Wo ist da der rote Faden? Am Volkswald: Unendliche Geschichte um ein brachliegendes Gelände

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Die Fläche des ehemaligen Fußballplatzes ist ausdrücklich aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgeklammert, soll aber langfristig wieder "für die Natur- und Landwirtschaft zurückgewonnen" werden!
 
Derart chaotisch sieht's am Volkswald aus - Hakenkreuz inklusive!

Die unendliche Geschichte um die Fläche des ehemaligen Fußballplatzes im Heidhauser Volkswald erregt weiter die Gemüter. Ein Investor ist verstört!

Andreas Hennefeld hatte die Diskussion um die Anlage verfolgt, kam auf die Lösung, stellte im September eine Anfrage ans Amt für Bauplanung: „Ich bin am Erwerb des Grundstückes interessiert, falls unser Nutzungskonzept realisierbar ist!“
Das Konzept beinhaltet eine Betreuung von Hunden, deren berufstätige Besitzer ihr Tier tagsüber nicht allein lassen wollen. Diese Hundetagesstätte mit „Gassi-Gehern“ und Seminarräumen bietet Schulungen von leichtem Fehlverhalten der Tiere bis hin zur kompletten Begleithund-Ausbildung, zur richtigen Ernährung der Tiere, Wochenendschulungen und Seminare „rund ums Tier“ mit Themen wie etwa „Welpenkauf - Welches Tier passt zu mir? - Prägung und Erziehung - Umweltverträglichkeit“ und vieles mehr.

Umfangreiches Programm

Vorgesehen ist eine 7-Tage-Woche mit Betrieb von 7 bis 19 Uhr, ein Lärmgutachten wurde in Aussicht gestellt. Für dieses umfangreiche Programm würden zwei bis drei Mitarbeiter eingestellt und entsprechende Dozenten für Schulungen eingeladen. Die bestehenden Gebäude wollte Hennefeld entsprechend umbauen: „Wir würden das Grundstück einfrieden, um zu verhindern, dass einzelne Hunde im Wald herumstöbern. Der Umkleidebereich wird saniert und mit einem neuen Sanitärbereich versehen, die Garage wird als Lager für Werkzeuge, Utensilien zur Ausbildung und Futter genutzt. Erforderliche Stellplätze werden auf dem Grundstück errichtet. Das ehemalige Vereinsheim wird ebenfalls saniert und mit Aufenthaltsräumen für das Personal, einem Büro sowie Seminarräumen ausgestattet. Um eine Betreuung auch bei schlechtem Wetter zu gewährleisten, würden wir einen Unterstand errichten, der rund 400 Quadratmeter groß wäre. Diesen Unterstand könnte man jederzeit wieder zurückbauen. Weiterhin würde ich einen kleinen Schwimmteich mit Begrünung anlegen.“

Absage

Die Sport- und Bäderbetriebe und das Bauordnungsamt signalisierten Zustimmung, forderten nur Wegerecht für Spaziergänger. Doch am 25. November gab es eine Absage vom Amt für Stadterneuerung und Bodenmanagement: Die Fläche läge im Landschaftsplan, der vorrangig die Raumfunktion „Arten- und Biotopschutz“ sowie „naturnahe Erholung“ vorsehe: „Durch die geplante neue Nutzung des Flurstückes würde die bisher bereits bestehende strukturelle Beeinträchtigung von Natur und Landschaft noch verfestigt!“
Stattdessen solle das Grundstück langfristig entsprechend den Zielen des Landschaftsplanes für die Natur- und Landwirtschaft zurückgewonnen und gegebenenfalls als Waldausgleichfläche vorgesehen werden.
Der Investor verstand die Welt nicht mehr: „Hier war 100 Jahre lang ein Fußballplatz, wir würden doch renaturieren, zudem bekäme die Stadt einen ordentlichen Kaufpreis, es gäbe Arbeitsplätze und natürlich auch Gewerbesteuer.“
Zudem blieben der finanziell klammen Stadt die massiven Rückbaukosten erspart.

Den Werden Kurier um Rat gefragt

Hennefeld wandte sich in seiner Not nun an den Werden Kurier, der Dr. Michael Bonmann mit ins Boot nahm. Der Bezirksbürgermeister ließ sich vor Ort über das Projekt und die Absage informieren und stellte fest: „Jetzt sind wir wieder soweit wie vor zwei Jahren. Auch ist das beileibe nicht das einzige brachliegende städtische Grundstück, das so umstritten ist. Sinn war doch die Vermarktung aufgegebener Sportstätten. Jetzt wäre eine Lösung da. Da weiß offensichtlich die rechte Hand nicht, was die linke tut. Mir fehlt da der rote Faden!“

„In Gottes Hand“

Bonmann versprach, sich um die Angelegenheit zu kümmern, die Gründe zu hinterfragen, wollte aber nicht zu euphorisch klingen: „Bei der Verwaltung ist man in Gottes Hand - versprechen kann ich da nichts!“
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