Bahnhof Menden: Investor stellt Pläne vor

Zur Pressekonferenz im Vorfeld der Bauausschusssitzung hatte Investor Gerhard List (2.v.re.) Unterstützung mitgebracht: Landschaftsarchitekt Michael Triebswetter (li.), Architekt Tobias Bünemann (2.v.li.) und Verkehrsplaner Wolfgang Schuckließ.
 

„Das hier ist ein ‚Probelauf‘ vor dem Bauausschuss“, scherzte Bürgermeister Volker Fleige zu Beginn der Pressekonferenz, die ausnahmsweise nicht im kleinen Besprechungsraum, sondern im Ratssaal stattfand.
Jetzt könne Investor Gerhard List von „List & Wilbers“ zunächst die Pressevertreter und gleich anschließend die Politiker von seinen Plänen überzeugen.


Und so trat Gerhard List auch sehr selbstsicher auf und präsentierte anhand von Plänen und Grafiken das Projekt. Zitat: „Einfach und billig kann jeder!“ Sein Unternehmen plane eine attraktive Bebauung und sei trotzdem wirtschaftlich erfolgreich.
Unterstützt wurde List bei seinem Vortrag von mehreren Fachleuten: Michael Triebswetter (Landschaftsbau), Tobias Bünemann (Architektur) und Wolfgang Schuckließ (Verkehrsplanung).
„Ich glaube, dass dieses Areal eine Riesenchance für Menden bietet“, betonte Gerhard List. Grundsätzlich habe das Gelände große Vorzüge, aber auch große Herausforderungen. Zu letzteren zählt, dass das Areal gleich an zwei Seiten eine „Barrierewirkung“ zeige.
Durch eine attraktive Nutzung, so List weiter, könne diese „Barrierewirkung“ aber überwunden werden. „Der Bahnhof ist für uns nicht etwa nur ein notwendiges Übel!“
Das Bahnhofsgebäude bietet für Menden sowohl Identität, als auch Attraktivität.
Allerdings zeigte sich im Laufe der Pressekonferenz, dass „List & Wilbers“ die Substanz des Bahnhofgebäudes bislang noch nicht in Augenschein genommen hatte.
Dies sei im jetzigen Stadium der Planungen noch nicht nötig, so Gerhard List. Das Gebäude werde entweder, wenn es die Substanz zulasse, renoviert oder „wir finden eine andere Lösung, die die Vorgaben vollständig erfüllt.“
Skeptiker, die von der Gewerbeansiedlung (Edeka hat bereits unterschieben, die anderen Gewerbe stehen noch nicht fest) negative Einflüsse auf die Innenstadt befürchten, wollte Gerhard List beruhigen. In seinem Heimatort Nordhorn, das mit rund 50.000 Einwohnern ähnliche Bedingungen wie Menden zeige, sei ein ähnliches Projekt auf 20.000 Quadratmetern verwirklicht worden. „Dass das eine Belebung der Innenstadt bewirken würde, habe ich erst selbst nicht geglaubt!“ Doch genau dies sei geschehen. Und Gleiches erwarte er auch in Menden. „Die Strahlwirkung auf die Mendener Innenstadt wird beachtlich sein!“
Überhaupt, so betonte Gerhard List mehrmals, passe das Konzept seines Hauses ganz hervorragend mit dem Einzelhandelskonzept zusammen.

„Diese und die nächste Bauausschusssitzung halte ich für ganz entscheidend für die nächsten Jahrzehnte“, hatte Bürgermeister Fleige im Laufe der Pressekonferenz gesagt. Hoffentlich behält er damit nicht im negativen Sinne Recht: nämlich, indem sich der Investor von der wieder einmal schwankhaften Mendener Politik vergraulen lässt. Denn statt - wie erwartet - zu beschließen, dass die List-Planungen in die Aufstellung des Bebauungsplanes einfließen, vertagte der Fachausschuss das Thema.

Übrigens: Nur noch am heutigen Sonntag können Sie an unserer Online-Umfrage zum Bahnhofsgelände teilnehmen. Einfach auf der Startseite Menden, Fröndenberg, Balve oder Wickede ganz rechts nach unten scrollen und abstimmen. Die Auswertung finden Sie am nächsten Mittwoch im Stadtspiegel.

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Werner Roth aus Menden (Sauerland) am 26.02.2011 um 20:15 Uhr  
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