Ein Kiosk mit Geschichte

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Dorothea Schaaf, Betreiberin des runden Kiosks, ist alteingesessene Mülheimerin. (Foto: PR-Fotografie Köhring/MB)
Von Karina von der Heidt

Der kleine runde Kiosk am unteren Ende der Schloßstraße ist von dort nicht mehr wegzudenken. Als Mülheimer Urgestein steht er hier schon seit 1990. Auch die Betreiberin ist seit 40 Jahren dieselbe. Damals übernahm sie den Kiosk ihrer Eltern.

Genau wie der Kiosk ist auch Betreiberin Dorothea Schaaf, geborene Scholl, alteingesessene Mülheimerin. Ihre Familie betreibt mitlerweile seit 66 Jahren einen Kiosk in Mülheim.

1949 eröffnete die Familie den ersten Kiosk

„1949 eröffneten meine Eltern einen Kiosk an der heutigen Broicher Mitte. Anfang der 50er-Jahre zogen sie dann mit dem Kiosk in die Innenstadt und schließlich auf die Schloßstraße“, erklärt die Inhaberin. Der Kiosk, wie man ihn heute kennt, existiert seit der Erbauung der U-Bahn-Tunnel. „Als die U-Bahn-Tunnel gebaut wurden, musste der damalige Kiosk abgerissen werden. Für die Zeit der Umbauten waren wir in einem Container beherbergt. Als schließlich der Aufzug zur U-Bahn gebaut wurde, entstand auch der heutige Kiosk“, so Schaaf.

Sprengungen im laufenden Geschäft

Während der Umbauten sei es aber auch zu einigen Komplikationen gekommen. „Der Kiosk war schon fertiggestellt und geöffnet, als noch Sprengungen in den Tunneln durchgeführt wurden. An einem Tag gab es dann ein lautes Knallen und die provisorischen Wände, die um den Aufzugschacht standen, fielen um“, erzählt die Mülheimerin schmunzelnd. Am nächsten Tag kam dann der zuständige Sprengmeister zu ihr an den Kiosk und entschuldigte sich. „Er sagte, er habe sich wohl verrechnet und die eine oder andere Stange Dynamit zu viel genommen“, erzählt Schaaf lachend.

Kulisse in Helge Schneiders Film

Aber das war nicht das einzige Abenteuer, welches Dorothea Schaaf mit ihrem Kiosk erlebt hat. Vor einigen Jahren wurde der Pavillon im Helge Schneider-Film „00 Schneider 2 - Im Wendekreis der Eidechse“ zum Filmstar. In dem Film wird der Kiosk überfallen und ausgeraubt.

„Der Filmdreh war eine tolle Erfahrung, aber wirklich anstrengend. Vorher ist einem gar nicht bewusst, wieviel Arbeit manchmal in einer Szene steckt“, erzählt die Kioskbesitzerin. Das Geschäft war während des Drehs wie gewohnt geöffnet und verwandelte sich am Abend in ein Filmset. „An den zwei Drehtagen war ich quasi rund um die Uhr im Einsatz. Am Tag habe ich gearbeitet und abends war ich bei den Dreharbeiten dabei“, erinnert sich die Kioskbesitzerin.

Auch bei der Premiere des Films war sie dabei. „Das ist toll, am Ende den fertigen Film zu sehen, und dann seinen eigenen Namen im Abspann zu sehen, ist ein super Gefühl“, schwärmt Schaaf. Auch zum Motiv der Weihnachtskarten der WAZ wurde das Büdchen. Schön geschmückt und mit Weihnachtsmann im Vordergrund wurde es so als Weihnachtsgruß an alle Mitarbeiter versandt.

Viele Stammkunden

„Die Stammkunden sind das Schönste an der Arbeit. Sie sind immer freundlich und auch mal für ein kleines Gespräch offen. Toll ist auch, wenn Leute nach dem Weg fragen und sich danach bedanken. Dann hat man das Gefühl, man hat ihnen weiter geholfen“, erklärt Schaaf ihre Arbeit. Der Kiosk lebt hauptsächlich von Stammkunden. Aber kein Tag ist gleich, man erlebe immer etwas anderes.

Auch in Zukunft werden Kiosk und Besitzerin an der unteren Schloßstraße zu finden sein. „Solange ich noch arbeite, wird es den Kiosk auch geben. Die Arbeit ist nicht eintönig und macht mir nach wie vor großen Spaß“, so Schaaf über ihr Geschäft. Geöffnet ist der Kiosk immer montags bis freitags von 5.45 bis 18 Uhr und samstags von 6.30 bis 14 Uhr.
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Peter Bradula aus Mülheim an der Ruhr | 01.02.2015 | 08:38  
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