La Signora wirbelt durch den Stadtgarten

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Der Stadtgarten Steele verbindet Kultur und Kulinarik und setzt dabei auf Talente des Ruhrgebiets. Im Festsaal sorgen beim „Kulturkochtopf“ Entertainer und Köche aus der Region für unterhaltsame Stunden. Mit „La Signora“ Carmela De Feo und Koch Thomas Kinder aus dem Esszimmer erlebten rund 80 Gäste an festlich gedeckten Tischen einen italienischen Abend. Kunst, Kultur und Kulinaria sowie eine kleine Kochshow sorgten für einen gelungenen Abend mit vielen schönen Erinnerungen und Gesprächen, denn die Gäste waren nicht nur zum Essen gekommen, sondern auch um Spaß zu haben.

Wenn La Signora, eine kleine, selbstbewusste und stimmgewaltige Frau den Saal betritt, dann weiß man gleich, was einen erwartet. „Komm bedien dich bei mir“, singt sie und tänzelt mit Hüftschwüngen über die Bühne. Auf der steht nicht nur ein dekorativer Flügel sondern auch ein Akkordeon, das La Signora perfekt im Griff hat. Nach der eindrucksvollen Eröffnung erklärt die Künstlerin dem Publikum erst einmal die Spielregeln: „Ich sage euch, wann ihr essen dürft“ bevor sie einstimmt auf einen Abend, an dem „gebraten und gebrutzelt wird“. Sein Fett weg bekommt auch Koch Thomas Kinder. „Wer wird uns die Suppe versalzen?“, scherzt La Signora und begrüßt den jungen und charmanten Koch in der Showküche. Mit spitzer Zunge und dreister Neugier sorgt La Signora zunächst dafür, dass der Koch kaum zu Wort kommt. Doch nachdem er sich warm gelaufen hat ist der tätowierte Vater von zwei Kindern ein ebenbürtiger Bühnenpartner für das dralle Vollblutweib mit italienischen Wurzeln. Die Gäste genießen derweil an runden Tischen mit 3-armigen Silberleuchtern ihre Getränke.


Als ersten Gang serviert Thomas Kinder gefüllte Burrata mit Oliven-Tapenade und Scampis Saltimbocca Art. Dekoriert mit Blütenblättern und Rucola-Salat begeistern die speckummantelten Scampi den Gaumen der Gäste. Die Burrata mit ihrer mozarella-artigen Konsistenz bekommt ihren Geschmack durch Olivenöl und Balsamico. Nach einer kurzen Pause stürme La Signora wieder auf die Bühne. „In mir brodelt ein Vulkan“, verkündet sie und zwinkert den Männern im Publikum zu. Während die Gäste klatschen und johlen steigert sich La Signora in große Gefühle, wie sie selbst feststellt. Dann singt sie zur Melodie von „Zigeunerjunge“ über ihre Kindheitserlebnisse mit orange gekleideten Müllmännern und erklärt die „Geheimnisse ihres Sexappeals“. Der versteckt sich unter Haarnetz, brauner Bluse und knöchellangem Rock, was die Ruhrpott-Italienerin nicht stören kann, die später am Abend humoristische Formulare zur Vaterschaftsanerkennung verteilt. Doch zunächst zeigt sie sich von ihrer musikalischen Seite und entlockt dem Akkordeon nicht nur „Je t´aime“ und „Schneewalzer“ sondern auch „La Paloma“ und „Go West“. Kurz darauf steht wieder das Kochen im Mittelpunkt. Zusammen mit Inge aus dem Publikum lädt La Signora ein zum „Kleinschneiden“ und „Kaputthauen“.


Mit Hilfe der beiden Frauen zeigt Thomas Kinder wie man eine getrüffelte Minestrone kocht. Dazu wird Gemüse kurz angeröstet und mit Gemüsebrühe gekocht. Kurz vor dem Servieren kommt für den Geschmack rohes, fein gewürfeltes Gemüse dazu. In wenigen Minuten entsteht so ein leichter Zwischengang, der mit Eiernudeln serviert wird. Doch Suppe allein genügt La Signora nicht. Sie hat Lust auf Fleisch und fragt Kinder deshalb Löcher in den Bauch. Wo ist er tätowiert? Was macht die Freundin? Wie wäre es mit einer neuen? Oder gleich mit ihr oder Inge? Zwischendurch erzählt der Koch aus dem Alltag im Restaurant. Er verrät, dass zwei Mann für 90 Leute kochen können. Und, dass ein Koch seine Pfanne nicht selbst spülen muss. Während in der Showküche langsam der nächste Gang entsteht, dürfen die ersten Gäste bereits probieren. La Signora schreitet zwischen den Tischen umher und verteilt kleine Häppchen und freche Sprüche.


Während in der Show-Küche noch dekoriert wird, hat das Team von Thomas Kinder bereits alles für die Gäste vorbereitet und serviert Kalbs Involtini auf Ratatouille und Rosmarin-Speckkartoffeln. Würfel aus lila Kartoffeln mit dunkler Sauce und ein feurig scharfes Ratatouille sorgen für ein Erlebnis für alle Sinne. Das würde auch La Signoras Kosmetik-Tipp mit sich bringen. Ein Bad in Kies, Senf und Orangenmarmelade sei ihr Rezept gegen das Alter verkündet die Entertainerin bevor sie „Lady Marmalade“ singt.


Das Dessert ist schön anzusehen aber für den Geschmack eine echte Herausforderung. Ziegenkäse-Eis auf Tomaten-Minze-Pesto spielt mit den Sinnen und der Erwartung der Gäste, denn es schmeckt so ganz anders als man sich einen Nachtisch vorgestellt hat. Süß trifft fruchtig. Käste auf Zucker und Honig. Entstanden ist das Eis durch ständiges Rühren im Froster. „Alle Köche sind beschissen, die sich nicht zu helfen wissen“, erklärt Thomas Kinder, der inzwischen auf Stil und Lockerheit der Signora eingeschwenkt ist, bevor er sein engagiertes Küchenteam vorstellt. Überzeugt hat das vor allem mit den ersten drei Gängen während das Dessert „allenfalls gut gemeint“ war, wie viele der Gäste finden. Begeistert sind sie trotzdem vom Abend im Stadtgarten Steele.
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