Wiederaufnahme von "Schwanensee": Der Ballett-Klassiker

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Bei der Premiere 2013 schlüpfte Kusha Alexi in die Rolle der Odette, bei der Wiederaufnahme tanzt Bridget Breiner die legendäre Rolle im „Ballett aller Ballette“. Foto: Sebastien Galtier/MiR
Gelsenkirchen: Musiktheater im Revier |

Schwanensee á la Bridget Breiner können Ballett-Freunde ab Mittwoch, 23. Dezember, im Musiktheater im Revier (MiR) erleben. Die Wiederaufnahme präsentiert den Ballett-Klassiker schlechthin mit der Handschrift der mehrfach ausgezeichneten Ballett-Direktorin des MiR, die auch die Hauptrolle tanzt.

2013 feierte die Breinersche Schwanensee-Fassung Premiere. Zwei Jahre Zeit an der eigenen Version zu arbeiten? „Das ist ganz sicher so“, erklärt MiR-Ballett-Manager Florian König. „Erstens kann man an den Dingen, mit denen man noch nicht absolut glücklich war, etwas ändern, aber zweitens hat sich unser Ensemble auch komplett verändert.“ Es sei in der Qualität nochmal besser geworden. „Und auch das findet Niederschlag in der Wiederaufnahme“, weiß der Manager, der zur Wiederholungstat rät. „Wer es schon gesehen hat, sollte trotzdem nochmal kommen, es lohnt sich.“
Eigentlich hatte Florian König, der das Geigenspiel beherrscht, Musik studiert. „Deshalb rede ich auch so gern über Schwanensee“, schmunzelt der sympathische 26-Jährige. „Tschaikowski hat mit dieser Partitur nicht nur eine perfekte Ballett-Vorlage geschaffen, sondern auch geniale Musik.“ Und das, obwohl er sozusagen passend für Tänzer komponierte. „Eigentlich kennt jeder heute mindestens eine Melodie aus Schwanensee“, ist König sicher. „Das liegt natürlich auch an Dingen wie Werbung...“ Außerdem meint der Manager, der seine Liebe zum Ballett ausgerechnet in Dortmund entdeckte, dass „Schwanensee“ das perfekte Stück für Ballett-Einsteiger ist.
Erzählt wird grundsätzlich die Geschichte des schönen Schwans Odette - eine verzauberte Prinzessin -, der aus Liebe zum Prinzen Siegfried der Schwanenwelt entflieht, um in der Menschenwelt seinen Weg an der Seite des Geliebten zu machen. Doch da ist der böse Zauberer Rotbart vor, der die schöne Odile, die genauso aussieht wie Odette, aber durch und durch böse ist, auf den Prinzen ansetzt, der prompt auf den bösen Trick hereinfällt. Wie die Geschichte weitergeht, kommt immer auf die Inszenierung an, zum Happy-End kommt es selten, aber manchmal eben doch...
„Als Bridget Breiner und ich das erste Mal über Schwanensee, das eigentlich mindestens 24 Tänzer braucht - unsere Kompanie hat 14 - nachgedacht haben, war uns schnell klar, dass wir einen radikalen Schnitt machen müssen“, erinnert sich Florian König. „Wir haben einen Schwan: Odette.“ Dieser solle sich zunächst in der Tierwelt, die nichts mit dem Menschsein zu tun hat, bewegen. „Die Mär von der verzauberten Prinzessin ließen wir von Anfang an weg.“ Die Gefühle, die Odette für den Prinzen entwickelt, sind ihre erste menschliche Regung. „Es werden also zwei Welten gezeigt: Die von Regeln geprägte Menschenwelt und die freie Tierwelt.“
So ist es auch mit den drei Schatten, die Odette in der Tierwelt begleiten, sie beinahe schweben lassen: Diese drei Tänzer sind in der Menschenwelt die Barone der Königin,die auch durch ihre Bewegungen zeigen, wie eingeschränkt ihr Leben dort ist.
„Außerdem entschieden wir, den Zauberer und Odile brauchen wir nicht“, so Florian König. „Unsere Odile ist die Nebenbuhlerin, die von der Mutter ausgesuchte Verlobte, für die sich der Prinz entscheidet.“ Betrogen bleibt Odette zurück und versucht, zurück in die Schwanenwelt zu fliehen. Ob ihr das gelingen wird?
Alles darf man auch vor einer Wiederaufnahme eines Stückes nicht verraten, aber es bleiben natürlich noch Fragen nach typischen Merkmalen von Schwanensee: Alle kennen den „Tanz der vier kleinen Schwäne“, gibt es den? „Oh ja, es stecken sehr viele der klassischen Elemente in der Breinerschen Adaption“, versichert der Ballett-Manager. Auch die berühmten Pirouetten, Ballett-Kenner sagen Fouettés, sind zu sehen. „Sicher. Und in unserer Version müssen alle die tanzen, sonst ist es nur Odette“, grinst König, der nicht verrät, ob sich die Kompanie darüber freut.
Begeistert ist sie sicher von den Kostümen: „Sie sind wahnsinnig schön und wirklich fürs Auge gemacht“, schwärmt König.
Aber nochmal zurück zur Musik, über die Florian König sagt, sie sei so außergewöhnlich. „Gern, man glaubt nämlich kaum, wie oft ein Ballett-Manager in die Partitur guckt. In diesem Fall noch häufiger, weil Bridget Breiner sich eine andere Reihenfolge gewünscht hat - und dann muss man natürlich sehen, ob das überhaupt geht.“ Außerdem hat sie drei lyrische Romanzen, die von Noriko Ogawa-Yatake gesungen werden, hinzugefügt. „Genau, die kommen an den Stellen, wenn die Zeit für Odette still zu stehen scheint, weil sie sich gerade verliebt oder eben betrogen fühlt“, erklärt König. „Durch diese stilleren Momente - nur mit Stimme und Klavier -, wirken die großen Orchesterstücke noch beeindruckender.“ Die lyrischen Romanzen hat auch Tschaikowski komponiert und sie werden in russischer Sprache gesungen. „Denn dafür waren sie ja gedacht.“
Bridget Breiner tanzt bei der Wiederaufnahme die Odette, ab März wird zusätzlich Rita Duclos in die Rolle des weißen Schwans schlüpfen. Der Prinz wird von José Urrutia zum Leben erweckt und die Schatten/Barone sind Junior Demitre, Valentin Juteau und Ledian Soto.

Die Wiederaufnahme-Premiere findet am Mittwoch, 23. Dezember, 19.30 Uhr statt. Weitere Aufführung gibt es am 25. Dezember, 19.30 Uhr; 31. Dezember, 19 Uhr; 17. Januar, 18 Uhr; 11. und 26. März, 19.30 Uhr sowie am 6. und 7. Mai, 19.30 Uhr. Für alle Vorstellungen gibt es noch Karten unter Telefon 4097200.
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