Aufgehebelt in 5 Sekunden

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Mit voller Manpower geht das Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz gegen das Verbrechen an: Kommissarleiter Lutz Müller, Kriminalhauptkommissare Heinz Stiefken-Badin und Frank Hollenbeck, Kriminalrat Colin B. Nierenz.
 
Auch die Altendorfer Kids interessieren sich für ein sicheres zu Hause.

Morgens mal eben kurz die Kinder zur Schule gebracht und in der Eile ein Fenster auf Kipp gelassen: "Ein Einbruch ist mit Eindringen und Verschwinden in 15 bis 20 Minuten erledigt", weiß Heinz Stiefken-Badin, Kriminalhauptkommissar der Kriminalprävention/Opferschutz.

Das ist eine verblüffend kurze Zeit, bedenkt man, dass die meisten Menschen mindestens 20 bis 30 Minuten für einen kurzen Einkauf beim fußläufigen Supermarkt benötigen.
Auf dem Altendorfer Wochenmarkt erklärten Frank Hollenbeck und Heinz Stiefken-Badin, Kriminalhauptkommissare der Kriminalprävention/Opferschutz, wie man sich vor solchen Einbrüchen optimal schützt. Einmal wöchentlich informieren und beraten die Hauptkommissare, zusammen mit Bezirksbeamten, auf verschieden Märkten in ganz Essen.

Ein Selbstversuch

Es dauert keine sechs Sekunden, da habe ich das unzureichend gut gesicherte Fenster mit dem Schraubenzieher aufgebrochen. Ohne Kraftaufwand und ohne Lärm.
Marktverkäufer René Wieck ist noch etwas schneller. Gewöhnlich sind René Wieck und ich nicht als ein Einbrecher unterwegs. Der Selbsttest zeigt: Eine angemessener Einbruchschutz ist wichtig. René und seine Frauen fühlen sich trotzdem sicher: "Wir haben einen Panzerriegel, einen Schäferhund und sehr aufmerksame Nachbarn."
"Rund 80 Prozent der Taten erfolgen übers Aushebeln von Türen und Fenstern", erklärt Heinz Stiefken-Badin. Weitere 18 Prozent zerstören punktuell das Glas zum Öffnen des Griffes. Lediglich 2 Prozent brechen über das komplette Glas ein. Des Weiteren erklärt er, dass zur Sommerzeit aufgrund fehlender sozialer Interaktionen, zu einem Großteil in Mehrfamilienhäusern eingebrochen wird. Im Herbst steigt die Einbruchsrate in Einfamilienhäusern: "Täter genießen den Schutz der Dunkelheit. Trotzdem passieren solche Verbrechen zu jeder Tageszeit."
Täter schauen sich die Geschichte des Hauses an. Anhand dessen bewerten sie die An- und Abwesenheit der Bewohner. Um dem entgegenzuwirken, sollte die Post regelmäßig geleert werden, die Rolladen täglich bewegt werden und mit Licht im Innen- und Außenbereich gearbeitet werden.
"Der Immobilie sollte immer die Chance gegeben werden, dass jemand zu Hause ist", so Heinz Stiefken-Badin.

Tipps und Tricks

Neu- und Umbauten an Türen und Fenstern erschweren den ungebetenen Gästen den Zutritt, müssen allerdings vorher mit dem Vermieter abgesprochen werden. So können zum Beispiel Querriegelschlösser bei fehlender Stabilität an Türen angebracht werden. Insbesondere bei älteren Menschen seien Sperriegel zu empfehlen. Auch Alarm- und Überfallmeldeanlagen können genutzt werden.
Letztes Jahr gab es allein in Essen und Mülheim rund 3.800 Taten, wobei 45 Prozent Versuchsanteil waren. Die Aufklärungsquote betrug rund 12 Prozent.
"Diese Zahlen sind zu hoch", bemängelt auch Heinz Stiefken-Badin. Colin B. Nierenz, Kriminalrat appelliert: "Wir sind auch auf die Bürger angewiesen, es liegt auch an Ihnen."
"Wichtig ist das, dass Sozialverhalten sich ändert. Sich in der Nachbarschaft füreinander zu interessieren und abzusprechen, macht es den Tätern schwerer", berichtet Frank Hollenbeck. "Wir sind daran interessiert, bei verdächtigen Beobachtungen angerufen zu werden."
Falls Sie dann doch von einem Einbrecher zu Hause überrascht werden: "Gehen Sie keine direkte Konfrontation ein. Bleiben Sie an Ihrer lokalen Stelle, rufen Sie die 110 und versperren Sie dem Einbrecher niemals den Weg", rät Heinz Stiefken-Badin. "Der Täter hat nur Interesse an der Gewalt an Gegenständen und will in der Regel gehen."

Info

Die Polizei informiert im Präsidium über erforderliche Maßnahmen, ohne Anmeldung: dienstags, mittwochs, donnerstags von 9 bis 15 Uhr und den ersten Samstag im Monat von 9 bis 14 Uhr.
Index der landesweiten Nachrüstungsfirmen auf der Polizeihompage: www.polizei.nrw.de/essen
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