St. Anna: Die Tage sind gezählt

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Die sehenswerten Fenster der St. Anna-Kirche sind auch Jahre nach der Schließung noch bestens erhalten.

Was wird aus St. Anna, der geschlossenen katholischen Kirche in Altendorf? Der Arbeitskreis „Fundstücke im Essener Westen“ der Volkshochschule warf gemeinsam mit Arndt Sauer, Leiter des Mehrgenerationenhauses, vor einiger Zeit einen Blick hinter die Kulissen.

Inzwischen ist klar: Die 1907 erbaute Kirche wird noch in diesem Sommer abgerissen. Das haben die Gremien der Pfarrei St. Antonius und das Bistum beschlossen.
Bemühungen, für die seit April 2008 geschlossene Kirche, eine Folgenutzung zu finden, blieben erfolglos.
Nach Abriss des Gebäudes soll auf dem Grundstück die Erweiterung des Altenheimes St. Anna gebaut werden. Der Beginn der Arbeit ist im Frühjahr 2016 vorgesehen.
Ein Gang durch das Gebäude macht deutlich: Es ist in bestem Zustand.
Wären da nicht sinkende Mitgliederzahlen, weniger Priester, zurückgehende Kirchensteuer-Einnahmen und eine angespannte Finanzlage des Bistums, die letztlich zum Aus für St. Anna führten.
Die hölzerne Decke wurde vor rund 20 Jahren eingezogen, die Kirchenfenster sind sehenswert und bestens erhalten. Auch baulich ist das Gebäude, das regelmäßig saniert wurde, in Top-Zustand.
„Besonders unsere älteren Gemeindemitglieder, die noch am Wiederaufbau der Kirche nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg beteiligt waren, bedauern sehr, dass die Kirche geschlossen werden musste“, erklärt Arndt Sauer.
Alle drei katholischen Kirchen wurden 2008 mit anderen Gemeinden aus dem Essener Westen zur neuen katholischen Pfarrei St. Antonius zusammengeschlossen.
Bei der Führung des VHS-Kurses „Fundstücke im Essener Westen“ hatte Arndt Sauer noch Hoffnung, dass es gelingen könnte, den riesigen Innenraum der Kirche mehrstöckig umzubauen und zu nutzen.
„Das wäre ein echter Gewinn für Altendorf“, meinten auch die Kursteilnehmer einhellig. „Es wäre eine Schande, wenn ein solches Gebäude einfach abgerissen würde.“
Doch genau dies wird nun geschehen.
Nur ein kleiner Trost bleibt: In der Kirche St. Mariä Himmelfahrt wird es mit Erinnerungsstücken aus der Kirche St. Anna eine kleine Annakapelle geben. Zwei Glocken werden in der Museumsstadt Gescher dauerhaft ausgestellt. Eine Glocke wird im Garten des Altenheims neben anderen Skulpturen an die Anna-Kirche erinnern.

Infos
1892 wurde die katholische Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt (Altendorfer Dom) eingeweiht. Am 26. Juli 1903 folgte die Evangelische Christuskirche. 1907 wurde die Kirche St. Anna und 1958 die Kirche St. Clemens Maria Hofbauer erbaut.
Der nächste Kurs „Fundstücke im Essener Westen“ der VHS startet am Mittwoch, 9. September, um 19.30 Uhr in der Sakristei der Apostelkirche, An der Apostelkirche 3a.
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