Ziemiak attackierte - "Große Koalition" war sauer

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Gut 160 Vertreter aus der Wirtschaft, der Politik und aus dem Handwerk des Märkischen Nordkreises waren am Freitagmittag ins Hotel VierJahreszeiten zum Jahresempfang der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer, Geschäftsstelle Iserlohn, gekommen.

Kammer-Vizepräsident Dr. Sigurd Pütter forderte in seiner Begrüßung, „dass eine vorausschauende Bevorratungspoltik in Sachen Gewerbeflächen eine aktive Wirtschaftsförderung darstelle“, nannte den Mindestlohn einen „Bürokratie-Moloch“, bedauerte bei der „Rente mit 63 den Fachkräfteverlust“ und unterstrich das „geht-überhaupt-nicht-Thema“ Steuererhöhung. Er forderte zu einer „gestalterischen Integration“ auf und vergaß ganz, sein Lieblingsthema, den Weiterbau der A46, zu erwähnen.

Jungpolitiker und das perfekte rhetorische Handwerk

Nach den Seniorenworte des Kammer-Vizes war es an Youngster Paul Ziemiak (CDU), frisch gewählter Vorsitzender der Jungen Union Deutschlands, seine Qualitäten als „Lautsprecher der Versatzstücke“ knapp 30 Minuten unter Beweis zu stellen. Ziemiak redete ohne Manuskript, denn der Jungpolitiker hat sein rhetorisches Handwerk gelernt. Er stellte fest, „dass es uns so gut geht wie keiner anderern Generation zuvor“. Damit dies auch so bleibt, geißelte er die Politik-Riege in Berlin - auch seine eigene Partei.

"Zorn" der Bundestagsabgeordneten

Was das wirklich seltene Bild produzierte, dass sich die beiden anwesenden Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag (SPD) und Christel Voßbeck-Kaiser (CDU) gleichermaßen über Ziemiaks Worte aufregten. Ziemiak gab Anlass genug dazu, dass das Damen-Duo 15 der 30 Minuten kurz vor dem „Explodieren“ stand. Ziemiak nannte „den Mindestlohn ein falsches Zeichen“, sah auch die „Rente mit 63 als wenig förderlich“ an, forderte die Berliner Politik auf, die Menschen in der Zukunft mehr zu ent- anstatt sie zu belasten, sieht im Abbau der Bürokratie ein wichtiges Szenario und plädierte für die Abschaffung der „kaltten Progression“. Für den Jungpolitiker muss der gute Zustand bewahrt, muss in die Bildung der jungen Menschen investiert und die soziale Marktwirtschaft, die den „gut-geht-Status“ ermöglicht, muss gepflegt werden. Und weil Ziemiak gerade so gut beim Austeilen war und er vor den Unternehmer weitere Pluspuntke zu sammeln gedachte, nannte er schließlich „den Staat keinen guten Unternehmer“. Wie gesagt: Die beiden Bundes-Damen hielten sich mit Beifall sehr zurück und erhielten von dem einen oder anderen Politiker ebenfalls defensive Solidarität.

Den Auftrag erfüllt!!

Dem Rest gefielen die Ziemiak-Worte, der den SIHK-Empfang mit Allgemeinplätzen unter Politik-Dampf gesetzt hatte. Auftrag erfüllt!!
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