Stadtbummel: Wir brauchen eine lebendige und attraktive Einkaufszone mit hoher Aufenthaltsqualität

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Bildtext: Gespräche in der Lippebuchhandlung mit Inhaberin Heidi Vakilzadeh, Wolfram Kuschke, Rainer Schmeltzer und SPD-Bürgermeisterkandidat Rolf Möller.
„In den letzten Jahren ist es hier ruhiger geworden“, erklärt Olaf Huchler und blickt auf den Teil der Fußgängezone „jenseits der Lippebrücke“. Bei einem Stadtspaziergang informierten sich SPD-Bürgermeisterkandidat Rolf Möller, Wolfram Kuschke und Rainer Schmelzer bei Gewerbetreibende an der Fußgängerzone Münsterstraße „wie die Geschäfte“ laufen. Die Einschätzung des Feinkosthändlers Olaf Huchler teilen auch anderen Einzelhändler im diesem Teil der Fußgängerzone.
Für viele Besucher der Lüner City ist an der Lippebrücke „Schluss“. Die Laufwege haben sich verändert, der Weg bis zur Persiluhr scheint für viele Einkäufer offensichtlich nicht mehr so attraktiv zu sein, wie früher. Die Gründe dafür sind für die Einzelhändler vielfältig, die Einschätzung ist dagegen unterschiedlich. Dass mehrere Buslinien direkt vor seiner Pizzeria herfahren findet Aldo Rizzo von der Pizzeria Piccola schlecht. „Hier ist doch eine Fußgängerzone und trotzdem müssen die Leute plötzlich einem Bus ausweichen.“ Der Feinkosthändler gleich gegenüber könnte mit den Bussen leben, aber er wünscht sich, wie früher, eine Haltestelle in der Bummelzone. „Jetzt fahren die Busse hier durch und das häufig viel zu schnell. Das bringt uns nichts.“
Die meisten Händler beklagen sich bei den SPD-Politiker über die mangelnde Information, wenn es Veränderungen in ihrem Umfeld gibt. Beispiel Tobiaspark: „Der Wasserspielplatz ist für viele Familien nicht attraktiv“, erklärt Aldo Rizzo, der selbst Vater von vier Kindern ist. „Wer möchte mit nassen Kindern zum Einkaufen gehen?“ Er hätte sich eine andere Gestaltung gewünscht und er weiß, dass viele Eltern ähnlich denken.
Dass man die Münsterstraße bei den großen Stadtfesten wie dem Weihnachtsmarkt und der Lünschen Mess quasi „abgehängt“ hat, kritisieren alle Händler. Bei den letzten Veranstaltungen sind in diesem Teil der Fußgängerzone gar keine Stände mehr aufgebaut worden. Die Händler wünschen sich deshalb ein dezentrales Veranstaltungskonzept, bei dem es thematische Schwerpunkte gibt. „So ein Schwerpunkt könnte ja rund um die Persiluhr stattfinden“, sagt Olaf Huchler und erinnert an ähnliche Veranstaltungen, wie die Persiluhr-Fete, die die Händler früher dort organisiert haben.
Heidi Vakilzadeh von der Lippebuchhandlung weiß, dass es früher mehr Aktivitäten der Händler gegeben hat und zeigt sich im Gespräch mit den Kommunalpolitikern durchaus selbstkritisch. Aber auch sie sieht Entscheidungen der Stadt als ein Hemmnis aktiv zu werden und nennt gleich ein Beispiel. „Die Nikolausveranstaltung findet bei uns direkt vor der Tür statt. Dann wird hier aber alles abgesperrt und Händler der Lippe Promenade sind quasi außen vor.“ Sie zeigt sich überzeugt, dass viele Händler aktiv werden würden, wenn es positive Impulse von Seiten der Stadt geben würde.
„Für mich waren das sehr interessante Gespräche, die mir gezeigt haben, wie große der Bedarf der Gewerbetreibenden in der Fußgängerzone nach Informationsaustausch ist“, sagte Rolf Möller nach dem Stadtspaziergang. „Ich glaube, dass es zu einer lebenswerten Stadt gehört, eine lebendige, attraktive Einkaufszone mit Aufenthaltsqualität zu haben, in der sich alle Bevölkerungsgruppen wohlfühlen können. So etwas bekommen wir nicht von alleine. Es ist daher wichtig, Entwicklungen in der Innenstadt zu steuern, zu initiieren und zu begleiten. Die Einzelhändler in der City brauchen dafür einen Ansprechpartner. Der Dialog mit der Stadt muss unbedingt verbessert werden.“
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