Gelsenkirchen - da geht was - Ankündigung des Landes NRW sorgt für Vorfreude in Gelsenkirchen

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Dieter Heisig ist ein Kümmerer, wenn es um die sozialen Themen in Gelsenkirchen geht. Und lässt einfach nicht locker mit seinen Bemühungen in Sachen Gelsenkirchener Appell. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: Gelsenkirchen |

Gelsenkirchens Industrie- und Sozialpfarrer Dieter Heisig ist sich der Tatsache bewusst, dass er und der Gelsenkirchener Appell, mit dem er eng verbunden ist als Ideengeber, beim ein oder anderen Gesprächspartner schon gefürchtet ist. Umso erfreuter ist Heisig, dass sich jetzt endlich etwas tut in Sachen Sozialer Arbeitsmarkt und hofft, dass es bald heißen wird: „Gelsenkirchen - da geht was“.



Pfarrer Dieter Heisig entwickelte im Jahr 2012 gemeinsam mit dem ehemaligen Gelsenkirchener Kulturdezernenten Peter Rose, Paul Baumann, früher im Referat Kultur tätig, und dem ehemaligen Rechtsanwalt und Ratsherrn Klaus Brandt die Idee des Gelsenkirchener Appells. Heisig und seine Mitstreiter werden seitdem nicht mehr müde, ihr Projekt in Erinnerung und aktiv zu halten.
Dieter Heisig appelliert nun: „Land in Sicht. Ein Ziel rückt in erreichbare Nähe. Nicht sämtliche, aber fast alle Forderungen des Gelsenkirchener Appells können umgesetzt werden. Deshalb heißt es jetzt für alle: anpacken, damit unser Vorhaben nicht wieder in einer `klassischen Maßnahme´ endet. Dazu gehört vor allem auch, dass es wirklich unser gemeinsames Gelsenkirchener Projekt wird. Alle Bürger werden gebraucht.

Ärmel hochgekrempelt und gemeinsam ran

Natürlich: für die operative Ebene benötigen wir die Akteure mit entsprechender Erfahrung. Aber damit aus dem Appell wirklich ein Modell wird, müssen jetzt alle ran. Denn eine anständig bezahlte, versicherungspflichtige Arbeit, die von bisher erwerbslosen Menschen geleistet wird und die durch ihre Sinnhaftigkeit allen Menschen in der Stadt zu Gute kommt – ein so ambitioniertes Ziel ist nur gemeinsam zu erreichen.

Vom Appell zum gelungenen Modell

Und so appelliere ich an
- die Parteien: gebt nicht der Versuchung nach, gerade in Wahlkampfzeiten, Euch auf Kosten des Projektes zu profilieren
- die Wohlfahrtsverbände: begebt Euch auch hier in echte Kooperation, denn ein Verband alleine kann damit nicht nachhaltig profitieren
- die Religionsgemeinschaften: Wort und Tat gehören zusammen. Hier wäre der Beweis anzutreten
- die Tarifparteien: haltet uns in Gelsenkirchen den Rücken frei und stellt Eure Interessen immer in Relation zur Interessenlage der Menschen, um die es uns geht
- die lokale Wirtschaft: begreift die Chance zur Verbesserung der weichen Standortfaktoren, wenn unser Projekt Erfolg hat
- und last but not least an die erwerbslosen Menschen selbst: stärkt Euch gegenseitig in der Einsicht, dass sich hier zum ersten Mal eine faire Chance zeigt. Und bitte: widersetzt Euch der Versuchung, sofort wieder alles schwarz zu malen oder kaputt zu reden.
Kurz: um vom Appell zum Modell zu gelangen braucht es die gesamte Stadtgesellschaft. Aber wäre es denn nicht auch eine verlockende Aussicht, wenn Gelsenkirchen nicht mehr nur ständig im Zusammenhang mit Negativmeldungen genannt würde, sondern wenn allen klar ist: Gelsenkirchen, das sind doch die, die Probleme gemeinsam lösen können, die ihre Kräfte bündeln können und die so die vermeintlich verstaubte Tradition von Solidarität wieder mit neuem Leben erfüllen. Was die Menschen unserer Region früher leben konnten – das geht auch heute.
Ich gestehe gerne: seit meinem ersten Appellieren vor Jahren im provisorischen Ratssaal der Gafög ließ mein Optimismus in dieser Sache etliche Male schon nach. Und im Laufe der Zeit wurden manchmal die Gesichter derer genervt, die ahnten: jetzt kommt der Heisig immer noch oder schon wieder mit seinem Appell.
Deshalb gilt mein Dank heute allen Mitstreitenden, denen ebenfalls nicht die Puste ausgegangen ist und natürlich denen, die bereit sind, durch die Unterstützung des Projektes dafür zu sorgen, dass es heißt: „Gelsenkirchen – da geht was“.
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