Sieg über Leukämie: Ein Happy End für Marina Baser

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Marina Baser (links, mit Freundin Christiane) kann wieder lachen: Dank der Knochenmarkspende des Amerikaners Bob ist sie endlich gesund! (Foto: Braczko)
 
Im Kreise ihrer Freunde und Familie: Marina Baser (Bildmitte) freut sich über den Besuch aus den USA, hintere Reihe: Der Spender Bob (5.v.l) mit Frau und Tochter.
Gladbeck: Stadtgebiet | Marina aus Ellinghorst und Bob aus den USA, eine bewegende Geschichte führte beide – durch den Atlantik getrennt, zusammen. Das erste Treffen entwickelte sich nicht durch eine Internet-Freundschaft, denn der Hintergrund ist mehr als traurig, aber – der Leser (oder die Leserin) können beruhigt sein – mit einem glücklichen Ausgang.

Marina Baser erkrankte bereits als Fünfjährige an einer heimtückischen, myeloischen Leukämie. Kinderfotos zeigten die Kleine mit starkem Haarausfall – aber sie lacht: Nach der Chemo und intensiver Bestrahlung konnten die Ärzte erstmals bei ihr die Krankeit besiegen! Mit 15 Jahren brach die Krankheit zum zweiten Mal in ihrem jungen Leben wieder aus - ein hartes Schicksal. Helfen konnte nur eine Knochenmark-Transplantation.

Typisierungsaktion


Die Familie, die Freundinnen/Freunde und Mitschüler der Drewitz-Gesamtschule beteiligten sich an einer Typisierungsaktion, um den „richtigen“ Knochenmarkspender für sie zu finden.

Die „Drewitzer“ und Gladbecker Vereine sammelten zusätzlich Geld für die DKHS, die „Deutsche Knochenmarkspender-Datei“, denn dann könnte es auch ein zweites Mal klappen, die Ärzte zeigten Optimismus. 1118 potentielle Spender fanden sie , aber der „richtige Lebensretter“ fand sich letztendlich nicht in Deutschland, sondern in den Vereinigten Staaten: Bob, ein Lehrer und frommer Christ aus Montana. Sein Knochenmark erfüllte neun von zehn Übereinstimmungspunkten.

Zu 90 Prozent Zwillinge


Ein echter Glücksfall, so die Düsseldorfer Medizin-Spezialisten! Die Ärzte weiter dazu: „Eigentlich seid ihr zu 99 Prozent Zwillinge!“ Marina nahm nach der Übertragung Bob`s Haarfarbe und seine Augenfarbe an. Seitdem nennt Marina den „Tag Null“ der Findung, den 8. April 2008, ihren zweiten Geburtstag.

Im Oktober 2008 konnte die lebensrettende Transfusion beginnen - höchste Zeit, denn sie lag bereits „zugedröhnt“ mit Morphinen und geschwächt von der Chemotherapie, auf der Station für Knochenmarktransplantion in der Uniklinik Düsseldorf. Das „Häufchen Elend“ wog nur noch 33 Kilo!

Nach drei Wochen kam ein Hoffnungsschimmer, die weißen Blutzellen erholten sich nach der Übertragung. 30 Tabletten musste sie zusätzlich täglich schlucken. Ihr Optimismus hatte gehofen, die schweren Zeiten durchzustehen.

Treffen mit dem Spender


Jetzt geht es ihr wieder gut, sie absolvierte eine Berufsausbildung und arbeitet jetzt als Altenpflegerin. Zeit für sie, endlich persönlichen Kontakt zu ihrem amerikanischen Knochenmarkspender aufzunehmen. Nach vielen Mails und Geschenkpaketen sahen sie sich erstmals – allerdings nur über Skype. Das war ihr zu wenig, ein „richtiges“ Treffen sollte folgen.

Lebensretter Bob


Der 49-jährige Bob kam nach Gladbeck, der erste Amerikaner, den sie kennen lernte. Der „Lebensretter“ brachte seine Ehefrau Jean und die Tochter Jessie mit. „Wir haben geheult, als sie ankamen“ - so Marina. Sie besuchten die Uniklinik, die Sehenswürdigkeiten des Ruhrgebiets, feierten hier ein „Oktoberfest“ (Marina zog sich deswegen sogar ein Dirndl an), schipperten mit dem Tretboot über den Wittringer Schlossteich und kletterten auf den Kölner Dom. Auf der Hohenzollernbrücke über dem Rhein hängt seitdem ein Freundschaftsschloß am Geländer!

2015 möchte sie mit ihrem Freund in die USA reisen, zur Zeit tauschen sie immer noch fast täglich Nachrichten über Facebook – und im nächsten Jahr heiratet Marina ihren Mario – und wer käme dann als Trauzeuge in die engere Wahl? (Peter Braczko)
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