Gelsenkirchen ist Fairtrade-Stadt

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TransFair e. V. zeichnet Gelsenkirchen für zwei Jahre aus

Das Thema Fair-Trade ist in Gelsenkirchen kein Neues. Bereits vor dreizehn Jahren hatte das aGEnda 21-Büro mit dem Projekt „Der Pott kocht fair“ die heute mit 32 teilnehmenden Städten erfolgreichste FAIR-Städte-Kaffee Kampagne in Deutschland auf den Weg gebracht. Da lag die Bewerbung als Fairtrade-Stadt natürlich auf der Hand.

Am 20. Juni ist die Stadt Gelsenkirchen im Kulturraum „die flora“ als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet worden. Der Titel wird vom Verein TransFair e.V. im Rahmen der Kampagne Fairtrade-Towns für zwei Jahre verliehen. Damit ist Gelsenkirchen offiziell eine von mittlerweile 150 Fairtrade-Städten in Deutschland.
Oberbürgermeister Frank Baranowski: „Diese Auszeichnung, daran gibt es keinen Zweifel, wäre nicht zustande gekommen ohne das beharrliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger, vor allem auch derjenigen, die sich in der Steuerungsgruppe Fairtrade zusammengefunden haben, ohne das Engagement von Schulen, Kirchen und Vereinen! Ihnen allen möchte ich deshalb danken – wie auch den Betrieben und Geschäften, die mit ihrer Teilnahme am fairen Handel ein deutliches Zeichen setzen!“
"Fairtrade" – das heißt fairer Handel. Dabei geht es um gerechte Löhne für Arbeiterinnen und Arbeiter in Asien, Afrika und Lateinamerika. Händler, Gastronomen und Kunden können mit dem Kauf von Fairtrade-Produkten soziale Verantwortung übernehmen. Und dafür setzt sich die Stadt Gelsenkirchen ein.
Um Fairtrade-Stadt werden zu können, musste Gelsenkirchen fünf Kriterien erfüllen. Dazu zählten der Ratsbeschluss, als Stadt den Titel „ Fairtrade-Stadt“ anzustreben, die Gründung einer lokalen Steuerungsgruppe, der Verkauf von fair gehandelten Produkten in 36 Geschäften und 18 Cafés bzw. Restaurants, das Anbieten von Fairen Produkten in öffentlichen Einrichtungen und zuletzt, dass die Medien über den Weg zur Fairtrade-Stadt berichten. All das ist nun gelungen.
Der Grundstein wurde 2011 mit dem Ratsbeschluss gelegt. Kurz darauf folgte die Gründung der Steuerungsgruppe. Auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt hat die Gruppe aus ehrenamtlich arbeitenden Vertretern von Kirche und Schule, Politik, Verbraucherzentrale und aGEnda21 schon einiges auf die Beine gestellt. Neben Informationsveranstaltungen und Fortbildungen zum Thema Fairtrade in Schulen, Vereinen und Politik, haben sie zum Beispiel das "Open-(f)air-Frühstück" und den "Open-(f)air-Cocktailabend" organisiert. Da wurde natürlich auch die Presse aufmerksam.
Aufgabe der Steuerungsgruppe, die von den Sozialwissenschaftlerinnen Kira Fink und Anna Janßen geleitet wird, war außerdem die Aufstellung der fair handelnden Einzelhandelsgeschäfte und Cafés und Restaurants. Zu den insgesamt 52 teilnehmenden Geschäften gehören Eine-Weltläden, Biomärkte, Blumengeschäfte, bekannte Ketten und Discounter. Und auch 19 gastronomische Betriebe konnten von dem Verkauf mindestens zweier fairer Produkte überzeugt werden. Damit war auch dieses Kriterium mehr als erfüllt.
Rund zwei Jahre hat das Erfüllen der Kriterien nun gedauert. Viel Herzblut von Engagierten floss in dieses Projekt, das für die soziale Gerechtigkeit auf der ganzen Welt kämpft.
„Der Einsatz für gerechte Löhne hier bei uns sowie der Einsatz für faire Preise für Produkte wie Kleidung, Kaffee, Kakao oder Früchte wie Ananas gehören zusammen“, so Oberbürgermeister Frank Baraonwski. „Wir wollen nicht die Nutznießer von unfairem Handel sein. Die einen bleiben arm und ohne Perspektive, damit diejenigen, die bei uns jeden Cent dreimal umdrehen müssen, entsprechende Angebote vorfinden – das kann nicht unsere Vorstellung von Globalisierung und internationaler Arbeitsteilung sein!“
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