Musiktheater im Revier: Annika Firley hat Gänsehaut in der "Linie 1"

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Annika geleitet die Herren, die in diesem Fall Damen spielen, in die Linie 1 (v.l.): Joachim G. Maaß, Benjamin Oeser, Dirk Weiler und Edward Lee. Fotos: Gerd Kaemper
 
Annika Firley baute in Marl ihr Abitur, jetzt steht sie auf der Bühne der Nachbarstadt. Foto: Gerd Kaemper
Gelsenkirchen: Musiktheater im Revier |

Als Musical-Darstellerin Annika Firley vom Musiktheater im Revier die Anfrage für "Linie 1" bekam, dachte sie: "Das kenne ich, das mache ich!" Als Fünftklässlerin hatte sie einst in ihrem Gymnasium in Marl bei genau diesem Stück schon einmal mitgewirkt...

"Ich erinnere mich gar nicht genau, was ich da gemacht habe, aber auf jeden Fall mitgesungen", schmunzelt sie heute und freut sich auf den rasanten Trip, den Regisseur Carsten Kirchmeier inszeniert. "Es ist wie einmal tief einatmen, es ist ein rasantes Stück, man rast durch den Abend", verspricht sie.

"Es ist einrasantes Stück."

Schon als kleines Mädchen sagte Annika Firley: "Ich will Musical-Darstellerin werden und barfuß über Kopfsteinpflaster laufen." Letzteres hatte sie als Studentin der Folkwang Universität der Künste in Essen vor der Haustür... "Ja, da habe ich das natürlich auch gemacht", verrät sie. "Aber wie man mit Konkurrenz und Kritik umgeht, das musste ich erst lernen, das war härter als erträumt." Eine ihrer Traumrollen, die Elphaba aus dem Musical "Wicked", singt sie bisher nur unter der Dusche. Elphaba? Sieht Annika Firley nicht viel mehr aus wie Glinda? "Das befürchte ich auch!", lacht sie.
Inzwischen kennt man die gebürtige Marlerin, die heute in Köln lebt, von den Bühnen der Region, in Gelsenkirchen sah man sie zuletzt in der Rocky Horror Show. In "Linie 1" schlüpft sie - so wie beinahe alle Kollegen - in die verschiedensten Rollen. "Das macht unter anderem den Spaß aus. Und dass das Stück aus den 80ern so aktuell ist: Es trifft politisch, was aktuell Thema ist, aber auf extrem unterhaltsame Weise."
Nach Gelsenkirchen ist Annika Firley gern zurückgekehrt. "Es ist ein wunderschönes Haus und die Arbeitsatmosphäre ist so nett." Ist es nicht komisch, als Musical-Darstellerin mit gestandenen Opernsängern zusammen auf der Bühne zu sein? "Ganz ehrlich: Ich merke den Unterschied gar nicht. Es ist so eine homogene Truppe, das verbindet sich alles wunderbar."

Wahl-Kölnerin mit Koffer in Berlin

Und weil die zweite Heimat der Wahl-Kölnerin Berlin ist, wo sie nebenberuflich Musiktherapie studiert, um ein zweites Standbein zu haben, und einmal pro Monat für ein paar Tage ist, passt die "Linie 1", die durch Berlin rast, für sie wirklich perfekt. "Ich hatte bei den ersten Songs so Gänsehaut", grinst sie und schwärmt von der tollen Musik der Show, die am Samstag, 11. März, 19.30 Uhr, im Gelsenkirchener Musiktheater im Revier am Kennedyplatz Premiere feiert.


Das Musical:
* Mit einer Tasche voller Träume besteigt ein Mädchen aus der Provinz auf der Suche nach ihrem Märchenprinzen die Linie 1 in Richtung Berlin-Kreuzberg. Doch der Rockstar, der ihr die Liebe versprach, nannte ihr eine erfundene Adresse. Bambi verspricht ihr, den Rockstar für sie zu finden.
* So steigt sie wieder ein in die Linie 1: Das U-Bahnnetz von Berlin, ein Biotop, durch dessen labyrinthisches Geäst die Fahrzeuge der Verkehrsbetriebe Tag für Tag Menschen unterschiedlichster sozialer Schichten und Nationalitäten befördern. Für die Dauer einer Fahrt teilen sie ihre Sehnsüchte, Ängste und Träume, ihren Rassismus, ihre Verzweiflung, ihre Liebe miteinander: Büroangestellte, Junkies, Rentner, Tagträumer, Alkoholiker, Schulschwänzerinnen, Hausfrauen, Heimatlose, Fahrkartenkontrolleure, Rastafaris, Skinheads. Ihnen allen begegnet das namenlose Mädchen auf seiner Reise durch die Katakomben der Metropole.

Die Termine:

* Die "Linie 1" im Musiktheater im Revier: 16., 24. und 25. März, 6., 15., 17., 22. und 30. April, 6. und 26. Mai, 11., 15., 16., und 23. Juni sowie am 7. Juli.
* Karten gibt es im Musiktheater unter Telefon 0209/4097200.
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