Kriminalitätsrate in Essen gestiegen

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Stellte die Kriminalitätsstatistik für Essen vor: Leitende Kriminaldirektorin Martina Thon, Leiterin Direktion Kriminalität. (Foto: Polizei Essen)

Essen. Kriminelle mögen Essen: Diese Schlussfolgerung lässt der Blick auf die Kriminalitätsentwicklung im vergangenen Jahr zu. Die Anzahl der Straftaten (62.283) stieg in der Stadt um 8,66 Prozent. Das ist die höchste Zahl seit 1990. Im Landesdurchschnitt betrug der Anstieg 1,09 Prozent.


62.283 Mal schlugen böse Buben und Mädchen im Stadtgebiet zu. Vor allem Diebstähle rund ums Auto (plus 29,23 Prozent;1247 Fälle) ließen die Zahlen nach oben schnellen. Hinzu kommen Vermögens- und Fälschungsdelikte mit einem Plus von 20,23 Prozent (1457 Fälle). Diebstähle (leichte und schwere) insgesamt führen die Statistik mit 46,02 Prozent aller Kriminalitätsfälle an. Dazu zählen auch die Wohnungseinbrüche, deren Anzahl 2014 um 67 auf 2.471 (978 Versuche) gegenüber dem Vorjahr stieg.

Auch bei der Beförderungserschleichung, also Schwarzfahren, schnellten die Zahlen von 7202 auf 8659 Fällen nach oben.

Essen ist relativ sicher



„Essen und Mülheim sind dennoch im Vergleich zu anderen Großstädten im Land relativ sichere Großstädte.“ Das erklärte Kriminaldirektorin Martina Thon, Leiterin der Direktion Kriminalität, während der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik im Essener Polizeipräsidium.
Trotz des Anstiegs der Fallzahlen erhöhte sich auch die Aufklärungsquote. Mit 49,99 Prozent liegt sie über dem Landesdurchschnitt (49,77).
Als positiv bezeichnete Thon das Absinken von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und Missbrauch, exhibistische Handlungen).
Auch die Anzahl der Rohheitsdelikte (Raub, Körperverletzung) nahm ab. Ebenso die Anzahl der Taschendiebstähle. „Wir führen dies auf die Aufklärungskampagne im vergangenen Jahr zurück“, sagte Thon. Insbesondere während der Weihnachtsmärkte habe sich die erhöhte Aufmerksamkeit bemerkbar gemacht.
Erfolge erzielte die Polizei bei der Bekämpfung der Jugendkriminalität. „Unsere Ermittlungsgruppe Jugend betreut derzeit intensiv rund 80 junge Täter.“ Die Erfahrung zeige, dass im vergangenen Jahr 40 Prozent von ihnen nicht mehr auffällig wurden.

„Wir werden uns in diesem Jahr erneut auf die Diebstahldelikte konzentrieren“, kündigt Thon an. „Allerdings werden wir nicht mehr alles machen können“, so die Leitende Kriminaldirektorin. „Deswegen werden wir Schwerpunkte setzen. Unser besonderes Augenmerk liegt dabei in den Wohnungsaufbrüchen. Aber auch bei Salafismus, Sexual- und Kapitaldelikten sehen wir weiterhin genau hin.“ Ziel sei, die Attraktivität für Straftäter zu vermindern. „Sie sollen wissen, dass wir weder Essen noch NRW Kriminalität dulden“, so Thons klare Kampfansage an böse Buben und Mädchen.
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