Mathematik-Olympiade – Mathe ist irgendwie cool

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Höchste Konzentration bei der zweiten Runde der Mathematik-Olympiade.
 
Leo Blume, acht Jahre, einer der jüngsten Teilnehmer hofft auf einen der ersten Plätze.
Von Carmen Dluzewski
Die Menschen lieben nicht nur körperliche Herausforderungen, sondern messen sich seit jeher gerne bei geistigen Wettbewerben. Für Kinder und Jugendliche wurde dazu in den sechziger Jahren die bundesweite Deutsche Mathematik-Olympiade ins Leben gerufen.
So hat es sich auch die im Jahr 1983 gegründete „Gesellschaft Essener Mathematikwettbewerbe“ zur Aufgabe gemacht, sich in unserer Stadt um die Organisation zu kümmern. Michael Rüsing, 61, Lehrer für Mathematik, Physik und Informatik, sowie Mitglied im Aufgabenausschuss des Mathe-Olympiaden-Vereins, ist stolz auf sein Team, das aus ungefähr 15 ehrenamtlichen Mitarbeitern besteht. „Es freut mich besonders, dass ich meine eigene Faszination für das Thema an andere weitergeben kann“, so Michael Rüsing. Gemeinsam kümmern sie sich um alles, was zu organisieren ist. Die Zusammenarbeit mit den Essener Schulen ist besonders wichtig, denn auf Schüler und Schülerinnen aller Altersstufen, die sich gerne mathematischen Herausforderungen stellen möchten, werden als erstes die Lehrer aufmerksam. „Mein Team und ich würden uns freuen, wenn alle Essener Schulen talentierte Schüler mehr unterstützten und sie an uns melden würden“ erzählt Michael Rüsing, „es ist einfach eine tolle Sache für jeden Einzelnen, der sich gerne mit dem Thema beschäftigt“.
Dann heißt es für das Team: Einladungen verschicken und Termine koordinieren, denn sowohl Grundschüler, als auch Schüler aus weiterführenden Schulen müssen sich in verschiedenen Runden qualifizieren. Nach einer ersten Wettbewerbsrunde werden die Schüler und Schülerinnen auf Stadt-, Landes- und Bundesebene ins „Rennen“ geschickt. Das Korrigieren bergeweiser Aufgaben gehört für das Team um Michael Rüsing dazu. „So manche Stunden haben wir gemeinsam am großen Tisch gesessen und bei kühlen Getränken die Arbeiten geprüft.“
So auch in diesem Jahr – denn am letzten Wochenende hieß es: „Startklar für die zweite Runde.“ Dazu kamen nahezu 100 Essener Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufen fünf bis zwölf, die sich nach der ersten Runde dafür qualifiziert haben, im Mädchengymnasium Borbeck zusammen. Michael Rüsing stellte sich für diesen Tag gern als Ansprechpartner zur Verfügung. „Wir freuen uns sehr, dass wir die Räumlichkeiten hier in Borbeck nutzen können. Hier sind die Bedingungen einfach optimal“ freute sich Louisa Waasmann, 22 Jahre, Lehramtsstudentin der Chemie und Mathematik und eine der ehrenamtlichen Vereinsmitglieder. Während die Kinder und Jugendlichen ihre Aufgaben lösten, konnten sich wartende Eltern und Geschwister im Foyer bei Kaffee und belegten Brötchen aufhalten.
Einer der ersten Schüler, die für heute ihr Pensum geschafft haben, war Simon, 12 Jahre, der die siebte Klasse an der BMV besucht: „Es hat heute alles gut geklappt. Seit der dritten Klasse mache ich bei der Mathe-Olympiade mit und habe schon zweimal den dritten Platz erreicht. Das ist ein Riesenansporn für mich weiterzumachen!“ Auch die Freundinnen Vivien und Rebecca vom Maria-Wächtler-Gymnasium, beide 12 Jahre alt, sind zufrieden mit dem heutigen Tag: „Wir haben einfach Spaß daran, uns über das normale Maß hinaus mit Mathematik zu beschäftigen.“ Seit der Grundschulzeit haben die zwei Mädchen schon an verschiedenen Wettbewerben mit Erfolg teilgenommen.
Auch Leo Blume, der mit seinen acht Jahren die fünfte Klasse des Werdener Gymnasiums besucht, lief zufrieden auf seinen Vater zu und ließ sich zuerst einmal ein Käsebrötchen zur Stärkung schmecken: „Hat super geklappt, die Aufgaben waren nicht schwer“ erzählte der Junge, der in seiner Freizeit gerne Schach spielt und sich mit Origami beschäftigt. „Ich höre auch sehr gerne Kinder-Radiosendungen, am liebsten möchte ich später einmal Radiomoderator werden. Oder Wissenschaftler – mal sehen“ erklärte Leo überzeugend. Die Matheolympiade ist jedenfalls auch für ihn eine tolle Sache, sich mit anderen Kindern zu messen. Eine Goldmedaille beim Pangea-Mathematikwettbewerb kann Leo bereits vorweisen, vielleicht klappt es ja auch mit einer weiteren Auszeichnung.
Nicht nur um das reine Rechnen, Kombinieren, Strategien entwickeln und Problemlösen geht es der Gesellschaft Essener Mathematikwettbewerbe. An den jährlich stattfindenden Mathematik-Wochenenden gibt es kulturelle Angebote, Spaß und Spiel kommen dabei auch nicht zu kurz.
„Für mich ist es besonders wichtig, dass Kinder, die von sich entdecken, dass sie mathematisch begabt sind, wissen, dass es auch noch andere gibt, die mit ihnen diese Vorliebe teilen“ betont die Studentin Louisa Waasmann, „nicht selten werden Kinder, die etwas Besonderes können, von anderen ausgegrenzt. Hier dürfen sie einfach sein, wie sie sind.“
Noch in diesem Jahr werden die Gewinner der Matheolympiade festgestellt. Dann gibt es eine feierliche Siegerehrung im Essener Rathaus mit Vergabe von Urkunden und Präsenten.
Manchmal kommt auch die NRW-Ministerin Hannelore Kraft. Ein bisschen Stolz kommt bei den Schülern und Schülerinnen, sowie deren Eltern natürlich auch auf - und die meisten Teilnehmer sieht man im Folgejahr wieder! Wer jetzt mehr wissen möchte, kann sich gerne auf der Homepage des Vereins unter www.essener-mathematikwettbewerb.de informieren.
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