Frauenhäuser weiterhin notwendig

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Ratsfrau Christiane Mai - Sprecherin des Arbeitskreises Soziales

SPD-Arbeitskreis informierte sich

Der SPD Arbeitskreis Bürgerservice und Soziales hatte am 8. Juni die Geschäftsführerin des Frauenforums Unna, Frau Brigit Unger, zu einem Gespräch eingeladen. „Gewalt gegen Frauen ist noch immer ein großes Thema in unserer Gesellschaft.“, so AK Sprecherin Christiane Mai. Das Frauenforum biete mit seinem Frauenhaus in Unna Frauen und Kindern aus dem Kreisgebiet und darüber hinaus Zuflucht vor Ehemännern, Lebenspartnern oder Vätern, die schlagen, erniedrigen oder bedrohen.

Birgit Unger informierte über das konkrete Hilfsangebot mit derzeit 20 Plätzen für Frauen und Kinder hin zu einer selbständigen und selbstbestimmten Lebensführung. Besonders gut seinen die Erfahrung mit der Öffnung des Hauses, die ein spezielles Sicherheitssystem möglich mache, und das systemische Arbeiten in Netzwerken sowie die Arbeit mit den Kindern. Schwerpunkt sei auch der Umgang mit Traumatisierung und die Hilfe Wohnen.

Die Quote aller im Laufe ihres Lebens von Gewalt betroffenen Frauen liege mit 25% weiterhin hoch. Jede 3. Hilfesuchende im Frauenforum sei 18 – 25 Jahre alt. „Den Weg ins Frauenhaus suchen vor allem finanziell arme oder Frauen mit Migrationshintergrund.“, so Birgit Unger. „Gut situierte oder gebildete Frauen suchen eher die Frauenberatungsstelle auf.“ Frauen mit geringem Bildungs- und Ausbildungsniveau sowie Mangel an beruflichen und sozialen Einbindungen und Fehlen eines Beziehungsnetzes seinen die bestehenden Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten oft nicht bekannt.

Die Quote von Gewalterfahrungen bei Frauen mit Migrationshintergrund sei höher als bei deutschen Frauen. „Im Frauenforum leben im Durchschnitt 50% Frauen mit Zuwanderungsgeschichte.“, berichtete Unger. „Besonders häufig erleben Flüchtlingsfrauen Gewalt.“ Fehlende Sprachkenntnisse führten dazu, dass Angebote von Migrantinnen nicht genutzt würden. Gerade für diese Zielgruppe sei der Ausbau niedrigschwelliger, zugehender und anonymer Hilfsangebote wichtig. Auch eine mehrsprachige Öffentlichkeitsarbeit sei dringend erforderlich. In Lünen werde es ab August eine offene Sprechstunde für Migrantinnen in der Frühförderstelle geben, so Unger.

Das Frauenhaus werde zum größten Teil über eine Landesförderung finanziert, erläuterte Unger. Restkosten würden aus dem Kreishaushalt und aus sozialen Töpfen gedeckt.

„Jede Frau und jedes Kind hat das grundsätzliche Recht auf ein Leben ohne Gewalt.“, so lautet das Fazit des SPD Arbeitskreises. „Dies zu gewährleisten, liegt in der Verantwortung der Gesamtgesellschaft. Darum fordern wir von der Bundesregierung festgelegte Standards für alle Frauenhäuser unter bundesweit einheitlichen Bedingungen. Über eine staatliche Finanzierung der Frauenhäuser sollte nachgedacht werden. Die neue NRW Landesregierung fordern wir auf, die bestehenden Angebote des Frauenhauses mindestens zu erhalten und keine finanziellen Kürzungen vorzunehmen. Wir fordern darüber hinaus eine gesicherte Langzeitfinanzierung des Personals und der Nachsorge Wohnen.“


Christiane Mai
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