Ein Zeitzeuge aus Stein

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Der Kurs „Fundstücke im Essener Westen“ der Volkshochschule besuchte das Berufskolleg West der Stadt Essen. Links oben: Schulleiter Georg Greshake.

Auf eine lange Geschichte kann das Gebäude des Berufskollegs West der Stadt Essen zurückblicken: Im Jahr 2016 wird 75-jähriges Bestehen gefeiert. Der Kurs „Fundstücke im Essener Westen“ der Volkshochschule unternahm eine Reise in die Vergangenheit.

Schulleiter Georg Greshake (57) und seine 70 Kollegen unterrichten aktuell 1.650 Schülerinnen und Schüler. Schwerpunkte sind Maschinen- und Metalltechnik, Mechatronik, Chemie und Kunststofftechnik.
„Der Bau des Schulgebäudes ist von zwei Faktoren wesentlich bestimmt worden: der engen Verbindung zur Firma Krupp und der Bedeutung der hier ausgebildeten Berufsgruppen für die Kriegsindustrie.“
Im Frühjahr 1939 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, 1941 war der gesamte Komplex fertiggestellt. Georg Greshake: „Damals wurden rund 6.000 Schüler in dem Gebäude, der damaligen Industrieschule, unterrichtet. Sie galt als die größte Berufsschule der Welt.“
Doch bereits 1942/43 gab es erhebliche Schäden am Schulgebäude infolge der Bombardierung.
Zeitzeugen erinnern sich noch heute an diese Zeit. Und an die Flucht in die Bunker, die noch heute unter der Schule zugänglich sind.
„Teile davon stehen regelmäßig bis zu 30 Zentimeter unter Wasser, immer dann wenn die Bärendelle überläuft“, weiß der Schulleiter zu berichten.
Er schätzt den architektonisch gelungenen Bau, die lichtdurchflutete, großzügige Gestaltung von Klassenräumen und Fluren.
Für neue Fenster sorgt die gute Kooperation mit der Metaller-Innung. „Sonst hätten wir hier vermutlich noch morsche Holzfenster“, meint der Schulleiter.
„Nur am tristen Schulhof müsste dringend etwas getan werden. Es wäre toll, wenn sich Sponsoren finden ließen, die zum Jubiläum des Gebäudes eine zeitgemäße Gestaltung möglich machen würden“, wünscht sich Georg Greshake.
Auch die historische Schmiede gibt‘s noch, wie bei dem Rundgang durch das Schulgebäude festgestellt werden kann. „Und die ist auch heute noch in Betrieb. Sie wird regelmäßig von Metallbauern genutzt, die so das Handwerk ihrer Vorfahren wie in alten Zeiten kennenlernen können.“
Die Geschichte des Gebäudes holte Schüler und Lehrer kürzlich noch einmal ein: „Zwei Blindgänger wurden auf dem Gelände vermutet“, erzählt Georg Greshake. „Bohrungen wurden durchgeführt. Aber zum Glück dann doch keine Bomben gefunden.“

Infos:
Die Schulleitung des Berufskollegs West ist auf der Suche nach historischen Dokumenten und Fotos, gerne auch aus der Umgebung der Schule. Kontakt über Schulleiter Georg Greshake, Telefon 7499230, Am Westbahnhof 3-5, 45144 Essen.
Der nächste Kurs „Fundstücke im Essener Westen“ der VHS startet am Mittwoch, 9. September, um 19.30 Uhr in der Sakristei der Apostelkirche, An der Apostelkirche 3a.
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