Unterstützung der Initiative „Sanktionsfrei“

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In den letzten Tagen startete die Initiative“Sanktionsfrei” im Netz ihre Arbeit. Mit einem Crowdfunding wird angestrebt, den Sanktionen im SGB Einhalt zu gebieten, sofern möglich. Nur 5% der Betroffenen legen bei Sanktionen Widerspruch ein, die Angst siegt. Ich unterstütze diese Initiative und habe mir auch Gedanken gemacht, wie ich das tun kann. Denn nicht nur Geld ist wichtig, auch das Bekanntmachen dieser Idee. Erst kürzlich haben sich Vorstände von SAP und der Telekom positiv zum Bedingungslosen Grundeinkommen geäußert. Aus diesem Grund habe ich sie, und auch Herrn Götz Werner (dm), der sich seit Jahren für ein Bedingungsloses Grundeinkommen stark macht, angeschrieben. Vielleicht helfen sie, die Initiative weiter bekannt zu machen oder vielleicht sogar mit einer Spende zu unterstützen. Man kann es ja mal versuchen.

Meine Zeilen:

Sehr geehrter Herr Höttges,
sehr geehrter Herr Leukert,
sehr geehrter Herr Werner,


aus den Medien erfuhr ich von Ihrer Haltung zum Bedingungslosen Grundeinkommen. Herr Götz Werner ist mir zu diesem Thema bereits seit einigen Jahren bekannt. Umso erfreuter bin ich, von Ihnen, Herr Höttges und Herr Leukert, zu lesen, dass auch Sie dem Thema zugewandt sind. Auch mich treibt die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens an und bin seit einigen Jahren aktiv, über das Thema zu kommunizieren. Sei es durch Veranstaltungen mit Initiativen, Kooperationen oder als Bloggerin.

Auch mit Inge Hannemann haben wir bereits mit unserer Initiative „Stellen anzeigen“ eine Veranstaltung machen dürfen. Unser Schwerpunkt ist die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Inge Hannemann haben wir auch mit ihrer Petition im Bundestag zur Abschaffung der Sanktionen mit dem Sammeln von Unterschriften unterstützt. Und mit 96.000 Unterschriften wurde diese Petition behandelt – und abgelehnt.

Was hat die Abschaffung der Sanktionen mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen zu tun? Meine grundsätzliche Haltung ist, dass das BGE ein Grundrecht ist und vom Thema Arbeit abgekoppelt gehört. Nicht jeder hat die Möglichkeit der Selbstversorgung und benötigt Geld, um existieren zu können. Dazu kommt, dass nicht mehr für alle Menschen bezahlte Arbeit zur Existenzsicherung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Wie Sie schon in ihren Interviews jeweils berichten, hat sich die Arbeitswelt verändert, Technologie verdrängt die Erwerbstätigkeit. Ebenso verdeutlichen Sie, dass die Menschen versorgt sein müssen, um den sozialen Frieden zu wahren.

Dem gegenüber steht nun das ALG II mit all seinen menschenunwürdigen Mechanismen. Menschen, die einfach nicht mehr einer Erwerbstätigkeit nachgehen können, werden unter Druck gesetzt, sich dennoch eine Beschäftigung zu suchen. Ungeachtet dessen bezieht sich mein persönliches Menschenbild jedoch darauf, dass jeder Mensch was tun möchte und tun kann. Wenn nicht in der Erwerbsarbeit, dann gesellschaftlich. Dazu muss der Druck verschwinden. Menschen, die aus Angst, was falsch zu machen, weil sie sich einfach auf einen Weg ihrer Eignung und Neigung zu begeben, werden kaum den Mut aufbringen, aufzustehen. Die Ängste sind zu groß.

Wollen wir ein Bedingungsloses Grundeinkommen, brauchen wir auch eine emanzipierte Gesellschaft. Wie soll eine Gesellschaft sich emanzipieren und ihre eigenen Talente finden und ihnen nachgehen, wenn diese durch Druck und Angst verdrängt und im Keim erstickt werden? Aus diesem Grund ist es wichtig, diesen Sanktionen im SGB etwas entgegenzusetzen.

Das hat sich nun eine Initiative von der Plattform „Mein Grundeinkommen“ bis hin zu Inge Hannemann zu Herzen genommen und ein Konzept erarbeitet, wie man sowohl präventiv als auch finanziell unterstützend bei Sanktionen helfen kann. In einem Crowdfunding wird nun um Unterstützung gebeten, um diese Initiative “Sanktionsfrei” auf sichere Füße zu stellen. In diesem Projekt heißt es:

“Wir wollen, dass gegen jede Sanktion, die von einem Jobcenter verhängt wird, rechtlich vorgegangen wird. Dies tun wir auf drei Wegen: Durch Sanktionsvermeidung, Sanktionsabwehr und durch Überbrückungsdarlehen für sanktionierte Personen aus einem Solidarfonds.“

Mehr Informationen erhalten Sie hier:

Warum wende ich mich an Sie?

Diese Initiative braucht auch Ihre Unterstützung. Wollen wir eine emanzipierte Gesellschaft, die sich frei mit dem Thema „was will und kann ich tun“ befassen will, müssen wir weg von der Angst und dem Druck. Wollen wir ein Bedingungsloses Grundeinkommen, brauchen wir eine emanzipierte Gesellschaft. Um diesem Drucksystem zu entgehen, müssen wir frei von Sanktionen werden. Mündige Bürger gehören nicht bestraft, sondern unterstützt. Bereits im Interview in der „Zeit“ mit Herrn Höttges heißt es: „In der ZEIT fordert Höttges ein Grundeinkommen, finanziert durch Gewinne der Internetkonzerne.“ Herr Werner erwähnt in seinen Vorträgen die Maschinensteuer. Ja, Konzerne können auch jetzt schon dazu beitragen, eine Finanzierung in Richtung Grundeinkommen, das zunächst leider noch nicht bedingungslos ist, durch Spenden unterstützen.

Vielleicht finden Sie die Idee von „Sanktionsfrei“ so gut, dass Sie sie mit einer Spende im Crowdfunding stärken möchten. Die Fundingschwelle liegt bei 75.000 Euro, das Ziel liegt bei 150.000 Euro. Bisher sind bereits fast 30.000 Euro eingegangen (Stand 21.2.16). Das Projekt scheint auf Zustimmung zu stoßen. Auch im Netz wird vermehrt darüber diskutiert und berichtet. Bei Facebook wird geteilt und kommentiert.

Es würde mich als Mensch, der sich seit der Verabschiedung der Hartz-IV-Gesetze aktiv gegen dieses System stellt, sehr freuen, wenn Sie sich mit einer Spende beteiligen würden. Es ist eine Chance, eine Notbremse zu ziehen und durch Kreativität der Regierung zu zeigen, dass wir keine unmündigen Menschen sind, sondern eine Gesellschaft, die was kann und auch was tun will. Helfen Sie mit, uns von Betonfüßen zu befreien!

Ich bedanke mich bei Ihnen, dass Sie meine Zeilen zur Kenntnis nehmen und möchte diese auch gerne öffentlich behandeln.

Bei Rückfragen stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
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