Vegan für Unterwegs!

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Bevor es ans Eingemachte geht, muss erstmal einiges vorbereitet und geschnippelt werden. (Foto: Heike Cervellera)
 
Die Gemüsemischung von den Samosas. Samosas sind Teigtaschen, die beliebig gefüllt werden können. (Foto: Heike Cervellera)

Ernährung ist für viele ein immer wichtiger werdendes Thema. „Bewusster Leben“ ist hier das Stichwort. Dazu gehört auch, neue Ernährungsformen auszuprobieren. Zum Beispiel vegane Ernährung.

Vegetarische Ernährung ist längst in der Gesellschaft angekommen. Im westlichen Bereich der Welt sind es immer mehr Menschen, die sich vegetarisch ernähren, oder zumindest einen Veggie-Day in der Woche einlegen. In Indien sind es sogar 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung, die auf Fleisch verzichtet. Auch große Firmen wie die Rügenwalder Mühle haben umgestellt und bieten mittlerweile eine breite Palette von vegetarischen Produkten an. Und beim großen schwedischen Möbelhaus, bei dem wir nur zu gern unnötigen Krimskrams einkaufen gehen, gibt es neben „Köttbullar“ auch die vegetarische Variante „Grönsaksbullar“.
Vegetarische Gerichte sind im Trend. Aber nicht nur vegetarische, auch die vegane Küche ist auf dem Vormarsch. Immer mehr vegane Speisen sind in den Supermärkten zu finden und in Duisburg gibt es sogar ein vegetarisch / veganes Café namens „Krümelküche“. Grund genug also, mal selbst zu schauen, wie einfach die vegane Küche nachzukochen ist und vor allem, ob Essen auch ohne Fleisch, Fisch und Milchprodukte schmecken kann.
Für diesen Selbstversuch habe ich einen Kochkurs der VHS Neukirchen-Vluyn / Krefeld besucht: „Vegan zwischendurch und auf allen Wegen“. Klingt für jemanden, der viel unterwegs ist, sehr gut. Kursleiterin Dhara Dorothea Heeb hat sieben Jahre in einem hinduistischen Kloster gelebt und dadurch die vegetarische und auch vegane Esskultur kennengelernt.
Am Anfang des Abends werden die verschiedenen Rezepte besprochen und jeder darf sich aussuchen, was er kochen möchte. Zur Auswahl stehen selbstgemachte Burger-Brötchen mit Gemüsebratlingen,Tofu-Rosso-Aufstrich, ein Sonnenblumen-Aufstrich und eine Auberginencreme, gebackenes Gemüse, Wraps mit Bohnen-Soya-Füllung, Sevian, ein geniales Studentenfutter, Samosa und Zimt-Marzipan-Schnecken.
Nach der Besprechung der Rezepte läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen. Aber auch viele Fragezeichen tauchen auf. Von Gewürzen wie Asafötida, Garam Masala oder Amchoor Pulver habe ich vorher noch nie gehört. Aber, wofür ist so ein Kochkurs da, wenn nicht auch zum Kennenlernen und Entdecken von neuen Gewürzen und Lebensmitteln?
Während ich mir das Rezept von den Marzipan-Zimt-Schnecken genommen habe, an eine Küchenzeile gehe und meinen Hefeteig knete, erzählen mir meine Küchenzeilennachbarinnen, wie sie zu dem Kochkurs gekommen sind. Melanie Tscharntke erklärt, dass sie sich eigentlich gar nicht vegetarisch oder vegan ernährt, aber vor einiger Zeit ihre Ernährung aus gesundheitsbedingten Gründen umstellen musste. Sie hat den Kochkurs von ihrer Freundin, mit der sie auch dort ist, geschenkt bekommen und ist froh „neue Rezepte auszuprobieren, um die ich meine Ernährung dann gegebenenfalls ergänzen kann“. Die beiden versuchen sich zusammen an den Samosas, Gemüsetaschen, deren Herstellung etwas aufwendiger ist und deshalb, so Kursleiterin Dorothea Heeb, auch gerne von zwei Teilnehmern übernommen werden kann.
In der Zeit, in der mein Hefeteig gehen muss, schaue ich mich in den anderen Küchenzeilen mal um. In der nächsten Küchenzeile kochen Mutter und Tochter gemeinsam. Nele und Birgit Geke sind für die Zubereitung des Studentenfutters und der Burger zuständig. Birgit Geke erzählt, dass sie erst vor Kurzem aus der Kur wieder gekommen ist und ihre Tochter deshalb auch gar nicht wusste, dass sie mitmache. Geke, die das Studentenfutter macht, erzählt, dass sie in der Zeitung von dem Kochkurs gelesen hat und begeistert war: „In der Kur habe ich bewusstes Essen kennen gelernt, und da kam dieser Kurs wie gerufen.“
Nachdem mein Hefeteig fertig ist, bereite ich die Marzipan-Zimt-Mischung vor. Nach und nach kommen alle mal gucken, weil es so himmlisch gut duftet. Ein bisschen erinnert das zwar an Weihnachten, aber Süßes geht immer. Nachdem meine Schnecken im Backofen langsam braun werden, erzählt mir Ricarda Rutjes, dass sie solche Kochkurse besonders gut findet, weil man auch bei vielen neuen Gewürzen die Herstellung der Speisen nicht scheut: „Wenn ich Zuhause ein Rezept finde, bei dem mir fünf vollkommen unbekannte Gewürze vorkommen, lege ich es schon wieder beiseite. Hier wird es einfach ausprobiert!“ Das ist mit großer Sicherheit auch ein Vorteil an solchen Kochkursen. Abgesehen von dem Testen neuer Rezepte ist die Hemmschwelle, neue Lebensmittel auszuprobieren, auch nicht vorhanden.
Als alle mit dem Kochen und Backen fertig sind, werden die Gerichte auf einen langen Tisch gestellt und jeder darf sich von allem etwas nehmen. Mit großer Freude werden Burger gebastelt und verzehrt. Das selbst hergestellte Brötchen mit dem Gemüsebratling stößt auf große Begeisterung bei allen. Aber auch vom süßen Sonnenblumen-Aufstrich, der nur aus Sonnenblumenkernen und Agavendicksaft besteht, waren alle sehr angetan.
Vegane Gerichte können also definitiv sehr gut schmecken und es lohnt sich in jedem Fall mal, vegane Rezepte auszuprobieren und neue Lebensmittel kennen zu lernen. Bleibt nur noch zu sagen, dass auch meine hergestellten Marzipan-Zimt-Schnecken sehr gut ankamen.
Ich hab mir auch direkt noch eine eingepackt. Für unterwegs.
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3 Kommentare
Beatrix Gutmann aus Essen-Süd | 28.05.2015 | 11:19  
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Antonietta Tumminello aus Duisburg | 28.05.2015 | 12:05  
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Sarah Dickel aus Moers | 03.06.2015 | 10:47  
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