Stein-Schüler gewinnen bundesweiten Jugendwettbewerb

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Die Freiherr-von Stein-Schüler und ihr Lehrer Martin Loer stellten ein aus dem Jahr 1932 stammendes Foto nach, das eine Turnklasse der damaligen jüdischen Schule in Lünen zeigt. (Foto: Schule)

Alles fing mit einem historischen Foto an. Es zeigt die Turnstunde der jüdischen Kinder in Lünen mit ihrem Lehrer im Jahr 1932. Über 80 Jahre später stellt der katholische Religionskurs der Jahrgangstufe Q1 des Stein-Gymnasiums das Bild nach und gewinnt damit beim bundesweiten Jugendwettbewerb "Denkt@g".

Das Foto ist das Herzstück ihres Projekts "Kinder der Turnstunde in Lünen 1932", das auch eine selbst gestaltete Webseite umfasst, auf der Steckbriefe, Briefe und Tagebucheintragungen der jüdischen Schüler zu finden sind - geschrieben von den Steinis. Diese hatten sich wochenlang auf Spurensuche begeben, um das Leben und die Situation der jüdischen Kinder zu darzustellen.

"Es geht jedoch bei unserer Webseite nicht um die geschichtliche Aufarbeitung des biographischen Werdegangs der einzelnen Schülerinnen und Schüler. Vielmehr sollen mit Hilfe einer 'experimentellen Spurensuche' die Gefühle, die Sehnsüchte und Träume der Kinder der Turnstunde fiktiv erschlossen werden", erläutern die Stein-Schüler. Die erfundenen Texte sollen die Wirklichkeit der Kinder der Turnstunde erschließen und ihre möglichen Lebensentwürfe transparent werden lassen. So hoffen sie, Zugang zu Kultur, Freizeit, Freundeskreis und religiöse Pflichten der jüdischen Kinder zu erhalten.

Die Lüner Schüler haben außerdem ein Interview mit Lüner Regisseur Michael Kupczyk geführt, um die historische Dimension in den Blick zu bekommen. Der Filmemacher hat eine Dokumentation über die jüdischen Schüler gedreht, die letztes Jahr beim Kinofest in Lünen lief.
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