Projekt "Traumtage": Hattinger Gesamtschüler träumen ihre Zukunft

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Auch das gehört zu einer „Fernseh-Talkshow“ dazu: Selbstverständlich muss das Publikum das Applaus geben lernen. Unter die Hattinger Gesamtschüler hat sich auch Thomas Alexander gemischt, Marketingleiter der Volksbank Sprockhövel/Hattingen, die das Projekt mit 3.600 Euro fördert. Davon kann sich die Schule beispielsweise auch den Medientrainer und Kameramann Jan Theurich (links) leisten, der mit Lehrern und Schülern gemeinsam die Talkshow zum Thema „Macht Geld glücklich“ erarbeitet. Foto: Römer
Hattingen: Gesamtschule Welper |

Einen Blick in die eigene Zukunft – wer würde den nicht gerne einmal wagen? Ganz konkret mit dem Thema beschäftigt haben sich jetzt die sechsten Klassen an der Gesamtschule Hattingen.

„Seit elf Jahren“, erzählt Lilo Ingenlath-Gegic, Abteilungsleiterin für die Jahrgänge 5/6/7 an der Gesamtschule Hattingen, „beschäftigen wir uns in den Sechsten im Rahmen unseres Projektes ,Traumtage‘ mit der Frage, wie ich mir meine eigene Zukunft in 15 bis 20 Jahren vorstelle. Das machen Mädchen und Jungen getrennt.“
Erstaunliches trat dabei in der Vergangenheit zutage – oder vielleicht auch nicht? – und auch diesmal wieder ergab eine Umfrage in den beteiligten fünf Klassen das, wofür hier einmal die 6a repräsentativ stehen soll: Die 15 Mädchen möchten alle einen Mann, ein Haus, einen Garten, Kinder und einen Kleinwagen. Bei den 13 Jungs hingegen dreht sich beruflich und auch privat künftig eher alles rund um Technik.
Von den 28 Schülern der Klasse möchten 26 heiraten, einer keine Kinder haben, fünf nur ein Kind, 20 am liebsten zwei Kinder und zwei waren darunter, die planen sogar drei Kinder ein.
Als Berufswünsche wurden genannt Journalist, Architekt, Architektur-Professor, Chirurg, Erzieher oder Immobilienkaufmann. 15 denken dabei an eine Vollzeit-, 13 eher an eine Teilzeittätigkeit. Bei den Brutto-Einkommen, die nötig sind, um sich die Ziele beispielsweise für eine vierköpfige Familie auch leisten zu können, klafften die Erwartungen doch ziemlich weit auseinander: Von 2.150 bis 5.896 Euro gingen die Schätzungen der Schüler.

„Gut, dass wir lernen, mit Geld umzugehen!“

Und hier kommt die Volksbank ins Spiel. Im Ranking eines Banken-Verbundes, zu dem auch die Volksbank gehört, landete die Gesamtschule jedenfalls mit ihren „Traumtagen“ unter den 60 förderungswürdigen Projekten. Das brachte ihr die stolze Summe von 3.600 Euro. Lilo Ingenlath-Gegic: „Von diesem Geld konnten wir Unterrichtsmaterialien beschaffen, uns aber auch außerschulische Referenten leisten, die unsere Klassenlehrer unterstützen. Und eine Klasse geht beim Klettern am dritten Projekttag buchstäblich hoch hinaus, während zwei Klassen an einem Drachenboot-Rennen teilnehmen und dabei ,in einem Boot sitzen‘. Die anderen beiden Klassen unternehmen eine Exkursion.“
Thomas Alexander von der Volksbank begründet seine Unterstützung der „Traumtage“ so: „Letztlich geht es hierbei ja um die Förderung finanzieller Bildung. Was brauche ich, um meine Träume zu realisieren? Da können wir sicherlich für einen Motivationsfaktor sorgen. Wir können helfen und einen Weg dorthin aufzeichnen.“
Justin (12) findet es gut, „dass wir lernen mit Geld umzugehen und wieviel Geld man überhaupt zum Leben braucht.“ „Und in das Heft, das wir bekommen haben, schreiben wir rein, wie wir uns unser Leben vorstellen“, beschreibt Julia (11). Niklas (11) ergänzt: „Und was man für ein eigenes Haus sparen muss.“

Thema der „TV-Talkshow“: Macht Geld glücklich?

Während sich die anderen Klassen den Themenblöcken Berufsleben und Finanzen auf eher herkömmliche Art annähern, läuft an diesem Tag in der Klasse 6d ein Filmprojekt zum Thema „Macht Geld glücklich?“ Hier bringt der Mediengestalter und Kameramann Jan Theurich sein geballtes Fachwissen ein.
Interessant am Rande: Der inzwischen 19jährige hat als ehemaliger Gesamtschüler in Hattingen dieses Projekt vor Jahren selbst miterlebt – von der anderen Seite als diesmal sozusagen. „Damals habe ich als Berufswunsch, daran erinnere ich mich gerade noch, erfolgreicher Video-Spieler angegeben“, lacht er heute.
Jetzt sorgt er beim ­Projekt für den professionellen Rahmen, denn er erarbeitet gemeinsam mit den Lehrern und den Schülern eine Talkshow „fürs Fernsehen“. Dafür müssen Teilnehmer her. Das sollen sein Alleinerziehende, Lehrer, Banker, einer aus der Generation „YouTube“ und ein „Hippie“.
Dazu verteilen sich die Gesamtschüler im Raum und bilden Gruppen. Darin wird jeweils einer der darzustellenden Charaktere herausgearbeitet und ein Sprecher oder eine Sprecherin ausgeguckt, die später vor der Kamera die erarbeiteten Argumente in der Talkshow für ihre Figur in der Diskussion „im Fernsehen“ vertreten. Auch der oder die ModeratorIn „der Fernsehsendung“ wird durch eine Tischgruppe entsprechend „gebrieft“.
So wird an der Gesamtschule in Welper ein 45minütiger Film entstehen, der in der Schule gezeigt und auch für künftige Lernzwecke zum Bereich „Finanzielle Bildung“ und für Projekttage als Anschauungsmaterial verwendet werden kann.
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