Hojbergs kurioser 100-Sekunden-Auftritt

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Pierre-Emile Hojbjerg (2.v.l.) hatte von allen Derby-Spielern die meisten Ballaktionen. Wohin führt der Weg des 20-Jährigen nach der Saison? Derzeit ist der zentrale Mittelfeldspieler nur vom FC Bayern München ausgeliehen. Eine Kaufoption hat der S04 nicht. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: Veltins-Arena |

Pierre-Emile Hojbjerg hatte mit 76 Ballaktionen die meisten aller Spieler im Derby. Der dänische Nationalspieler vertrat den verletzten Leon Goretzka. Nächste Woche geht es für ihn und seine Kollegen dorthin, von wo der 20-Jährige derzeit ausgeliehen ist.

Für ein Jahr hat der FC Bayern München Pierre-Emile Hojbjerg an den S04 ausgeliehen. Im vergangenen Sommer gab es zwischen Schalke und Leverkusen ein Tauziehen um den zentralen Mittelfeldspieler. Nachdem Leverkusen praktisch schon die Zusage hatte, schnappten die Königsblauen das Talent der Bayer-Elf noch vor der Nase weg. Noch ehe die Saison richtig angefangen hatte, hoffte Schalke-Manager Horst Heldt, das Talent längerfristig halten zu können, obwohl der FC Bayern partout keine Kaufoption mit aushandeln wollte. „Wir haben ja jetzt eine Saison lang Zeit, Pierre von Schalke zu überzeugen“, sagte Heldt damals schmunzelnd.

Nur zehn Pflichtspiele über 90 Minuten

Seitdem ist viel Zeit vergangen und Hojbjerg dürfte alles andere als zufrieden sein. In der Liga stehen 19 Einsätze zu Buche, allerdings nur sieben davon über die volle Distanz. In der Europa League kam der Däne sechsmal zum Einsatz und spielte hier dreimal über 90 Minuten. In den beiden DFB Pokal-Spielen stehen insgesamt nur 58 Minuten Einsatzzeit in seiner Schalke-Vita. Wie es im Sommer mit ihm weitergeht, ist unklar. Nicht unbedingt wegen der aufgeführten Einsatzzeiten, sondern vielmehr wegen des Wechsels auf der Manager-Position. Will Christian Heidel den Mittelfeldspieler überhaupt vom FC Bayern kaufen?

„Wir sind Schalke. Wir können auch gut Fußball spielen!“

Fakt ist, dass der Spieler noch sehr jung ist. Kein Wunder also, dass er das 148. Pflichtspiel-Derby des S04, das er 90 Minuten lang miterlebt, als „sehr emotional, großartig, es hat Spaß gemacht“ bezeichnete. „Wir haben gute Moral gezeigt und sind zweimal gut zurückgekommen.“ Wie reif Hojbjerg ist, zeigte aber auch sein Auftritt nach dem Spiel vor den Journalisten. „Dortmund ist eine sehr gute Mannschaft, davor muss man Respekt haben. Aber das sind wir auch. Wir sind Schalke 04 und können auch Fußball spielen.“

„Mit Freude. Mit Galligkeit. Mit Disziplin. Mit Konzentration.“

Es war Hojbjergs Antwort auf die erste Frage der Journalisten. Es folgten noch zwei weitere. Die zweite lautete, wie er es gesehen hat, dass der BVB acht Stammspieler schonte und nur mit einer B-Elf antreten sei. „Dortmund ist Dortmund. So wie Schalke 04 Schalke 04 ist. Heute haben wir einen guten Kampf gezeigt und das 2:2 ist verdient. Dortmund hat zwar viel Druck gemacht, aber wir haben gute Konter gesetzt und Moral gezeigt. So müssen wir jedes Spiel angehen. Mit Freude. Mit Galligkeit. Mit Disziplin. Mit Konzentration.“

Die dritte Frage bezog sich auf die letzte Situation des Spiels, in der Max Meyer sogar noch das 3:2 hätte erzielen können. „Ich habe nach dem Spiel gehört, dass der Schiedsrichter schon angezeigt hatte, dass die Flanke wohl im Aus war. Aber das wäre natürlich ein tolles Szenario gewesen.“ Während die Journalisten sich schon auf die nächste Frage einstellten, zog Hojbjerg allerdings ein überraschendes Ende. „Nächstes Wochenende geht es weiter. Dankeschön“, sagte der 20-Jährige und verschwand eigenhändig und nach ziemlich exakt 100 Sekunden in der Mixed-Zone.
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