Essen: Laiendarsteller der italienischen Gemeinde begeistern mit Passionsspiel

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Jesus trägt das Kreuz - die Echtheit der Aufführung hat schon viele Zuschauer zu Tränen gerührt. (Foto: Italienische Gemeinde Essen)
Essen: St. Ignatius-Kirche |

Die Italiener nennen es "passione vivante" ... Seit mehr als 20 Jahren führt die Italienische Gemeinde Essen zur Osterzeit ein großes Passionsspiel auf. Insgesamt 70 Laiendarsteller sind involviert. (Bericht von Petra de Lanck.)

Einige der Schauspieler sind zum Teil schon seit Jahren in immer denselben Rollen mit dabei. "Ursprünglich startete die Darstellung des Kreuzweges in Oberhausen in der dortigen Italienischen Gemeinde", erinnert sich Angela Tidili aus Essen. Im Rahmen der Essener Aufführung sind gleich mehrere Italienische Gemeinden im Revier involviert: Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Bochum, Gevelsberg und schließlich Essen.

"Die Laiendarsteller sind so überzeugend, dass schon die eine oder andere Träne vergossen wurde."

"Gleich nach Aschermittwoch starten bei uns die Proben", berichtet Angela Tidili. "Immer samstags schlüpfen die Laiendarsteller dann in ihre Rollen und sind dabei so überzeugend, dass sogar schon bei den Aufführungen die ein oder andere Träne vergossen wurde."
Am Karfreitag um 17 Uhr ist es dann soweit und im Pfarrgarten von St. Ignatius in Holsterhausen geht es los. Die Kreuzweg-Szenen werden dann vor der Kirche dargestellt. Die Kostüme sind größtenteils selbstgenäht. Lediglich die Soldatenausstattung ist geliehen.
So wird der Pfarrgarten der Kirche St. Ignatius am Karfreitag zum Palast des römischen Gouverneurs und zur Kreuzigungsstätte Golgatha. In den einzelnen Szenen können die Zuschauer miterleben, wie Judas Jesus mit einem Kuss verrät, wie Pilatus seine Hände in Unschuld wäscht, wie Jesus letztmalig seiner Mutter begegnet, wie Simon von Cyrene ihm das Kreuz trägt – und wie der Gottessohn gekreuzigt wird.
Dabei ist das Publikum als Volksmenge in die Inszenierung mit einbezogen, zum Beispiel vor dem Palast des Pilatus. Das Passionsspiel dauert ungefähr eine Stunde.
Im Rahmen der Aufführung wird gemeinsam gebetet und gesungen. Hauptsächlich findet die Aufführung in italienischer Sprache statt, es wird aber auch zwischendurch immer auf Deutsch übersetzt, was sich szenisch gerade abspielt, so dass jeder der Handlung stets folgen kann.
"In Italien haben solche Aufführungen in der Karwoche eine lange Tradition", erklärt Angela Tidili. Mit dabei in den Hauptrollen sind Franco Livadoti als Jesus, Isa Fumei als Maria und Alberto Viola als Simon.
Der Darsteller des Kaipha, der diese Rolle über lange Jahre bekleidete, ist diesmal leider durch Krankheit nicht dabei.
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