Gesundheit ernst nehmen

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Herner Männer nehmen ihre Gesundheit nicht so wichtig. Rund jeder 5. Mann über 45 Jahren war im vergangenen Jahr bei der Krebs-Früherkennung. (Foto: AOK/hfr.)

Die Männer in Herne sind beharrliche Vorsorgemuffel. Das bestätigt eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest. Nur jeder 5. Mann über 45 Jahren (21,1 Prozent) war im vergangenen Jahr bei der Krebs-Früherkennung. Die Inanspruchnahme ist im Vergleich zum Jahr 2015 (21,4 Prozent) sogar noch weiter gesunken.

Bei den Frauen lag der Anteil zwar höher. Hier nutzten immerhin 40,7 Prozent die Früherkennungsuntersuchung ab dem Alter von 20 Jahren. Allerdings ist auch hier ein Rückgang zu verzeichnen: In 2015 betrug der Anteil noch 41 Prozent.

„Sowohl Männer als auch Frauen sollten die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen besser nutzen. Denn wenn Krebs frühzeitig erkannt wird, bestehen gute Heilungschancen”, sagt AOK-Pressesprecher Jörg Jockisch. Nach den derzeit aktuellsten Zahlen des Krebsregisters wurden in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2014 insgesamt 108.296 Krebs-Neuerkrankungen und 51.396 Todesfälle erfasst.

Es ist schon paradox: Wenn es um das eigene Auto geht, wird dieses regelmäßig gepflegt und bei dem kleinsten Wehwehchen zur Werkstatt gefahren. Doch bei der eigenen Gesundheit sind Männer überhaupt nicht vorsorglich. „Viele Männer gehen bei Schmerzen oder anderen Krankheitssymptomen häufig erst spät zum Arzt“, so Jockisch. Warnzeichen des Körpers und Risiken werden häufig ignoriert oder bagatellisiert. Erst bei Störungen wird eine ‚Werkstatt‘ aufgesucht.

Außerdem meiden viele die Früherkennungsuntersuchungen, weil sie ihnen unangenehm erscheinen oder sie sich noch keine Gedanken darüber gemacht haben. Finanzielle Gründe für das geringe Interesse an der Krebsvorsorge scheiden jedenfalls aus. Die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig bezahlt.

Männer haben ab einem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf
Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen. Dazu gehören die Untersuchung der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane sowie das Abtasten der regionären Lymphknoten. Ab 50 Jahren wird auf Wunsch einmal jährlich eine Tastuntersuchung des Enddarms und ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl vorgenommen.

Im Alter von 55 Jahren besteht dann die Wahlmöglichkeit: Entweder können im Abstand von mindestens zehn Jahren zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) durchgeführt werden oder alle zwei Jahre ein weiterer Schnelltest.

Frauen haben ab einem Alter von 20 Jahren einmal jährlich Anspruch auf Krebs-Früherkennung. Dazu gehören Untersuchungen der Geschlechtsorgane und ein Abstrich vom Muttermund sowie aus dem Gebärmutterhals. Ab dem 31. Lebensjahr ist zusätzlich ein Abtasten der Brust und der Achselhöhlen vorgesehen.

Von 50 bis 69 Jahren kann alle zwei Jahre eine Mammographie im Rahmen des Mammographie-Screenings durchgeführt werden. Zur Darmkrebsfrüherkennung wird ab dem 51. Lebensjahr einmal jährlich eine Tastuntersuchung des Enddarms sowie ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl angeboten. Ab dem Alter von 55 Jahren gilt auch hier die Wahlmöglichkeit zwischen Darmspiegelungen und Schnelltest.

Quelle: AOK
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