Die Mauer hoch wie Spiderman: Parkour-Training auf Zollverein

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Fotos: Debus-Gohl
  Noch vor Eröffnung der neuen Parkour-Anlage auf der Kokerei Zollverein bietet das Jugendhilfe Netzwerk der AWO Essen in Zusammenarbeit mit der Stifung Zollverein Trainingseinheiten in dieser Trend-Sportart an.

Wie kommt man am schnellsten eine Mauer hoch, wenn man nicht Spiderman ist? Das ist nur eine der kniffligen Fragen, die beim offenen Parkour-Training jeden Freitag auf Zollverein gelichtet werden. Die Trainer machen die Teilnehmer mit verschiedenen Techniken vertraut, die es den Teilnehmern ermöglichen, Hindernisse zu überwinden. Ausserdem geht es um Fragen, wie: Welcher Untergrund liegt vor? Ist er nass? Was bedeutet das für die Schuhe?

Zurück zur Mauer: Man läuft an und dann - Achtung: Körperspannung! Und sodann setzt man einen Fuß an die Mauer und benutzt diesen als Katapult, um sich an der Mauer hoch zu drücken. Die Locations wechseln alle 30 Minuten: „Zum Warmmachen geht es eingangs über Bänke auf der großen Wiese“, erzählt Projektkoordinatorin Carina Hommel. Anschließend nehmen sich die jungen Traceure, so der Fachbegriff für Parkourläufer, die großen Beton-Elemente in Nähe der Ateliers auf dem Zollverein-Gelände vor. Und last but not least werden Tischtennisplatten als Hindernisse von den Parkourläufern überwunden.
Parkour ist übrigens eine Sportart, die aus Frankreich stammt. Dahinter verbirgt sich eine Fortbewegungsart, deren Ziel es ist, nur mit den Fähigkeiten des eigenen Körpers möglichst effizient von einem bestimmten Punkt zu einem anderen zu gelangen. Das kostenfreie Training (auch für Gruppen) findet freitags ab 18 Uhr auf dem Zollverein-Gelände statt.

Hürden auf dem Zollvereingelände angetestet

Das Angebot in den Ferien wird sehr gut angenommen. Bereits an mehreren Terminen haben junge Teilnehmer Spots, sprich Hürden, auf dem Zollvereingelände angetestet und überwunden. „Bei einem Termin waren es um die zehn Jugendliche, darunter sowohl Anfänger als auch Wiederholungstäter“, freut sich Carina Hommel.
Neben dem öffentlichen Training jeden Freitag nahmen auch bereits das Jugendhaus Stoppenberg sowie das Stellwerk Trainingsmöglichkeiten an anderen Tagen wahr. Hommel: „Wir fahren zweigleisig: Zum offenen Training schauen wir auch, wo es im Bezirk Gruppen gibt, die Interesse haben, am Ferienprogramm teilzunehmen.“

Übrigens: Beim Parkourlauf geht es nicht vorrangig und zwingend um waghalsige Sprünge, wie man meinen könnte, sondern darum, den eigenen Körper beherrschen zu lernen. Beim Überwinden von Hindernissen müssen die Traceure in der Lage sein, das Risiko realistisch einschätzen zu können. Der Sport trainiert den ganzen Körper, kann aber auch - Muskelkater im Bauch machen! Carina Hommel erklärt: „Es geht um eine komplette Kontrolle des Körpers. Man muss über eigene Körperspannung hochspringen, richtig fallen und mit einer Punktlandung abschließen.“

Übrigens: Es gibt für jeden das passende Hindernis, denn das Motto laute: Fitwerden durch Fitmachen. Carina Hommel: „Im Prinzip kann man als Anfänger damit starten, dass man über einen am Boden liegenden Schuh springt und punktgenau landet.“
Eine Parkour-Anlage auf Zollverein zu errichten, diese Idee entstand 2014 im Rahmen des Jugendbeteiligungsprojekts „Jugendforum Zollverein“. Eine Gruppe Jugendlicher plante mit Landschaftsarchitekten, Fachplanern und der Stiftung Zollverein die Anlage, die voraussichtlich Anfang Oktober eröffnet wird.

Info:

Unter dem Titel „Aktivieren, Koordinieren, Bewegen und Agieren 1. Phase 2017 - Parkour Bezirk VI Zollverein“ initiierte die AWO Essen ein Parkour-Projekt. Ziel: verschiedene Nutzergruppen für die Parkour-Anlage zu mobilisieren. Konzipiert wurde das Projekt gemeinsam durch das Jugendhilfenetzwerk der AWO Essen, das Jugendwerk der AWO Essen, das Jugendamt der Stadt Essen, das ISSAB und das Projekt „Zollverein mittendrin“ der Stiftung Zollverein.
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