Internationaler Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ in Marl

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Das Bild zur Kampagne von TERRE DES FEMMES: STOP Frühehen! (Foto: © evgenyatamanenko - Fotolia.com)

Die Stadt Marl beteiligt sich am Mittwoch (25.11.) an der Fahnenaktion der Organisation Terre des Femmes zum Internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“. Interessierte Bürger sind um 17 Uhr herzlich ins Rathausfoyer und zum Hissen der Flaggen eingeladen.

Die bundesweite Aktion findet in diesem Jahr statt unter dem Motto „Stop Frühehen“. Gehisst werden eine deutsche, englische, französische und türkische Fahne mit dem Titel „Frei leben ohne Gewalt“. Es sprechen Ulla Fries-Langer für die Terre des Femmes-Städtegruppe Marl sowie Heike Joswig, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Marl. Der Chor "FrauenInTakt" begleitet die Veranstaltung musikalisch.

Jeden Tag werden weltweit 39.000 Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Und das, obwohl die UN-Kinderrechtskonvention als gesetzliches Mindestheiratsalter 18 Jahre empfiehlt.

Mädchen erleben nach einer frühen Heirat oftmals häusliche oder sexualisierte Gewalt und müssen entweder die Schule oder die Ausbildung abbrechen. Sie werden damit um die Möglichkeit gebracht, selbstbestimmt zu leben sowie einen Beruf auszuüben, der sie (finanziell) unabhängig macht. Auch wenn Frühehen mehrheitlich in Asien, Afrika und Lateinamerika vorkommen, können in Deutschland ebenfalls Minderjährige ab 16 Jahren mit Zustimmung des Familiengerichts heiraten.

TERRE DES FEMMES fordert deshalb die Bundesregierung dazu auf, auch in Deutschland das gesetzliche Mindestheiratsalter auf 18 Jahre festzulegen und die Ausnahmeregelung abzuschaffen. Gleichzeitig fordern wir, dass Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen gegen Frühehen, z. B. Fortbildungen für Lehr- und Fachkräfte sowie Workshops an Schulen, finanziell gefördert werden.

TERRE DES FEMMES fordert weiterhin die Bundesregierung auf, sich auch international für das Ziel der Abschaffung von Frühehen einzusetzen. Deutschland hat sich verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um die Nachhaltigen Entwicklungsziele (Agenda 2030) zu erreichen. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit und in allen weiteren bilateralen Gesprächen muss der Stopp von Frühehen eingefordert werden. Gerade in Ländern mit einer hohen Rate an Frühehen wie in Sierra Leone und Nicaragua ist dies wichtig.
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