Fotoausstellung „Haltestelle Flüchtlingsdorf“ in der Villa Rü

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Coffee to go... (Foto: Harald Hafer)
Essen: Villa Rü |

In einer öffentlichen Vernissage zeigen 15 Fotografen am 1. Oktober 2016 die Fotoausstellung „Haltestelle Flüchtlingsdorf“ in der Essener Villa Rü.


Seit über einem Jahr ist das Thema „Flüchtlinge“ aktuell. Im gleichen Zeitraum entstanden und eskalierten gesellschaftliche wie auch politische Diskussionen rund um dieses Thema. Während die öffentlichen Medien von der allgemeinen Flüchtlingssituation berichten, Flüchtlingsrouten sowie Fluchtgründe erklären und weitere Problemen recherchieren haben sich 15 Fotografen aus dem Revier zusammengefunden, um den Menschen, den Geflüchteten zu porträtieren und das Leben im Revier zu dokumentieren. Martin Meier, Kreisbereitschaftsleiter der Ehrenamtlichen beim DRK e.V. Mülheim an der Ruhr organisierte als erster sofort die notwendige Hilfe, um den Motiven ganz nah zu sein. Weitere Unterstützung wurde von Peter Renzel, Sozialdezernent in Essen und Ulrich Ernst, Sozialdezernent in Mülheim zugesagt. Es folgten weitere Organisationen. Seit einem Jahr begleiten die Fotografen die geflüchteten „Menschen“ zu Gerichten, Behörden und zur (neuen) Arbeit. Auch die Freizeit wird häufig gemeinsam verbracht. Aber gerade in der Interims-Heimat „Flüchtlingsdorf“ entstanden Fotodokumente, die den Betrachter in ihren Bann ziehen sollen.

„Ohne Fotografie ist der Moment für immer verloren, so als ob es ihn nie gegeben hätte.“, war die Aussage von Richard Avedon (1923-2004). Dies ist auch der Leitgedanke von dem Fotografen Rüdiger A. Tiede, der federführend mit den Behörden, Vereinen und Fotografen dieses Projekt leitet. Für die Lichtkünstlerin Claudia Weller ist der soziale Gedanke bei diesem Projekt sehr wichtig. Gemeinsam mit Thomas Langhans wägt sie stets zwischen sozialem Engagement und routinierter Lichtbilderstellung ab. Auf der permanenten Suche nach neuen Kontakten zu Geflüchteten wird sie von Ralf Schäpers begleitet und unterstützt. Für Marlies Hafer nebst Ehemann Harald war die fotodokumentarische Auseinandersetzung mit der Flüchtlingssituation eine große Herausforderung. Marlies Hafer fotografiert schon sehr viele Jahre länger als ihr Ehemann. Beide zeigen mit ihren Bildern, dass sie der Herausforderung deutlich gewachsen sind. Die Fotografin mit Herz, Marion Falkowski, zeigte bereits in sehr vielen Ausstellungen ihre einzigartigen Panoramen. Carsten Deckert hat mit seinem fotografischen Gespür viele interessante und hervorragende Momentaufnahmen erstellt. Auch Katrin Cuxart Fernández und Tatjana Blank haben sich dem Flüchtlingsthema angenommen und zeigen mit ihren Fotografien wichtige Einzelheiten. Für den Fotojournalisten Shantan Kumarasamy aus Essen-Rüttenscheid und die einstige Kunstmalerin und heutige Fotografin Eva Härtel aus Mülheim ist es eine wichtige Aufgabe, das Leben der Geflüchteten abzulichten. Das Leben als Flüchtling ist beiden hinreichend bekannt. Beiden fällt es heute noch schwer, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Roland Klecker ist Dozent und Trainer für Fotografie in Dortmund. Gemeinsam mit seiner Praktikantin Clara Pingel organisiert er für die jüngeren Geflüchteten Fotowalks zu diversen Orten und lässt die Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden diese bislang unbekannten Orte selbst belichten. So entstehen interessante Fotos, die zeigen, wie sie die neue Umgebung sehen und was ihnen wichtig ist. Interessante Einblicke kommen von Thomas Jaensch hinzu. Als Copter-Pilot liefert er interessante Aufnahmen aus einer ungewöhnlichen Perspektive.

Die Vernissage zur Ausstellung findet am 1. Oktober 2016 von 15.00 – 18.00 Uhr statt. Viele der Fotografen werden an diesem Tag dem interessierten Publikum Rede und Antwort stehen. Auch Geflüchtete, die teilweise fotografiert wurden, stehen den Fragen des Publikums zur Verfügung. Viele der Fotos sind in Zusammenarbeit mit dem DRK e.V. Mülheim an der Ruhr entstanden. Die dortige Rettungshundestaffel wird die Ausstellungseröffnung ebenfalls begleiten. Die Hunde der Staffel spüren verschüttete und vermisste Personen auf. Die Arbeit ist in In- und Ausland von großer Wichtigkeit. Das Team wird demonstrieren, wie vermisste oder verschüttete Personen gefunden werden. Das Team um Jenny Auer wird die Ausstellungseröffnung mit Tanz und Musik untermalen. Die Ausstellung kann bis zum 30. Dezember 2016 zu den gewöhnlichen Öffnungszeiten der Villa Rü besichtigt werden.
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