Gladbeck und die Baumschutzsatzung

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Eckplatz mit Kugelahorn
 
Gerupfte Bäume

GLADBECK und die BAUMSCHUTZSATZUNG

Es ist ja schön, daß Gladbeck eine Baumschutzsatzung hat und die Bürger überwacht. Aber selbst?
Da wurde vor 20 Jahren ein neues Baumkonzept Innenstadt entwickelt und gebaut. War aufwändig und teuer. Bäume sind ja auch Stadtklimatisch wichtig.
Sauerstoff, Feinstaub, Schatten, Atmosphäre u.s.w.
Da wurden Bomben gesucht und freie Plätze zwischen den vielen Leitungen festgelegt.
Es wurden aufwändige Schutzeinrichtungen entwickelt und eingebaut, damit die Bäume nicht wie ihre Vorgänger eingehen. Dazu kamen Abdeckroste und Stammschutzgitter.
Jetzt wurde aber, mal wieder, die Innenstadt attraktiviert. Auf Bürgerversammlungen wurde der Erhalt der Bäume versprochen.
Aber wie sieht die Wirklichkeit aus. Die Hälfte wurde gleich abgehackt. Der Rest so geschädigt, das sie alle eingehen. Die teuren Schutzeinrichtungen wurden herausgerissen, die Abdeckroste und Schutzgitter entfernt.
Jetzt werden die Fahrräder an den ungeschützten Bäumen befestigt.
Die Radständer sind ja alle fahrradfreundlich entsorgt.
Bäume sollten mehr sein, als Gerüste für die Weihnachtsbeleuchtung.
Vor 30 Jahren wurde ein kleiner Platz, an der Kreuzung gegenüber der Sparkasse neu gestaltet.
12 Stück, besonders schöne, hoch stämmige Kugelahorn, bildeten ein wunderschönes Schattendach.
Es wurden extra hoch stämmig, veredelte Bäume auf spezieller Unterlage ausgesucht. Diese braucht und darf man nicht schneiden. Woanders stehen sie problemlos viele Jahre lang. Die nahe gelegene Griechische Gaststätte bewirtete dort einen kleinen Gastgarten. Im Sommer schön schattig. Den Wirt freute es.
Aber dann kam eine städtische Schnittaktion. Gerupfte Strünke mit offenen Wunden blieben zurück.
Einer wurde gleich auf einen Stumpf gesägt und später durch einen unpassenden Mickerling ersetzt.
Trotz Beschwerde wurde, dieses Jahr, diese unqualifizierte Rupfaktion wiederholt.
Eine ähnliche Aktion erfuhren die Kogelrobinien auf den Goetheplatz. Ist auch schon die 3. Baum Generation. Jetzt wird da geparkt!
Warum schneiden die nicht mal die Obstbäume auf der Apfelwiese, die es nötig haben. Stattdessen wurde da eine ganze Baumreihe abgesägt, damit man freie Sicht auf die parkenden Autos und die Müll-Glascontainer hat.
Die schlimmste Neugestaltung erfuhr aber, unser traditioneller Jovypark. Um dort einen Weg zu bauen wurde der wertvollste Baumbestand, fast 100 jährige Eiben, abgesägt. Die stehen ganzjährig unter Naturschutz, auch für die Stadt.
Ein Park wird normalerweise, durch den Baumbestand charakterisiert.
Dazu die beschämenswerte Begründung, man hätte "Angsträume" beseitigt.
Und man pflanze ja was Neues. Besonders übel, daß dem sogar die GRÜNEN, zugestimmt haben.
An der Lambertischule wurde vor 30 Jahren eine ökologische Schulhofumgestaltung durchgeführt. Es war ein landesweit beachtetes Pilotprojekt, mit aktiver Elternbeteiligung und sogar Beachtung in Berlin. Dort sollten die Kinder auch mal Fruchtgehölze, wie Walnuss und Haselnuss, kennenlernen. Diese Sträucher wurden auf der Hälfte abgehackt, um angeblich Kinder zu schützen. Die Stümpfe sind immer noch zu besichtigen.

Was sollen also Baumschutzsatzung, Umweltpreis, Umwelt.-und Klimabeauftragte, Grüne, oder mal für eine Stunde Licht ausknipsen, bei einem solchen Verhalten?

Und, was soll das ewige Gequatsche von BÜRGERBETEILIGUNG?
Es mag ja sein, daß die WAZ, der Stadtsprecher und die Höflinge lieber niedliche Bilder sehen möchten, aber das ist das Problem.
Leider gibt es hier auch keine Grünen (nur Autobahnfreunde)mehr.
Was nutz der Lokalkompaß, wenn da nur Lobeshymnen erwartet werden.
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