Mose Sohst - Tricker der Spitzenklasse bei "Urbanatix"

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Der Hattinger Mose Sohst (links) auf dem offiziellen Foto von Urbanatix – Outside The Box“ zusammen mit „Neulingen“ bei den 16 Shows in der Bochumer Jahrhunderthalle. Foto: Urbanatix
 
Mit viel Schwungholen startet eine Tricking-Line, denn es geht anschließend hoch hinaus, weit nach vorne oder hinten... Foto: privat

Mose Sohst ist ein Tricker. Ehe Sie jetzt ins Grübeln kommen, was das sein könnte, hier ein Tipp: Um das machen zu können, beschäftigt sich der junge Hattinger mit Flips und Salti wie beim Bodenturnen, mit Kicks wie beim Kampfsport und mit ­Twists wie beim Breakdance oder Turnen.

Turnen auf allerhöchstem Niveau – selbst das würde nicht erklären, was genau ein „Tricker“ ist. Fragen wir also Mose Sohst selbst.
Seine Antwort: „Martial Arts Tricking oder kurz Tricking ist eine Sportart, die Elemente aus verschiedenen Kampfsportarten wie Capoeira, Karate, Taekwondo und Kung-Fu, aber auch aus Breakdance und Bodenturnen beinhaltet.“
Was der 24jährige vergessen hat zu erwähnen: Die Sprünge, Drehungen, Überschläge erfolgen so rasend schnell, dass einem schon beim Zugucken schwindlig werden kann – Akrobatik pur.
Mose Sohst, der in Hamburg aufgewachsen ist, aber seit fünf Jahren in Hattingen lebt, nennt sich selbst sportbegeistert: „Ich habe schon früh angefangen mit Kampfsport aller Art. Darüber bin ich in ein Show-Team unseres damaligen Trainers gekommen. Das wiederum brachte mich zum Tricking, das sämtliche Akrobatik der Welt in sich vereint. Wir können mehr als Sportakrobaten, Kunstturner oder Breakdancer.“
Ursprünglich kommt die Sportart aus den USA. Das erklärt die durchweg englischsprachigen Fachbegriffe wie Aerial Hook, Backside 720 oder Butterfly Kick, um nur einige aus einer beinahe unüberschaubaren Anzahl von Figuren zu nennen.

"Einfach Lust an der Bewegung"

„Es kommen beinahe täglich neue Tricks, Flips und Loops hinzu“, meint Mose Sohst. „Unser Sport lebt von der Lust an der Bewegung und den Sportlern selbst. Wir erarbeiten unsere Tricks selbst und haben überhaupt kein Problem damit, wenn andere das nachmachen, denn jeder macht die paar tausend Tricks, die es wohl weltweit gibt, auf seine Art. Konkurrenzdenken steht bei uns nicht im Vordergrund. Nicht jeder macht alles, jeder hat sein Spezialgebiet. Man hilft sich gegenseitig und lernt selbst ständig Neues dazu.“
Vereine gibt es fürs Tricking nicht. Mose Sohst ist nun seit fünf Jahren dabei, trainiert hauptsächlich in Bochum, obwohl es auf „You Tube“ auch ein Video gibt, das ihn auf der Wiese neben dem Hattinger Rathaus zeigt.
Aber Bochum ist momentan sowieso wichtig für ihn – nicht nur wegen der Trainingszeiten in einer Halle dort. Der Hattinger gehört nämlich zu den rund 50 „Streetartists“, die vom 14. bis 25. November an der sechsten Auflage von „Urbanatix – Outside The Box“ in der Bochumer Jahrhunderthalle auftreten.
Bereits vor zwei Jahren sollte Mose Sohst, der in der Tricker-Szene längst kein Unbekannter mehr ist, bei „Urbanatix“ dabei sein. Nach erfolgreichem Casting und vielen Proben musste er ausgerechnet bei der Generalprobe passen: Eine schwere Krankheit machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Allerdings bestanden die Kontakte von damals noch und als er sich jetzt wieder um eine Teilnahme bewarb, wurde er gleich genommen.
"Urbanatix": Ab Montag heiße Probephase
Seit gut zwei Monaten laufen die Proben zwei- bis dreimal die Woche dafür in einer Sporthalle. Die heiße Probenphase mit täglichen Proben von etwa sechs Stunden beginnen für die „Profis“ erst in der Veranstaltungswoche. Für den Hattinger ist das kein Problem, denn er liebt seinen Sport und mit den anderen Mitwirkenden bei „Urbanatix“ sei es wie in einer großen Familie: „Die Leute kommen alle sozusagen direkt von der Straße. Sie haben durch Spaß an ihrer Sache ihr hohes Level erreicht. Das verbindet und wir sind in der Probezeit echt zusammengewachsen.“
Rund 30 Minuten tritt er mit seiner Gruppe während der kompletten Show in mehreren „Häppchen“ auf, hat wie die anderen auch dabei sein kurzes Solo.
In der anstrengenden Phase vor den 16 jeweils knapp dreistündigen Shows wird unter Auftrittsbedingungen geprobt, also mit Licht und der neuen Video-Technik. Darauf freut sich Mose Sohst: „Urbanatix – Outside The Box ist ein Gesamtkunstwerk aus Beats, spektakulären Videoprojektionen und Bewegungskunst – ein Crossover aus verschiedenen Streetart-Disziplinen und internationalen Artisten. Das ist eine spannende Geschichte – auch für uns Beteiligte.“

16 Shows - für einige gibt's noch Karten

Ob er schon Lampenfieber vor den Shows hat, für die an einigen Tagen noch Karten zu bekommen sind: „Das stellt sich erst kurz vor der Show ein. Klar ist jedenfalls, dass Urbanatix für unsere gesamte Szene einen Höhepunkt darstellt – auch deshalb, weil sich unsere Sportart Tricking erstmals so richtig einer breiten Öffentlichkeit präsentieren kann.“
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