10 Jahre Ehrenamtsagentur: "GE ist vorbildlich"

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Die Opera School von Komponistin Chris Seidler sorgte für den musikalischen Beitrag der Geburtstagsfeier und wurde mit tosendem Applaus für die ihre großartige Darbietung mit Tanz und Gesang belohnt. Foto: Gerd Kaemper
 
Das Publikum war bunt durchmischt von Unterstützern der Arbeit der Ehrenamtsagentur wie auch von vielen ehrenamtlich tätigen Bürgern. Foto: Gerd Kaemper
Gelsenkirchen: stadt.bau.raum |

Anlässlich des fünften Geburtstages der Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen schenkte Carina Wrona als Neu-Gelsenkirchenerin und begeisterte Ehrenamtlerin der Ehrenamtsagentur die Moderation zu deren Geburtstagsfeier. Beim zehnten Geburtstag begrüßte Carina Wrona die Gäste als Vorsitzende der Gelsenkirchener Ehrenamtsagentur und demonstrierte damit, dass ihre Begeisterung fünf Jahre später noch immer anhält.

"Und alle, alle kamen..."

Damals wie heute ist Carina Wrona keine Frau, die gern vor einem großen Publikum spricht. Doch sie meisterte ihre Aufgabe wieder mit viel Engagement und Herzblut.
So erzählte sie den Gästen die Helme Heine-Geschichte über das Schwein Schwarte: „Na warte, sagte Schwarte“. Darin geht es darum, dass das Schwein Schwarte heiraten und er und seine Braut sich Gäste einladen möchten. Per Rauchzeichen schicken sie die Einladung auf den Weg, die da lautet: Morgen...Hochzeit...Schwarte. Die Einladung macht die Runde auf den Bauernhöfen und so heißt es: „...und alle, alle kamen...“ und genau so fühlte sich Carina Wrona beim Blick in die Runde der vielen, vielen Gäste, die mit ihr und den hauptamtlichen Mitarbeitern der Ehrenamtsagentur feiern wollten.
Die Vorsitzende stellte fest, dass ohne die anwesenden Gäste zehn Jahre Ehrenamtsagentur nicht möglich gewesen wären und sprach von einem warmen Gefühl im Bauch angesichts der Gäste. Dabei war die Gründung der Ehrenamtsagentur vor allem dem Engagement der vielen Volunteers geschuldet, die zur Fußball-Weltmeisterschaft in Gelsenkirchen ehrenamtlich die vielen auswärtigen Gäste durch die Stadt, das Stadion und mehr führten. Daraus entstand bei den Gründungsvätern die Idee, eine solche Agentur ins Leben zu rufen.

Oberbürgermeister Frank Baranowski erinnert sich an die Anfänge

Stellvertretend für seine damaligen Mitstreiter übermittelte Oberbürgermeister Frank Baranowski die Grußworte: „Mich hat es schon immer tief beeindruckt, wie sich Menschen für andere Menschen einsetzen, wie sie ihre Kraft und ihre Zeit einbringen. Die Frage, wie man die Kräfte bündeln kann, wie ehrenamtliches Engagement zu fördern und zu unterstützen ist, wurde vor gut einem Jahrzehnt in gleich mehreren Ruhrgebietsstädten diskutiert.“
Mülheim war damals Vorreiter in dieser Sache und der OB führte aus: „Aber warum soll man nicht von guten Beispielen lernen? So wurde das Zentrum für bürgerschaftliches Engagement in Mülheim quasi zur Blaupause für unsere Planungen in Gelsenkirchen. So etwas wie in Mülheim, das brauchen wir auch hier bei uns, war schnell meine feste Überzeugung. Meiner Einladung, diesen Prozess auf den Weg zu bringen, sind damals Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Gelsensport, der Jugendring und viele andere gefolgt. Glücklicherweise wurden da offene Türen eingerannt. Das Ziel, das Ehrenamt zu stärken, fand große Resonanz. Viele, die damals bei der Vereinsgründung dabei waren, sind ja auch heute hier, um das zehnjährige Bestehen der Ehrenamtsagentur gemeinsam zu feiern.“

Mehr als nur der Vermittler zwischen Ehrenamtlern und Institutionen

Dabei machte Baranowski klar, dass die Ehrenamtsagentur aber nicht nur als Mittler zwischen Freiwilligen und Einrichtungen, die Hilfe benötigen, fungiert, sondern sich auch darauf konzentriert den Ehrenamtlichen zu helfen, ihnen mit Tipps zur Seite steht, die ihnen in ihren Vereinen oder auch bei der Arbeit in Einrichtungen helfen, und vieles mehr.
„Die Ehrenamtsagentur steht an der Seite derer, die viele Stunden ihrer Freizeit einbringen und zum Beispiel in Sportvereinen dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche trainieren können. Oder dass alte Menschen nicht alleine dastehen oder Menschen, die in unserer Stadt Schutz suchen, geholfen wird, hier Fuß zu fassen, ja vielleicht sogar eine neue Heimat zu finden“, und dafür dankte das Stadtoberhaupt den Engagierten.

Das Land NRW: "Gelsenkirchen ist vorbildlich"

Staatssekretär Bernd Neuendorf vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW erläuterte, dass die Gelsenkirchener zu den größten Freiwilligen-Agenturen des Landes zählt und lobte, dass das in nur zehn Jahren möglich war als großen Erfolg: "Gelsenkirchen ist vorbildlich".
Dabei führte er aus, dass der Landesregierung bewusst sei, dass so ein Erfolgsprojekt nur möglich ist, wenn es die Rückendeckung der Stadtverwaltung genießt. Dazu erklärte Neuendorf, dass Oberbürgermeister Frank Baranowski nicht nur den Impuls zur Gründung gesetzt hat, sondern auch zwei Mitarbeiter und die Infrastruktur der Agentur zur Verfügung stellt. Darüber hinaus zeigt sich die hiesige Ehrenamtsagentur so gut aufgestellt, dass deren Geschäftsführer Johannes Mehlmann von 2004 bis 2011 Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in NRW war.

Das Ehrenamt und das Hauptamt sind untrennbar verbunden

Mit einem Impulsvortrag zum Thema „Bürgerschaftliches Engagement in den Zeiten der Herausforderungen“ unterhielt Dr. Gerd Placke von der Bertelsmann Stiftung die Gäste. Er ist der Ansicht, dass das gesellschaftliche Leben ohne Freiwillige in Zukunft nicht mehr zu gestalten ist. „Das Ehrenamt braucht das Hauptamt, aber auch umgekehrt. Der eine kann heute nicht mehr ohne den anderen“, führte Placke aus und erinnerte an die Freiwillige Feuerwehr, deren Arbeit genau so hoch zu schätzen ist, wie die der Berufsfeuerwehr. Placke forderte aber auch: „Die Freude muss beim Ehrenamt im Vordergrund bleiben!“
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