Bundespolizei gelingt Schlag gegen Menschenhandel im Kreis Kleve

Seit Anfang Mai 2011 führt die Bundespolizeiinspektion Kleve im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kleve ein Ermittlungsverfahren gegen einen indischen Staatsangehörigen wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Einschleusung von Landsleuten. Im Laufe der weiteren Recherchen in dem Verfahren verdichteten sich die Erkenntnisse, dass die geschleusten Personen zur Arbeitsaufnahme gegen einen sittenwidrig geringen Entlohn an ortsansässige Garten- und Gemüseanbaubetriebe im Raum Straelen weitervermittelt und dort unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht werden.

Daher wurden auch gegen die Eigentümer der in Verdacht stehenden Betriebe Strafverfahren wegen des Verdachts der Einschleusung von Ausländern und des Menschenhandels eingeleitet.

Wegen ähnlicher Sachverhalte wurden bereits am 23. September 2009 sowie am 24. Juni 2010 Durchsuchungsmaßnahmen im Südkreis Kleve durchgeführt. 2009 wurden dabei insgesamt 20 unerlaubt aufhältige Inder sowie zwei mit Haftbefehl gesuchte Polen festgenommen. 2010 stellten die Beamten aus
Kleve insgesamt 14 Inder fest, wovon drei unerlaubt aufhältig waren. Eine dieser Personen war bereits bei den Durchsuchungsmaßnahmen 2009 festgestellt und nach Österreich abgeschoben worden.

In den frühen Morgenstunden des 15. September 2011 wurden vier Objekte zeitgleich umstellt und anschließend durchsucht. Bei den Durchsuchungsmaßnahmen der weitläufigen Garten- und Gemüseanbaubetriebe waren ca. 170 Einsatzkräfte mit umfangreichem technischem Gerät eingebunden. Insgesamt stellten die Einsatzkräfte 26 indische und 30 polnische Staatsangehörige fest.

Bei den 30 polnischen Staatsangehörigen wurde die Identität festgestellt und eine fahndungsmäßige Überprüfung durchgeführt. Durch die beteiligte Finanzkontrolle Schwarzarbeit Emmerich der Bundeszollverwaltung wird derzeit die Einleitung von Verfahren wegen Aufnahme von Schwarzarbeit geprüft.

Erste Ermittlungen ergaben, dass sich 15 der überprüften indischen Staatsangehörigen unerlaubt in Deutschland aufhalten. Gegen sie wurden entsprechende Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts aufenthaltsrechtlicher Vergehen eingeleitet und in einem Fall auch wegen des Verdachts der Urkundenfälschung. Gegen eine der überprüften Personen lag ein Haftbefehl zur Strafvollstreckung vor. Gegen eine weitere wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis eingeleitet.

In einem der durchsuchten Objekte konnte Bargeld in Höhe von 10
Tausend Euro in einem Tresor aufgefunden und sichergestellt werden.

Die Einsatzmaßnahmen der Bundespolizei erfolgten unter Beteiligung
des Hauptzollamts Duisburg - Finanzkontrolle Schwarzarbeit Emmerich,
in enger Zusammenarbeit mit der Ausländerbehörde Kleve sowie mit
Unterstützung der Ordnungsämter Geldern, Straelen und Kevelaer.

Autor:

Lokalkompass Kleve aus Kleve

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