Greenpeace beim ersten Montagsspaziergang

Björn Ahaus, Aktivist von Greenpeace Essen, fordert mit den anderen Demonstranten: Atomkraft abschalten!
 
Mehr als 50 Demonstranten kamen zum ersten Montagsspaziergang
Essen: Burgplatz | Aktivisten von Greenpeace beteiligten sich in Essen am ersten Anti-Atom-Montagsspaziergang. Vom Burgplatz/Kettwiger Straße zogen die Demonstranten zur RWE-Konzernzentrale und machten darauf aufmerksam, dass das RWE noch immer den weitaus größten Teil seiner Investitionen in Atomkraft und konventionelle, fossile Energieerzeugung steckt, hingegen nur einen Bruchteil in Erneuerbare Energien. Diese wenigen Projekte werden vom RWE aber gerne in den Vordergrund gestellt, um dem Konzern, der noch immer einer der größte CO²-Emmittent weltweit ist, ein grünes Image zu geben.

Einen großen Erfolg im Kampf gegen neue Atomreaktoren in Europa kann Greenpeace gemeinsam mit anderen Umweltverbänden aktuell feiern: Drei internationale Großinvestoren – darunter auch das RWE – haben offiziell ihren Rückzug aus dem AKW-Projekt Cernavoda 3 und 4 in Rumänien bekannt gegeben. Offiziell begründet wird diese Entscheidung mit wirtschaftlichen und marktbedingten Unsicherheiten für das Projekt. Da Windenergie in Rumänien viel schneller und billiger errichtet werden kann, dürfte dies aber auch als ein Signal für zukünftige Gedankenspiele hinsichtlich neuer Atomprojekte sein. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die Risikotechnologie Atomkraft ohne massive Subventionen nicht rentabel ist und gegenüber den Erneuerbaren Energien deutlich im Nachteil ist.
Cernavoda ist bereits das zweite osteuropäische AKW-Projekt, aus dem RWE aussteigt. Im Oktober 2009 zog sich das Unternehmen aus dem umstrittenen Neubauprojekt Belene in Bulgarien zurück. Auch damals war von wirtschaftlichen Gründen die Rede. Doch auch andere Motive waren nicht von der Hand zu weisen: Wie in Cernavoda gab es massive Proteste von Atomkraftgegnern, auch von Greenpeace.

Die Montagsspaziergänge, die ab jetzt regelmäßig in Essen stattfinden werden, sollen die Energieproblematik trotz des Teilerfolgs weiter ins öffentliche Bewusstsein rücken. Unmittelbares Ziel auch des Essener Montagsspaziergangs ist es, die Bevölkerung für den Strombezug von echtem Ökostrom zu gewinnen. Vier Anbieter produzieren den Strom nachhaltig aus Erneuerbaren Energien und investieren ausschließlich in den Ausbau dieser Stromquellen. Dieser nachhaltig produzierte Strom ist für den Endkunden nicht teurer als der Strom der Atomkonzerne. Mehr Wettbewerb und vor allem der Einsatz Erneuerbarer Energien führen zu einer Stabilisierung des Strompreises.

Die wesentlichen Forderungen dieser Proteste:
Die Energiewende muss jetzt vollzogen werden. Die risikoreichen und klimaschädlichen Energieerzeugungen durch Atomkraft, Kohle und Öl sowie der verschwenderische Umgang mit Energie muss sofort und wirksam zurückgefahren werden. Eine verbesserte Energieeffizienz und Vorrang für den Ausbau Erneuerbarer Energien sind für Mensch und Klima notwendig.
Dazu gehört auch, dass Atomanlagen still zu legen sind. Die von Schwarz-Gelb gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung beschlossene Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke muss unverzüglich zurückgenommen werden.
Besonders die sieben ältesten, maroden Altmeiler sind sofort stillzulegen und der Ausbau des Zwischenlagers in Gorleben zum Endlager muss gestoppt werden.
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