Durch die kleine Stadt Kettwig: Mike Steinhausens Krimi „Operation Villa Hügel“

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Die „Operation Villa Hügel“ist der erste Roman von Mike Steinhausen. In dem historischen Krimi springen 1943 drei britische Fallschirmjäger über Kettwig ab: Im Kruppschen Wohnsitz wird der Führer erwartet...

Also machen sich Paddy Mayne und sein Team in deutschen Uniformen auf den Weg. Sie passieren die kleine Stadt Kettwig, organisieren sich ein Boot, um sich Richtung Werden zu bewegen, denn dort ist der Treffpunkt mit einem Kontaktmann aus dem deutschen Widerstand.
Schon dort hinzugelangen, ist Abenteuer pur für die Protagonisten, was sie in Werden und rund um die Villa Hügel erwartet, hält den Leser bis zur letzten Seite in Spannung...
Wie kommt man mit einem Vollzeit-Job auf die Idee, so einen Krimi zu schreiben? „Ich lese gern. Und irgendwann habe ich mir die Frage gestellt: Wie macht man das eigentlich, so ein Buch zu schreiben?“, berichtet Mike Steinhausen. „Das hatte nix mit meinem Job zu tun.“ Der Hattinger, der in Essen geboren wurde und in Steele zur Schule gegangen ist, ist Polizist. „Dann habe ich mich hingesetzt und alles auf mich zukommen lassen.“ So lernte er, Charaktere zu entwickeln, „die man richtig lieb gewinnt.“

Erstmal hingeschmissen

Als das Manuskript beinahe fertig war, beschäftigte sich Steinhausen mit dem Verlagswesen. „Als ich herausfand, wie viele Manuskripte Verlage zugeschickt bekommen und aus wie wenigen am Ende wirklich ein Buch wird, habe ich erstmal hingeschmissen. Zum Idioten muss man sich ja nicht machen“, grinst er. Doch er hatte ein Problem. „Ich konnte nicht mehr unbefangen lesen.“
Deshalb hat er sein Werk nochmal gelesen, und es, trotz Spät- und Nachtdienstes, zu Ende geschrieben und eingeschickt. „Fünf Wochen später bekam ich Post vom Gmeiner-Verlag, man habe Interesse, ob man sich nicht treffen könne. Ich dachte: Toll, ich bin im Recall...“
Das war er. Doch bei dem Gespräch mit dem Verlag stellte sich heraus, dass dieser eigentlich an einem historischen Krimi interessiert war - und das war das erste Werk von Steinhausen mitnichten. „Nur die ersten 15 Seiten spielten 1943. Aber die haben mich gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, einen historischen Krimi zu schreiben. Da habe ich natürlich „Ja“ gesagt.“ Nach Hause fuhr er mit einem Vertrag, der ihm genau fünfeinhalb Monate Zeit für dieses Unterfangen gab.

Britische Spezialeinheit

Und dann fand Mike Steinhausen Paddy Mayne... „Den hat es wirklich gegeben“, erklärt er. „Er war tatsächlich Mitbegründer seiner Spezialeinheitund die gibt es bis heute.“ Überhaupt: Der Roman ist bestens recherchiert. „Ich wurde gut betreut vom Gmeiner-Verlag. Wurde zum Beispiel darauf aufmerksam gemacht, darauf zu achten, dass zum Beispiel Straßennamen 1943 anders gewesen sein könnten als heute...“ Logisch sei die ganze Geschichte konstruiert: Fallschirmjäger näherten sich ihren Zielen nicht über dicht besiedelte Flächen, deshalb ist der Weg über Kettwig und Werden schlüssig. Ein Erbstollen kommt vor. „Die Lage hinterm Brehm ist erfunden, aber solche Stollen gibt es durchaus“, weiß der 43-jährige Autor, der am Ende in gut fünf Monaten einen ganz neuen Roman erfand. „Vom eingeschickten Manuskript sind wirklich nur die ersten Seiten geblieben.“ Umso erstaunlicher das Ergebnis!
Ob Paddy Mayne und seine vier Kameraden ihre „Operation Villa Hügel“ erfolgreich ausführen können, das wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Nur so viel sei gesagt: Die Auflösung des spannenden Romans von Mike Steinhausen ist nicht an den Haaren herbeigezogen. Und dass der Autor Humor hat, merkt man auch den Charakteren des Romans deutlich an. Der Eid der britischen Spezialeinheit lautet übrigens: „Ich werde beschwerliche Obliegenheiten ohne jede Anerkennung, Belohnungen, Beförderungen oder Orden ausführen.“ Könnte fast auch für Buchautoren gelten...

„Operation Villa Hügel“, 2013 Gmeiner-Verlag, ISBN 978-3-8392-1404-6
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7 Kommentare
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Thomas Ruszkowski aus Essen-Ruhr | 13.05.2013 | 20:47  
Silke Heidenblut aus Gelsenkirchen | 14.05.2013 | 15:28  
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Elke Schumacher aus Heiligenhaus | 15.05.2013 | 13:45  
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Stanley Vitte aus Düsseldorf | 16.05.2013 | 18:09  
41.221
Thomas Ruszkowski aus Essen-Ruhr | 16.05.2013 | 18:31  
5.166
Elke Schumacher aus Heiligenhaus | 17.05.2013 | 00:17  
Silke Heidenblut aus Gelsenkirchen | 17.05.2013 | 09:49  
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