Wer gibt Jasmin eine Chance?

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Jasmin Schäfer möchte Kauffrau für Gesundheitswesen oder Büromanagement werden. (Foto: ede)

Jasmin Schäfer hat eine Behinderung am linken Arm und Bein. Die 19-Jährige kommt gut damit zurecht, doch bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle fühlt sie sich aufgrund dieser Beinträchtigung unfair behandelt. Trotz aller Bemühungen hat Jasmin noch nichts gefunden.

Die sympathische und selbstbewusste junge Frau hat klare Vorstellungen davon, was sie werden möchte - Kauffrau für Gesundheitswesen oder Büromanagement. Vor und nach ihrem Realschul-Abschluss am Lippe Berufskolleg im letzten Sommer hat die 19-Jährige über 140 Bewerbungen geschrieben, ohne Erfolg.

Jasmin ist sich sicher, dass sie den Grund dafür kennt: "Ich bekomme keine Chance, weil ich Beeinträchtigungen an Arm und Bein habe." Zu sechs Bewerbungsgesprächen wurde die Lünerin bisher eingeladen. "Bei einem Rechtsanwalt sagte man mir, ich sei sehr sympathisch und die beste Bewerberin. Natürlich machte ich mir Hoffnungen, bekam aber drei Tage später eine Absage", erzählt Jasmin. Sie rief in der Kanzlei an und fragte nach dem Grund der Absage. "Das müsse ich so akzeptieren, hieß es, eine Begründung dürfe man mir nicht nennen." Jasmin fühlt sich benachteiligt, gibt aber nicht auf.

Benachteiligung wegen Behinderung?


„Ich möchte arbeiten", sagt sie bestimmt. "Ich kann sprechen, ich kann am PC sitzen und Autofahren kann ich mit einem Automatikwagen und Knauf am Lenkrad auch."
Seit November ist sie im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes im „Kinderplaneten“ in Brambauer tätig, denn nur zuhause rumsitzen wollte Jasmin nicht. So kann sie die Zeit bis zum Beginn einer Ausbildung sinnvoll überbrücken.

Und möglicherweise klappt es bald schon mit einer Stelle, denn diese Woche arbeitet Jasmin drei Tage zur Probe bei einem Unternehmen in Dortmund. Sie wäre natürlich überglücklich, wenn daraus etwas werden würde. Auch die Firma, die Jasmin einstellt, hätte Vorteile, denn die Bundesagentur für Arbeit zahlt Zuschüsse.

Wenn alle Stricke reißen, bliebe Jasmin noch eine letzte Option - sie könnte an dem Programm "Reha betreut" teilnehmen, das Menschen mit Behinderungen ausbildet. Doch Jasmin macht deutlich, wie sehr ihr das widerstrebt. "Allein schon der Name stört mich dermaßen", sagt sie. Sie hofft weiterhin, dass sie eine ganz normale Ausbildungsstelle findet.

Wer ihr dabei helfen möchte, kann sich beim Lüner Anzeiger unter Telefon 02306 / 750 44 22 melden.
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