Zukünftige Olympioniken

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Am Karnevalssamstag hieß es in der Löwentalhalle wieder Springen, Werfen, Laufen. Foto: Bangert
 
Amelie Dierke nahm an den Deutschen Meisterschaften teil. Foto: Archiv

Sportfest der Werdener Leichtathleten lockte 139 Kinder aus acht Vereinen ins Löwental

Schon das gemeinsame Aufwärmen war ein Hingucker. Nervös tänzelten die zukünftigen Olympioniken auf dem Hallenparkett, waren kaum zu bändigen. Die ansteigende Lautstärke auf der vollbesetzten Tribüne ließ darauf schließen, dass die Fans mindestens genauso aufgeregt waren.

Das Hallensportfest für die Kinder an Karneval ist schon zur lieben Tradition geworden, der Wettbewerb des Werdener Turnerbundes lockte diesmal 16 Teams aus näherer und fernerer Umgebung an. Insgesamt 139 Kinder aus acht Vereinen gingen an den Start. Die große Helferschar des WTB verteilte sich auf die einzelnen Stationen, die ein wenig älteren Leichtathletinnen besetzten das üppige Büffet und lächelten anmutig den Besuchern die Kuchenstücke förmlich auf den Teller. Abteilungsleiter Reinhard Lehmann war überall zu finden, warf noch einen letzten Kontrollblick, gab Hilfen und beantwortete Fragen.


Romy war die Schnellste

Zuerst waren die U8 Kinder an der Reihe. Es galt vier Disziplinen zu absolvieren: Sprint über 30 Meter, Hindernisstaffel, Zielweitsprung und Medizinballwurf. Die jungen Athleten wurden tatkräftig vom Publikum unterstützt, Romy Zumdick war über die 30 Meter das schnellste Kind. In der Teamwertung aller vier Disziplinen hatte die MTG Horst zum dritten Mal in Folge die Nase vorn, es folgten die SG TuSEM / Stoppenberg, der Werdener Turnerbund II, Germania Überruhr und das erste Team des WTB. Nach der Siegerehrung ging es für alle Kinder auf die Ehrenrunde. Da inzwischen auch die älteren Teilnehmer eingetroffen waren, bejubelten auf der Tribüne rund 500 Fans die Kleinen frenetisch. Da bleibt man nicht stehen! Die Kinder hängten eine Runde nach der anderen an und mussten zum Schluss förmlich ausgebremst werden.
In der Klasse U10 durften elf Teams ran. Auf der gesamten Hallenfläche wurde nun gerannt, geworfen und gesprungen. In den Sprintdisziplinen waren die Werdener besonders erfolgreich und belegten mit 82 Punkten in der Hindernissprintstaffel den zweiten Platz hinter Duisburg. Im 30 Meter-Sprint waren die Werdener hinter Solingen und Duisburg das beste Essener Team, Benjamin Hagen war der zweitschnellste Läufer der 97 Teilnehmer, knapp hinter ihm lagen Lotte Spieker und Ole Reuter. Beim Sprung und Wurf lief es nicht ganz so gut für die Gastgeber, in der Endabrechnung siegte der Solinger LC mit zwei Punkten Vorsprung vor dem Titelverteidiger Eintracht Duisburg.

Die Matten-Nasenspitze vorn

Nun wurde schnell für das schon legendäre Mattenrutschen umgebaut. Nach vier Vorläufen und zwei Halbfinals standen mit dem Solinger LC und dem TuSEM die Finalisten fest. Es zeigte sich, dass sich beide Teams auf diesen Wettbewerb intensiv vorbereitet hatten, es wurde eine enge Kiste. Am Ende hatten die Solinger ihre Matten-Nasenspitze etwa 20 Zentimeter vorn.
Die Ehrenrunde führte zunächst ein Betreuer an. Mit Urkunden und Teilnehmerpreisen in der Hand legten die Aktiven nun richtig los, der „Vorläufer“ war bald überholt. Von einem geordneten Lauf war nun nichts mehr zu sehen, unter dem tosenden Beifall der Fans wurde noch am Tempo gedreht. Am Ende hatte man fast den Eindruck, dass die Ehrenrunden die Kinder mehr geschafft hatten als die anderen Disziplinen. Es hatte allen sehr viel Spaß gemacht und die jungen Leichtathleten möchten am Karnevalssamstag 2018 wiederkommen, rund 25 Teams werden dann erwartet. Da wird es allerdings eine kleine Änderung geben, die Veranstaltung wird zukünftig für die Klassen U10 und U12 ausgelegt.

Deutsche Meisterschaften

Wo es hinführen kann, wenn man immer eifrig trainiert, bewies erneut Amelie Dierke. In Sindelfingen fanden die Deutschen Jugendleichtathletik-Meisterschaften der Klasse U20 statt. Obwohl die Werdenerin noch in der Klasse U18 starten kann, hatte sie dennoch über 60 Meter und 200 Meter die jeweiligen Qualifikationsnormen erfüllt. Mit der leisen Hoffnung, eventuell sogar ein Finale zu erreichen, machte sich Amelie mit Trainer Michael Nowotnik auf den Weg nach Süddeutschland. Mit dem Gewinn ihres Vorlaufes über 60 Meter in 7,64 Sekunden näherte sie sich ihrer persönlichen Bestzeit und sicherte sie sich den Einzug in die Zwischenläufe. In vier Läufen wurden die acht Finalteilnehmer ermittelt. Amelie wurde Dritte im ersten Zwischenlauf in 7,66 Sekunden und musste lange warten. Erst nach dem letzten Zwischenlauf stand fest, dass das Finale um gerade einmal drei Hundertstel verpasst war. Mit einem tollen zehnten Platz muss und kann man sehr zufrieden sein. Über 200 Meter sollte es am zweiten Tag klappen. Doch schon am Abend deutete es sich an, dass hieraus wohl nichts werden wird. Am nächsten Morgen kam dann auch noch Fieber hinzu und man verzichtete vernünftigerweise auf den Start.
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