SIHK-Sommergespräch in Iserlohn: Kritik an vernachlässigtem Straßennetz

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Dr. Sigurd Pütter (SIHK), Gudrun Athens-Winner (Winner-Spedition) und Frank Herrmann (SIHK) begrüßten rund 160 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung im „Winner-Forum“ in Oestrich.

„Uns hilft nur noch eines: Tempo und schnelles Handeln“, mahnte Gudrun Winner-Athens beim SIHK-Sommergespräch am vergangenen Freitag im Winner-Forum in Oestrich.

Es gebe ein massives Problem mit überlasteten Autobahnen, kritisierte die geschäftsführende Gesellschafterin der Winner-Spedition die Versäumnisse beim Ausbau und der Instandhaltung des Straßennetzes. „Wir spüren schon täglich im Unternehmen, wie wir mit steigenden Kosten zu kämpfen haben.“ Denn der Faktor Zeit spiele eine entscheidende Rolle - schlechte Straßen seien da kontraproduktiv.

Maut-Einnahmen unter Erwartungen

Die Maut-Einnahmen lägen weit unter den Erwartungen und würden sinken, obwohl die Zahl der mautpflichtigen Kilometer gestiegen sei - für Winner-Athens ein Zeichen dafür, dass die Spediteure ihre Fahrzeuge schneller als erwartet modernisiert hätten.
„Das Thema der vernachlässigten Infrastruktur ist bekannt in Berlin.“ Es würden aber zu wenig Projekte angemeldet, und gerade NRW plane nicht ausreichend. Jetzt helfe nur noch schnelles Handeln.
Auch beim Thema Arbeitskräfte fand die Speditionschefin klare Worte. „Es ist höchste Zeit, neue Wege zu gehen und alte Strukturen aufzubrechen.“ So appellierte sie an die rund 160 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung, über firmenübergreifende Mitarbeiterpools und alternative Ausbildungsmaßnahmen nachzudenken.

"Familienunternehmen dürfen kein Auslaufmodell werden"


„Eines bleibt wichtig: Familienunternehmen dürfen kein Auslaufmodell werden“, forderte sie abschließend und kritisierte die Erbschaftssteuer, die dem Mittelstand schade und dringend der Nachbesserung bedürfe. „Laut Politik geht ohne den Mittelstand gar nichts - aber von Unterstützung merken wir nichts“, so Winner-Athens.

"Laut Politik geht ohne den Mittelstand gar nichts - aber von Unterstützung merken wir nichts"

Dr. Sigurd Pütter hatte zuvor den schlechten Zustand der Straßen thematisiert.NRW habe „seine Hausaufgaben nicht gemacht“, so der Vizepräsident der SIHK. Anders sei es nicht zu erklären, dass das Land bei den jüngsten Zuweisungen vom Bund nur fünf Prozent der Mittel erhalten habe, obwohl es 20 Prozent der Einwohner stelle. Er appellierte an die Politik, mehr Geld in die Infrastruktur zu investieren und ausreichend Platz für Industrie und Gewerbe auszuweisen. „Die Exporte boomen“, so Dr. Pütter. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, für schlechte Zeiten vorzusorgen.“
Außerdem ging er auf die Situation der Flüchtlinge ein und forderte Bund und Länder auf, enger mit den Kommunen zusammenzuarbeiten und Flüchtlingen den Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu erleichtern. „Auch die Wirtschaft hat ein Interesse daran - es kann nicht sein, dass die Aufnahme bis zu drei Monaten dauert“, kritisierte Dr. Pütter.
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