Bürgermeister trägt auch daran die SCHULD: Heiligabend im Fritz-Lange-Haus

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Jeder einzelne Gast wird zur Heiligabendfeier im Fritz-Lange-Haus am 24. Dezember ab 16.00 Uhr vom Bürgermeister-Ehepaar Christa und Ulrich Roland per Handschlag begrüßt, um anschließend gemeinsam einige gemütliche Stunden, begleitet mit einem musikalischem Programm, zu verbringen. Foto: Kariger
 
Ein gutgelauntes Helferteam rund um den Senioren-Heiligabend im Fritz-Lange-Haus, wobei sie alle ihre private Freizeit in den Hintergrund gerückt haben. Foto: Kariger

Gladbeck: Seniorenberatung Gladbeck Heiligabendfeier | Die Seniorenberatung Gladbeck organisiert alljährlich eine Heiligabendfeier im Fritz-Lange-Haus am 24. Dezember. So auch in diesem Jahr ab 16.00 Uhr, wo Seniorinnen und Senioren, auch Alleinstehende, sich zu einer gemeinsamen Heiligabend-Feier, untermalt mit einem kleinen musikalischen Programm, treffen. Auch hier ist unser Bürgermeister-Ehepaar jährlich vor Ort anzutreffen.

Wobei zu bedenken ist, nicht einmal der Heiligabend steht für eine amtierende Bürgermeister-Familie, ... wie es auf unsere Stadt und stellvertretend auch für viele weitere Städte zutrifft, ... komplett für eigene persönlich/private Zwecke zur Verfügung. Und das alle Jahre wieder, denn es würde kaum jemand im nächsten Jahr mit dem Bürgermeister den Termin wechseln, wie es in Wirtschaft und Gewerbe üblich wäre und würde seine Heiligabend Verpflichtungen freiwillig übernehmen, die bereits morgens schon mit dem gemeinsamen Frühstück aller Diensthabenden Feuerwehrleute und Rettungssanitäter beginnen. (Als oberster Chef der städtischen Feuerwehr mit Rettungsdienst)

Wer möchte mal nicht frei haben?

"Im vergangenen Jahr hatte "XY" Dienst, in diesem Jahr will ich mal frei haben"
... so oder ähnlich klingt es in einem Betrieb unter Mitarbeitern, die alljährlich wie auch bei der Urlaubsverteilung und unter Berücksichtigung von Ferien, mit od. ohne Kinder, um ihren Urlaub oder freien Tag kämpfen müssen.

Für eine Bürgermeisterfamilie gibt es keinen "Kampf um Terminwechsel", denn im ungeschriebenen Gesetzt heißt es, die kompletten Amtsjahre durchzuhalten und jedes Jahr "ohne Schichtwechsel" im Namen der Stadt und Vertretung für alle Bürger präsent zu sein. Einzige Ausnahme mit Ausbremseffekt wäre ein Krankheitsfall, der den chronologischen Arbeitsablauf während der Amtszeit zwangsweise unterbrechen könnte.
Und ja, vertretungsweise gibt es hervorragende Personen wie eine stellvertretende Bürgermeisterin oder weitere Funktionäre. Es gibt aber Verpflichtungen, da will man den ersten Repräsentanten seiner Stadt sehen.

Bürgermeister auf Probe

Wahrscheinlich würde so mancher Bürgermeisterkandidat, bevor er sich zur 1. Wahl aufstellen ließe, gleich schon vorab sein Handtuch werfen, müsste er zunächst 24 Tage eine "Bürgermeister-Amtsprobe" unter vollen Programmbedingungen absolvieren, so wie es inmitten jeder Amtsperiode und heissen Präsentationsphase heute in Zeiten des Internet't alltäglich abläuft, (nicht nur in Wahlkampfzeiten).

Am besten wäre eine "BM-Probe" vom 1. bis zum 24. Dezember zu realisieren, um dann abschließend nach der 50sten Adventfeier recherchieren zu können, ob der Tannenduft im eigenen Haus am 25. Dez. immer noch gefällt. Aber selbst dann würde jeder diplomatisch forcierte Bürgermeister die Frage mit "Ja" beantworten.

Des Stadtoberhaupt "lebendes Büro"

Vergessen werden darf auch nicht des Stadtchefs "flexible Sekretärin", die zwar von den BM-Einkünften ihres Gatten profitiert, selbst aber in keiner externen Gehaltsliste für ständige Terminbegleitung ihres Gatten aufgeführt wird. Und da könnte jedes Stadtoberhaupt noch so wachsam sein,
... ohne eine vernünftige Terminreihen-/Ablaufüberwachung od. wichtiger Erinnerung, dabei diskret am Rande des Geschehens verweilend, während der Gatte sich am Mikrofon mit immer sachlich guter Mine zum ab und an nicht immer leichten Spiel artikulieren muss, ... ohne solch ein zuverlässig starkes Rückgrat, in unserem Falle die Gattin als "freie Mitarbeiterin", da würde selbst der kompakteste Bürgermeister im Lande sehr schnell ins taumeln geraten.

In Zeiten des Internet, der schnellen Datenübertragung, sei es per Telefon, als e-mail, über Beschwerde-App oder via sozialer Netzwerke, wo ein BM beispielsweise einen schönen "X" Advent allen Bürgern wünscht und dieser nach wenigen Minuten bereits mit völlig deplatzierten Worten kommentiert wird, er möge Straße "XY" reparieren, da muss man sich m. Meinung nach außergewöhnlich zusammenreißen od. besser formuliert, jegliche möglicher Entgleisung im Rahmen bewegen und ruhig bleiben.
Solche und ähnliche Fälle spiegeln sich aber im Jahr um gefühlte 100.000 mal.

Essen, was auf den Tisch kommt

In einer Multi-Kulti Gesellschaft werden Stadtoberhäupter nicht nur von verschiedenen Ebenen eingeladen, sondern nehmen auch zu unterschiedlichen Zeiten an gemeinsamen Mahlzeiten der Gesellschaft teil. Da verhält sich ein anständiger BM der Ordnung halber bestmöglich ebenso, wie sein Gastgeber es innerlich von ihm erwartet. Da steht man nicht wie der übliche Bürger vor der Theke eines Döner-Imbiss-Verkäufers und erklärt ihm ellenlang, was man alles nicht in seiner Dönertasche haben "will".
In jeder Minute lückenlos muss der Bürger-Repräsentant als geladener Gast sich immer solidarisch zeigen, Haltung bewahren und immer Freundlichkeit an den Tag legen, ob er will oder nicht.

Gefängnisjahre

Für mich als jemand, der den Bürgermeister unserer Stadt öfter im Jahr trifft, als einer seiner 2 Söhne, der in Gladbeck lebt, für mich kämen seine Terminreihen und Repräsentationen sowie Konzentrationen auf die nächste Laudatio ähnlich "Gefängnisjahre" gleich.

Fazit: Aus diesem Grunde bekäme mich trotz typischer Bürgermeister-Besoldungsgruppe niemand freiwillig in den "Knast"!

Frohe und geruhsame Weihnachten allen Lesern.

P.S.
Um allen Segeln im Vorfeld eventuellen Wind zu nehmen:
Dieser Bericht ist keine Auftragsarbeit, sondern aus freiwilligen/privaten und nachdenklichen Gründen, unparteilich, zum Heiligabend entstanden!
Stein des Anstoßes war, in Gladbecks City bei einem Glühwein während der Pause nach nur 3 Minuten Anwesenheit von einem nebenstehendem Gast im Verlauf des Gesprächs bereits die forsche Antwort zu hören:
"Der Bürgermeister trägt an allem Schuld".

Fotos: Kariger
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1 Kommentar
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Werner Hülsermann aus Gladbeck | 26.12.2014 | 10:45  
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