Kehrwochen für ein sauberes Frohnhausen

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Klaus Persch, Bezirksbürgermeister BV III Essen-West. (Foto: privat)
 
Eine der Straßen, die von der Aktion profitieren soll, ist ein Teil der Kölner Straße.
Bewohner sollen über Pilotprojekt entscheiden



Frohnhausen soll sauberer werden – dies ist ein erklärtes Ziel des Runden Tisches Frohnhausen, der vor einem Jahr von Vertretern und Vertreterinnen verschiedener Parteien und Institutionen sowie Bewohnern des Stadtteils ins Leben gerufen wurde.

Einen Teil dazu soll nun ein Pilotprojekt in Kooperation mit den Entsorgungsbetrieben Essen (EBE) beitragen, das zunächst einmal für den Zeitraum von Juli bis September für ausgewählte Straßenabschnitte angedacht ist. Geplant ist, dass vom 5. Juli 2016 an drei Monate lang an jedem Dienstag von 8 bis 11 Uhr auf dem Teil der Berliner Straße zwischen der Kölner und der Krefelder Straße ein Halteverbost herrscht, damit die Kehrmaschinen nicht nur die Straßenmitte, sondern auch die Rinnsteine gründlich reinigen können.

Die Bürger sollen entscheiden

Ab dem 6. Juli gilt dies für drei Monate immer mittwochs von 8 bis 11 Uhr für die Krefelder Straße sowie für den Abschnitt der Duisburger Straße zwischen der Krefelder Straße und der Kölner Straße sowie für den Abschnitt der Kölner Straße zwischen der Duisburger Straße und Berliner Straße.
Bevor es aber zur Umsetzung des Pilotprojekts kommt, will der Runde Tisch nun erst einmal herausfinden, wie die Mehrheit der Stadtteilbewohner dazu steht. Klaus Persch, Bürgermeister des Bezirks III: „Sollte ein Großteil der Frohnhauser das Modell eher als störend, denn als positiv empfinden, werden wir es nicht umsetzen. Denn uns ist wichtig, dass wir für und nicht gegen die Bürger handeln.“
Darüber hinaus erhofft sich der Bezirksbürgermeister einen Domino-Effekt: „Es wäre doch klasse, wenn aufgrund des Projekts noch mehr Bewohner und Geschäftsinhaber regelmäßig die Bereiche vor ihren Häusern reinigen würden.
Bei einer Umfrage nun sollte herausgefunden werden, wie die Anwohner und ansässigen Einzelhändler zu diesem Thema stehen, wird denn vor allem ein Halteverbot für ein paar Stunden eingerichtet werden.

Anwohner schätzen Sauberkeit

Eine Anwohnerin der Berliner Straße sieht dem Projekt sehr entspannt entgegen. „Ich befürworte die Aktion. Wenn sich jemand um den Müll und die Verunreinigungen kümmert, ist das eine positive Sache. Vielleicht kann man dieses Vorhaben in Zukunft auch auf andere Straßen, wie die Mülheimer Straße ausweiten. Denn dort würde so etwas auch dringend gebraucht werden“, so die junge Frau.
Neben ihr sitzt eine weitere Dame. Auf die selbe Frage antwortet sie, dass auch für sie Kehrwochen sehr sinnvoll seien. Was das Halteverbot angeht, meint sie, dass das nicht so schlimm ist: „Wenn mal ein Unfall passiert, dann müssen sich die Autos auch einen andern Weg beziehungsweise einen anderen Platz zum Parken suchen. Und es wäre ja immer nur für drei Stunden. Das sollte nicht so störend sein.“
Skeptischer reagiert ein älterer Mann: „Die Aktion ist nicht schlecht, aber für mich wäre es viel sinnvoller, wenn man sich intensiver um die Parks kümmern würde. Da spielen Kinder und es gehen Leute spazieren. Ich glaube auch nicht, dass die gesäuberte Fläche lange vorhält. Dann werfen die Leute eben wieder neuen Müll auf die Straßen.“
Auch zu Wort gekommen ist ein Einzelhändler, denn durch das Halteverbot könnte einigen Kunden der Weg doch zu weit sein. „Sauber empfinde ich generell als gut und etwas zu pflegen ist immer eine gute Sache, auch wenn es nur die Straßen und die Rinnsteine sind. Kunden schätzen das, wenn sie einkaufen gehen. Das Halteverbot würde mich persönlich nicht stören. Solange der Verkehr weiter fließt, sehe ich kein großes Problem mit der Aktion“, so der Geschäftsinhaber.
Den Anschluss der Diskussion bildet ein junger Mann, der vor allem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen muss: „Ich empfinde das Vorhaben als sehr positiv. Endlich kümmert man sich um die Sauberkeit im Stadtteil. Das einzige Kriterium ist, dass Busse und die Bahn von dem Vorhaben unbeeinträchtigt bleiben. Damit muss ich nämlich um diese Uhrzeit zur Arbeit und ich kann mir vorstellen, dass es anderen Bürgern auch so geht.“
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