Kommentar: Reputation fast wieder hergestellt

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Der Mannschaft des FC Schalke 04 gilt es, ein großes Dankeschön auszusprechen. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: FC Schalke 04 |

Ja, Schalke ist zum dritten Mal nacheinander im Achtelfinale der Champions League gescheitert. Aber der bittere 4:3-Sieg hat international für Aufsehen gesorgt. Ausnahmsweise mal in positiver Hinsicht. Ein Kommentar.

An dieser Stelle gilt es erst einmal Respekt zu zollen. Schalke bekommt oft genug auf die Fresse. Und wenn selbst einige Freunde, die Dortmund-Fans sind und seit Wochen nicht damit aufhören, den Finger in der Wunde zu pulen, dir schreiben und sagen, dass es ein phänomenales Spiel war und man dem S04 ein Weiterkommen gewünscht hätte, dann sollte man das auch auskosten und genießen.

Lieber Timon Wellenreuther, Tranquillo Barnetta, Benedikt Höwedes, Joel Matip, Matija Nastasic, Christian Fuchs, Marco Höger, Roman Neustädter, Max Meyer, Eric Maxim Choupo-Moting, Klaas-Jan Huntelaar, Leroy Sané, Leon Goretzka und Atsuto Uchida: Vielen Dank für einen berauschenden Fußball-Abend. Ihr geht in die Geschichte ein und seid die neuen Eurofighter! So viel Zeit muss sein.

Und nicht nur das. Das 1:6 gegen Real vor einem Jahr und das 0:3 vor zwei Wochen im Derby werden natürlich auch nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Ebenso wenig wird aber die königliche Leistung und das 4:3 schnell vergessen werden. Schalke war vor einem Jahr ein Schandfleck für den deutschen Fußball. Gestern hat der S04 das genaue Gegenteil bewiesen. Es war nicht irgendein Gegner. Ja, vielleicht fehlte Real etwas die richtige Einstellung. Ja, vielleicht ist Real Madrid nicht in der Form, die sie Ende letzten Jahres zu 22 Pflichtspielsiegen in Folge trug.

Aber Real kassierte in einer K.o.-Phase zu Hause noch nie drei, geschweige denn vier Gegentreffer. Im Gegenteil: So viele kassierte man in den letzten elf Champions League-Spielen zusammen. Schalke hat gewaltig etwas für seine Reputation getan. Für die so oft geschundene Schalker Seele. Es ist nicht alles vergessen, was beim 1:6 und 0:3 vergeigt wurde. Aber der 4:3-Sieg hilft ungemein dabei, es besser verarbeiten zu können. Nur eines treibt uns allen noch weiterhin ein Fragezeichen auf die Stirn: Wie kann man binnen weniger Wochen zwei so unterschiedliche Gesichter zeigen?
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