"Mischen Possible" für das O&K-Gelände

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Links im Bild Dr. Thomas Fischer von der TU Kaiserslautern, dann die Studenten , zwischen ihnen Hattingens Bürgermeister Dir Glaser, der sich die Präsentation eines ersten Meinungsbildes auch anhörte, rechts im Bild Baudezernent Jens Hendrix. Foto: Pielorz
Hattingen: O&K |

Studierende des Fachgebietes Stadtumbau und Ortserneuerung der TU Kaiserslautern waren in Hattingen zu Gast und führten hier ein Studienprojekt durch. Das Projekt befasste sich mit der Quartiersentwicklung des ehemaligen O&K-Geländes. Insbesondere erarbeiteten die Studierenden Vorschläge zur Revitalisierung des Standortes. Sie führten dazu Gespräche mit Vertretern verschiedenster in der Stadt ansässiger Institutionen und Einrichtungen, um Hinweise und Anregungen für das Planungskonzept zu erfassen. Die ersten Ergebnisse wurden Baudezernent Jens Hendrix und der Presse vorgestellt.

Zwischen dem zuständigen Professor Holger Schmidt und Jens Hendrix gibt es persönliche Verbindungen, die jetzt zu dem Bachelor-Projekt der Studenten führten. Zur Halbzeit des Projektes reist Hendrix nach Kaiserslautern, am 23. Juni startet im Hattinger Rathaus eine Plakat-Ausstellung mit den Ergebnissen, die für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
Einig sind sich alle in einem: Das rund 100.000 Quadratmeter große Gelände darf nicht nur in sich betrachtet werden, sondern soll in die Stadtentwicklung eingebunden werden. Neben den Forderungen, dort Gewerbe anzusiedeln, denn Gewerbeflächen sind in Hattingen rar, können sich viele Verantwortliche auch eine „Mischen Possible“ vorstellen: Gewerbe, Freizeit und vielleicht sogar Wohnen können gemischt werden. „Das große Gelände ist viel zu schade, um es nur allein zu betrachten und es ausschließlich für Gewerbe vorzuhalten“, meint Dr. Thomas Fischer vom Fachgebiet Stadtumbau-Ortserneuerung des Fachbereiches Raum- und Umweltplanung der TU Kaiserslautern. Drei Bereiche haben die Studenten genauer unter die Lupe genommen und dazu rund zwanzig Expertengespräche geführt: Verkehr, Freiraum und Städtebau.
„Der Verkehr wickelt sich derzeit über eine I-Achse ab. Das heißt, über die stark belastete Nierenhofer Straße, die durch eine Erschließung weiter belastet würde, wenn keine Möglichkeiten des abfließenden Verkehrs gefunden werden“, so die Studenten. Die gäbe es durchaus, wenn man auf eine „H-Achse“ ausweichen würde. Das bedeutet, über eine Erschließung am Beul nachzudenken und den Pkw-Verkehr vielleicht durch die Bruchstraße abfließen zu lassen. Lösungen müssten auch für das Viadukt an der Südring-Kreuzung gefunden werden, welches für die Studenten ein Stadttor in die Innenstadt darstellt. „Im Wohnungsbereich haben wir ein Meinungsbild gefunden, welches sich für den Erhalt der historischen Verwaltungsstelle ausspricht, aber nicht für den Erhalt der großen Hallen. Vorstellen kann man sich sozialen Wohnungsbau, aber auch seniorengerechte Wohnungen. Im Freizeitbereich haben wir vor allem Hinweise auf Defizite in den Angeboten für Kinder und Jugendliche in Hattingen gefunden. Hier wurde der Ruf nach einem Indoor-Funpark laut.“
Was auch allen Beteiligten wichtig ist: Es soll ein Radweg entstehen, der sich am schon existierenden Radweg anschließt und über das neue Gelände bis zur Kreisstraße führt. Dort gäbe es Anbindungsmöglichkeiten zur Ruhr über die ebenfalls neu zu gestaltende Bahnhofstraße und zur Hattinger Altstadt. Einig sind sich alle auch in einem weiteren Aspekt: Auf keinen Fall Einzelhandel!
„Bei einer Betrachtung von außen fällt auf, dass man vom Hattinger Süden Richtung Norden Möglichkeit der Veränderungen hat, die sich auf das ganze Innenstadt-Gebiet beziehen. So hat man an verschiedenen Stellen kleine grüne Oasen wie den Friedhof an der Bredenscheider Straße oder den Stadtgarten. Vom Viadukt an der Südring-Kreuzung hat man einen Blick auf den Rathausturm Richtung Norden. Es zieht den Betrachter vom Süden Richtung Norden und Richtung Ruhr. Diese Perspektive lässt sich städtebaulich prima nutzen.“
Deutlich wird auch: Die EINE Idee zur Nutzung des riesigen Geländes gibt es nicht. Und auch wenn der vordere Teil für fünf Jahre angemietet wurde, um dort Flüchtlingen eine erste Heimat zu bieten, bleibt eine unglaublich große Fläche zur Revitalisierung übrig. Eine Chance zur Entwicklung für die ganze Innenstadt!
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