Kicken fürs Open Air - 500 Zuschauer pilgerten fürs Duell SC gegen RWE ins Löwental

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Vollen Einsatz bietet der SCler Sandy Müller im Clinch mit gleich zwei RWE-Kickern.
 
Im Vorspiel siegten die rot-weißen D-Jugendlichen mit 1:0, die blaurot gekleideten Gastgeber hielten gut mit.
Gut besucht - sogar das Ordnungsamt war da und schrieb eifrig Parksünder auf - war das Benefizspiel im Werdener Löwental, die Organisatoren vom Rockförderverein strahlten mit den Verantwortlichen von SC Werden-Heidhausen und Rot-Weiss Essen um die Wette.

Das Vorspiel gewann die U12 von Rot-Weiss ganz knapp mit 1:0. Das Team von Trainer Christian Scheidgen, selbst beim SC Werden-Heidhausen als Spieler der Reserve aktiv, war zwar feldüberlegen, doch die Truppe der SC-Trainer Pascal Duisken und Tim Kreutzadler, eine Mischung aus D1- und D2-Spielern der Löwentaler, hielt gut mit. Goldener Torschütze drei Minuten vor Abpfiff des Schiedsrichters Richard Reusmann war Almedin Gusic.

Benefizaktion

Danach unterhielt Sandy Sandgathe die Fans mit seiner Gitarre, auf der Leinwand flimmerte ein Film über die ersten 34 Jahre des Pfingst-Open-Airs. Der von „Radio Essen“ bekannte Uwe Loch machte den Stadionsprecher, interviewte den RWE-Boss Dr. Michael "Doc" Welling und den SC-Vorsitzenden Jürgen Koch. Welling erzählte, wie er mit seiner Frau Besucher des Festivals gewesen sei und dann nach dem Unwetter vier, fünf Jugendliche mit in die Stadt genommen hätte: „Die hatten in einer Kabine heiß geduscht und die einzigen trockenen Klamotten, die sie gefunden hatten, waren halt Trikots!“ Die wären natürlich weg, dem Verein fehlen sie im Satz. Da dachte sich Welling: „Ist ja blöd gelaufen für das Festival und auch Scheiße für den SC“ und hatte die zündende Idee, aus einem schon länger geplanten Testspiel eine Benefizaktion zu machen.

Willkommen und Abschied

Jürgen Koch, Vorsitzender der Löwentaler, begrüßte: „Herzlich Willkommen auf unserer wunderschönen Anlage!“ und relativierte: „Das mit den geklauten Trikots war im Gegensatz zum Unwetter nun keine Katastrophe, aber schon ärgerlich!“ Viel bedrohlicher die Sturmschäden, die zum Beispiel die Austragung der Jugendturniere gefährdeten: „Aber hier haben die Sport- und Bäderbetriebe rechtzeitig gewährleistet, dass die Turniere stattfinden konnten. Danke dafür!“ Dann verabschiedete Koch noch offiziell den langjährigen Kapitän der 1. Mannschaft, Daniel Kleine-Beck.
Gerd Dubiel vom Rockförderverein wies auf die klammen Kassen und die vielfältigen Spendenaktionen zugunsten des Open Airs hin und warnte: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist 2015 finanziell noch nicht gesichert!“

Couragierter Bezirksligist

Die Stadionhymne „Oh RWE“ wurde gespielt, die D-Junioren nahmen die „Großen“ an die Hand und führten sie sicher aufs Feld. Dann pfiff der Unparteiische Torsten Schwerdtfeger die Partie „David gegen Goliath“ an.
Rot-Weiss-Trainer Marc Fascher vertraute einer Mischung aus Ersatzspielern und A-Jugendlichen, während sein Gegenüber Danny Konietzko, einst selbst Trainer der rot-weissen Jugend, auf seinen aktuellen Kader zurück griff. Eine Viertelstunde lang wehrte sich der Bezirksligist erstaunlich couragiert, doch dann verletzte sich Christian Pape. Für ihn kam Rainer Imhoff in die Partie. Doch für einen Moment war der Gastgeber in Unterzahl, was der Regionalligist eiskalt ausnutzte und vom Strafraum aus traf. Nun ging es schnell, innerhalb weniger Minuten erhöhten die Gäste auf 5:0, das Heimteam kam immer einen Schritt zu spät. Der fünfter Treffer war ein besonderer, nämlich durch Marwin Studtrucker, der einen spektakulären Fallrückzieher erzielte.

Der große Regen

Zur Pause kam der große Regen, das Publikum drängte sich in den bereit gestellten Zelten, bald klarte es wieder auf und der zweite Durchgang konnte beginnen. Nun wechselte Trainer Danny Konietzko kräftig durch, sein Team bekam den ein wenig nachlassenden Gegner nun immer besser in den Griff. Kurz vor Abpfiff der Partie hatte Jason Munsch sogar die große Chance zum Ehrentreffer, wurde jedoch in letzter Sekunde geblockt. Letztlich siegten die Jungs von der Hafenstraße mit 7:0 deutlich, die Tore erzielten Lucas Arenz, Emre Demircan (2), Kempes Tekiela, Marwin Studtrucker (2) und Fathi Özbayrak.

500 Zuschauer

Veranstalter Gerd Dubiel strahlte: „Heute Abend hatten wir rund 500 Zuschauer – klasse! Ich denke sogar, dass uns die Ferien einige Besucher gekostet haben…“ Immerhin, es war ein hoffnungsvoller Anfang, der Eintritt von 5 Euro geht in voller Höhe an den Rockförderverein, der damit einen weiteren Baustein für die Finanzierung des Pfingst Open Airs 2015 geschafft hat. Auch gingen einige RWE-Trikots mit „Open Air“-Flock über die Theke, sind auch weiterhin für 65 Euro über www.openair-werden.de oder im RWE-Fanshop erhältlich. Auch dieser Erlös fließt voll in die Finanzierung des Musikfestivals.

Noch ein Graffiti im Geh'n

Dann war die Partie beendet, RWE-Vorsitzender Welling kaufte noch eine Leinwand mit einem Graffiti, welches bei einer Spray-Aktion der Essener Künstler Qumi, Labor, Demon, Payit & The Top Notch an der Werdener Hall of Fame unterhalb der Gustav-Heinemann-Brücke gefertigt wurde. Auch so wird dem Musikfestival geholfen.
Dann schritt der „Doc“ von dannen, drehte sich nochmals um und meinte zu den Festivalmachern: „Wir machen noch mal was zusammen…Versprochen!“
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