Stiller Anwohnerprotest

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Stiller Protest im Ratssaal des Kettwiger Rathauses: Während der Sitzung der Bezirksvertretung zeigten Anwohner der Icktener Straße Flagge. Sie halten nichts von den Neubauplänen auf dem Areal der ehemaligen Tennisanlage. Foto: Heuer
Bezirksvertreter für Änderung des Flächennutzungsplanes

Mit Mehrheit folgten die Politiker der Bezirksvertretung IX dem Verwaltungsvorschlag zur Änderung des Regionalen Flächennutzungsplanes in Ickten. Ziel ist, die ehemalige Tennisanlage zu bebauen. Der rund 0,9 Hektar große Änderungsbereich wird im wirksamen Regionalen Flächennutzungsplan als „Fläche für die Landwirtschaft/ Allgemeiner Freiraum- und Agrarbereich mit den Überlagerungen 'Regionale Grünzüge' und 'Bereiche zum Schutz der Landschaft und landschaftsorientierten Erholung (BSLE)' dargestellt", heißt es in einer Vorlage der Verwaltung. Das lässt eine Bebauung nicht zu. Deswegen muss der Plan geändert werden.
Mit Aufruf des Tagesordnungspunktes reagierten die Mitglieder der Icktener Interessengemeinschaft am Dienstag während der Sitzung der Bezirksvertretung. Still hielten sie im Ratssaal Fotos und Pläne hoch, um ihren Unmut zu dokumentieren.
Daniel Behmenburg lehnte im Namen der SPD-Fraktion die Bebauungspläne ab. "Wir streben eine Renaturierung an", sagte der Politiker während der Sitzung. Auch die Vertreterin der Linken, Ursula Lötzer, wandte sich gegen die Bebauung. "Ich verstehe nicht, wie diese Fläche den Wohnraummangel in Essen beseitigen kann", so Lötzer. Beide erhielten Beifall von den betroffenen Anwohnern.
Bezirksbürgermeister Dr. Michael Bonmann sagte, dass in Essen über Lückenbebauung stattfinde. Er erinnerte die Anwohner daran, dass die Bebauungsidee verhindert habe, dass auf dem Areal 2015/16 ein Flüchtlingsheim entstanden sei. "Wir sind damit Ihren Wünschen entgegengekommen." Er forderte die Mitglieder auf, den Protest zu unterlassen. Derartige Happenings seien out. Er erklärte ferner, dass damit noch lange kein Beschluss gefasst sei, das tatsächlich dort gebaut werden könne. Die BV werde sich auch künftig noch mit dem Areal beschäftigen. 
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