"Sündenbock" im Literaturhotel Iserlohn

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Iserlohn: Literaturhotel Franzosenhohl |

Jenseits der Bestsellerlisten, der großen Publikumsverlage und der Kritiken im Feuilleton gibt es in auch in unserer Region eine große literarische Vielfalt zu entdecken. In der Veranstaltungsreihe „Candlelight-Lesungen“ im Literaturhotel Franzosenhohl bekommen auch in diesem Jahr regionale Talente die Möglichkeit, sich und ihre Bücher vorzustellen. Hinweise zum ausführlichen Programm finden sich auf der Internetseite des Hotels.

Am 10. April 2015 darf ich meinen Roman "Sündenbock", der im letzten Jahr erschienen ist, im gemütlichen Ambiente des Literaturhotels vorstellen. Der historische Roman führt in die kleine Stadt Balve, die durch die Vielzahl der Opfer der Hexenverfolgungen beinahe traurige Berühmtheit erlangt. Dort wütet der Hexenkommissar Reinhartz und bringt zahlreiche Unschuldige auf den Scheiterhaufen.

Beginn der Lesung ist 18 Uhr, das Ende etwa 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet 10 €. Karten gibt es nur im Vorverkauf (telef. Reservierung, Bezahlung am Abend) unter 02371-820 720 oder info@literaturhotel-franzosenhohl.de

Der Sündenbock - Ein kurzer Blick in die Handlung


Das kurkölnische Sauerland im 17. Jahrhundert. Auf Befehl des Landesherrn beginnt die Suche nach den „Zauberischen“, die die Menschen für Missernten, Unglück und Krankheiten verantwortlich machen.
Im kleinen Ort Balve taucht der Hexenkommissar Caspar Reinhartz auf – ein ehrgeiziger Jurist und illegitimer Spross einer bedeutenden Adelsfamilie, der sich bei seinem ersten bedeutenden Auftrag beweisen und es in Diensten des Landesherrn weit bringen möchte. Er soll das lokale Gericht mit Rat und Tat unterstützen und kann dazu auch noch selbst reich werden, denn es sind Kopfprämien auf die Hexen ausgesetzt. Schnell macht sich Reinhartz tatsächlich einen Ruf als erbarmungsloser Hexensucher und scheut auch nicht davor zurück, bedeutende Bürger verhaften und verurteilen zu lassen. Seine Ambitionen, die Hexen, vor denen er selbst große Angst hat und von denen er besessen ist, zu überführen, wachsen mit jedem Namen, der ihm von den Bürgern zugetragen wird.
Die Balver Bürger, darunter auch der beliebte Pfarrer, sind erschüttert und wie gelähmt, als immer mehr Menschen den Weg zum Scheiterhaufen gehen müssen und die Verfolgungen auszuarten drohen. Lediglich die Bauerstochter Marie und Christian der Gerichtsschreiber erkennen die Notwendigkeit, den wild wütenden Reinhartz aufzuhalten – und zetteln einen Aufruhr an, der nicht nur für Marie schlimme Konsequenzen haben wird.

Die Hintergründe


Die im Roman „Sündenbock“ geschilderten Ereignisse basieren auf den erhaltenen Akten der Hexenprozesse, die in kaltem „Juristendeutsch“ unglaubliches Leid der Angeklagten und auch die Angst zeigen, die damals deutschlandweit geherrscht haben muss. Schlechte Vorzeichen, die ersten schweren Jahre des Dreißigjährigen Krieges und zahlreiche Seuchen und Missernten lassen die Bevölkerung ausgelaugt und hungrig zurück, wecken Urängste vor dem Treiben des Bösen – und verlangen nach einem Sündenbock, der für all das verantwortlich sein muss.
Die Kirche steht den Prozessen eher hilflos gegenüber, ist aber zu dieser Zeit längst nicht mehr treibende Kraft. Im entfernten Rom werden die Hexen eher milde behandelt und der Versuch unternommen, sie wieder zum Glauben zurück zu bringen. Doch das schert im Herzogtum Westfalen kaum jemand, sodass die Juristen beinahe freie Hand haben, was Caspar Reinhartz ausnutzt und alleine in Balve knapp 300 Menschen hinrichten und ihre Körper verbrennen lässt.

Die Zuhörer erwartet eine Reise in eine Zeit, die durch Ungerechtigkeiten und religiösen Wahn einen Schauer über den Rücken laufen lässt - und vielleicht aktueller ist, als man zuerst annimmt.

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