Peter Kursinski bleibt bei Bezirksligist Hedefspor Hattingen

Er behält seinen Platz auch 2012/13 auf der Bank von Hedefspor Hattingen: Trainer Peter Kursinski – zwischen seinen Spielern Sebastian Späthe und Fatih Kahyaoglu (rechts). Foto: Biene
Hattingen: hedefspor | (von Toni Bertrams)

Eigentlich war im Dezember schon klar, dass Peter Kursinski nach nur einem Jahr das Trainer-Amt beim Fußball-Bezirksligisten Hedefspor Hattingen wieder aufgeben wird. Jetzt aber ist alles anders gekommen: Der 55-Jährige bleibt an der Munscheidstraße, er wird in seine zweite Saison gehen.

Ganz klar: Der Verein um Klubchef Orhan Terzi, der im Februar die Nachfolge von Arif Turan angetreten hat, hat in den vergangenen Wochen und Monaten geackert und gerackert, um Peter Kursinski für mindestens eine weitere Saison zu binden. Allerdings hatte der Trainer klipp und klar Forderungen gestellt, ohne sich jedoch wirklich vorstellen zu können, dass diese auch erfüllt werden. Das ist aber geschehen. „Richtig glauben kann ich das immer noch nicht“, sagt er und hat seinen Plan, ganz aufzuhören, über den Haufen geworfen. „Der Verein hat die Positionen nach und nach abgearbeitet.“
Ein ganz wichtiger Punkt war für Peter Kursinski, dass er, wenn er will, jederzeit auf die A-Jugendlichen Marvin Klink, Hasan Varol, Tim Hebestreit, Deniz Cevren und Mehti Koçak zurückgreifen darf. „Das war ein langer, ein ganz schwerer Kampf“, sagt er. Diese fünf jungen Fußballer sind alle Jahrgang 1994, also 17 oder 18, so dass sie in der neuen Saison auch weiterhin für die Hedef-A-Jugend, die in die Kreisliga A aufgestiegen ist, auflaufen dürfen.
„Die sind so talentiert“, sagt Peter Kursinski, „dass ich mir bei mindestens zwei, drei Spielern vorstellen kann, dass sie zur ersten Elf gehören können.“ Bei den Männer in der Bezirksliga, wohlgemerkt. Und seit Mittwoch liegt auch für alle die Senioren-Spielberechtigung vor.
Es ist jedoch nicht so, dass nun ein Keil zwischen der Senioren- und Jugend-Abteilung steckt. Das Wichtige ist – nicht nur für Peter Kursinski – die Förderung der Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen. „Ich habe mir die Spiele ja auch regelmäßig angeschaut, auch die der B-Jugend“, sagt er und hat für das eine oder andere Murren auch Verständnis. „Die A-Jugendlichen wollen ja auch Erfolg haben“, erklärt er. „Die sind aufgestiegen und wollen eine gute Rolle spielen.“
Punkt eins ist also abgearbeitet. Und Punkt zwei? „Das war die Einflussnahme von Familienmitgliedern“, sagt Peter Kursinski. Diese hatte in der vergangenen Saison bekanntlich dazu geführt, dass Ufuk Mercimek aus dem Kader der ersten Mannschaft flog. „Das hat saumäßig genervt, aber das Problem haben wir auch gelöst“, sagt der Hedef-Coach – um zum dritten Punkt zu kommen, nämlich an der Zusammenstellung des Kaders für die neue Saison ganz entscheidend mitzuwirken, um die Mannschaft „auch zu verbessern“ (Kursinski). „Da muss man, sportlich und charakterlich, auch ein wenig was austauschen.“
Und da haben die Hedef-Verantwortlichen und ihr Trainer schon einen sehr guten Weg eingeschlagen. Torwart Selçuk Aydin, Yavuz Derin, Sinan Düsünçeli und Florentine Cheauffa haben frühzeitig verlängert, und seit Mittwoch ist klar, dass auch Sinan Akdogan, Mathias Lepczynski und der in der Winterpause von der SG Welper gekommene Emmanuel Nwosu bleiben werden. „Damit sind wir vorne schon sehr gut aufgestellt“, sagt Peter Kursinski. Zumal er die beiden A-Jugend-Stürmer Deniz Cevren und Mehti Koçak enorm hoch einschätzt. „Zwei Super-Fußballer, die richtig Spaß machen“, sagt er.
Der Kursinski-Plan sieht vor, mit 18 Spielern in die kommende Saison zu gehen. Nicht mehr dabei sein wird der 36-jährige Routinier Çetin Aydin, der zum B-Kreisligisten AC Hattingen gehen wird. Und der eine oder andere Fußballer spielt in den Planungen des Trainers auch keine Rolle mehr, obwohl er „sich nichts zu Schulden hat kommen lassen“, sagt Peter Kursinski. „Das muss ich dann ein bisschen diplomatisch lösen. Das kann ich auch, wenn ich will.“
Überhaupt nicht trennen will er sich indes von Nils Güntner und Afeez Yaya Ola. „Aber da gibt es das eine oder andere Problem“, sagt der Trainer. Was nichts daran ändert, dass Peter Kursinski überzeugt davon ist, in der neuen Saison eine bessere Mannschaft als in der abgelaufenen zu haben. „An drei, vier Stellschrauben müssen wir noch drehen“, sagt er. Und dann wird er sein neues Team voraussichtlich ab Mitte Juli zur Vorbereitung bitten – zu einer eher dosierten.
Wegen der Strukturreform des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen werden in den zwölf Bezirksligen – statt bisher 15 – pro Staffel 18 Mannschaften vertreten sein, und am Ende der Saison werden jeweils fünf (!) Teams absteigen. „Bundesliga-like. Wir bekommen auch Fernsehgelder“, sagt Peter Kursinski und schmunzelt. „Ich hoffe, dass die Saison erst am 26. August losgehen wird, ich befürchte aber den 19. August.“
So ist es für ihn auch nur logisch, dass er bei der Hattinger Stadtmeisterschaft (6. bis 21. Juli) nicht seine A-Mannschaft ins Rennen schicken wird. Zumal er nicht genau weiß, wie der Fitness-Zustand seiner Spieler nach deren Urlauben zum Start der Vorbereitung sein wird.
„Wir haben eine unheimlich schnelle Mannschaft“, sagt er. „Da wäre es nicht so schön, wenn wir ein paar Gewichtheber mit durchziehen müssten.“
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