konnte man am Samstag getrost ausfallen lassen.
Karin und Joachim Bönicke waren aus Bochum nach Schönebeck gekommen. „Ich habe mir extra vier Tage Urlaub genommen, um mit den ganzen Leckereien fertig zu werden“, lacht Bönicke, während sie ein Tablett mit Kostproben ihres Schokolikörs herumreicht. Neben den frischen Hefezöpfen und einer großen Auswahl an leckeren Plätzchen, hat sie Apfel-Marzipan-Marmelade gekocht und jede Menge "Currysauce a la Sansibar" in dekorative Flaschen abgefüllt.
Echten Borbecker Sommerhonig hat Norbert Herborn mitgebracht. Seit 20 Jahren sind Bienen sein Hobby. 20 Völkern „klaue ich den Honig“, berichtet er schmunzelnd. Die fleißigen Bienen produzieren pro Saison rund 600 Kilogramm des süßen Lebensmittels. Selbstgezogene Bienenwachskerzen, Wabenhonig und Met sind weitere Produkte, die der 2. Vorsitzende des Borbecker Imkervereins an seinem Stand bereithält.
Wolfgang Kleinpeter hat ein ganz anderes Hobby. Kinderspielzeug aus Holz, wie Schaukeln, Bollerwagen, Puppenbettchen, aber auch große Krippen und Spielhäuser stellt der Rentner mit viel Liebe zum Detail her. “Ich war Bäcker und als ich Tinnitus bekam, sagte mein Arzt, ich sollte mir ein Hobby suchen, das mich ablenkt“, berichtet er. Seit 30 Jahren verarbeitet er jetzt schon Fichten- und Kieferholzreste zu kleinen Kunstwerken. „Mein Mann bastelt stundenlang im Keller, da fühlt er sich wohl“, ergänzt Gertrud Kleinpeter. „Öfter packt er einen Sack voll mit Spielzeug und bringt es bedürftigen Kindern, dann hat er auch wieder Platz für neue Werke“, freut sie sich.
Auch die Veranstalter hatten in diesem Jahr die Kinder im Blick. Und zwar die kleinen Bewohner der Kindernotaufnahmestelle Spatzennest und kleines Spatzennest in Borbeck. Unter dem Motto „Schönebecker Kinder helfen“ hatte man im Vorfeld Kinder und Eltern gebeten, zum Besuch des Nikolausmarktes ein Spielzeug oder eine Spende mitzubringen.
Der Erfolg war überwältigend. „Wir haben sechs Umzugskartons voller Spielzeug, einen dreistelligen Betrag in der Spendenbox, die Mitglieder der SPD haben sich bei ihrem traditionellen Grünkohlessen der Spendenaktion angeschlossen und die Standbetreiber haben anstatt Standgebühr auch einen Geldbetrag gespendet“, freut sich Harald Häde, 1. Vorsitzender des Bürger- und Verkehrsvereins Schönebeck.
Nicht nur Schenken macht Freude, sondern auch beschenkt werden. Als um 18 Uhr der Weihnachtsmann mit 250 Nikolaustüten auf die festlich illuminierte Festwiese kam, waren die Kinder begeistert und durften ihr Geschenk mit nach Hause nehmen. 

Text: Doris Brändlein / Fotos: Renate Debus-Gohl
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