"fellow" - Neues Projekt an der Willy-Brandt Gesamtschule

Anzeige
Große Runde am Tisch in der Willy-Brandt-Gesamtschule (WBS): Es geht um ein neues Projekt an der Styrumer Schule, nicht ganz neu, denn es hat schon einmal einen „fellow“ an einer Mülheimer Gesamtschule gegeben. „Das war 2013 bis 2015 in der Gesamtschule Saarn,“ erinnert sich Ruth-Anne Damm von Teach First. Doch was sind „fellows“? Damm: „Das sind Menschen, die in der Lage sind, Schüler zu unterstützen.“ Ziel der Teach First fellows ist es, Schülern zu ermöglichen, einen ersten schulischen Abschluss und eine konkrete Lebens- und Ausbildungsperspektive zu schaffen.

Diese Aufgabe hat Serge Ngongang seit diesem Schuljahr für zwei Jahre übernommen. Er ist 33 Jahre alt und stammt gebürtig aus Kamerun. Serge hat Bioingenieurwissenschaften in Dortmund und Molekulare Biologie an der FH in Gelsenkirchen studiert. Er lebt seit zehn Jahren in Deutschland und hat zwei Studienabschlüsse absolviert. Er unterstützt die Styrumer Gesamtschule nicht nur in MINT-Fächern und Französisch, er ist auch jemand, der Sprachbarrieren kennt und sich somit mit Schülern auf einer Ebene bewegt. Er begleitet Christopher Masalon (Lehrer) im Unterricht: „Während des Unterrichts wird auch Serge angesprochen.“ Die Kinder nehmen den „fellow“ ernst und schätzen seine fachliche Kompetenz. „Er ist vielmehr Vorbild für die Schüler,“ so Karin Rinn. Didaktische Leiterin der Willy-Brandt Gesamtschule.

24 Wochenstuden arbeitet Serge im direkten Schülerkontakt. Er ist eingesetzt im Lehrbetrieb und begleitet Fachlehrer, im Förderbereich und unterstützt die internationalen Vorbereitungsklassen für eine spätere Eingliederung in Regelklassen. Um 8 Uhr beginnt sein Arbeitstag. Der Schulgarten ist für den Biologen ein offenes Angebot an die Schüler, das weit über Gartenpflege hinausgeht. Serge Ngongang: „ Jeder Tag ist eine Herausforderung – aber ich nehme auch immer etwas mit.“ Schon während seines Studiums hat er Studenten aus dem Ausland unterstützt und ist dann auf Teach Fist aufmerksam geworden.

Seit 2009 gibt es das Programm, das Hochschulabsolventen verschiedener Fachrichtungen für zwei Jahre an Schulen vermittelt. Derzeit sind etwa 150 fellows an gut 130 Schulen im gesamten Bundesgebiet im Einsatz. Hauptunterstützer des Projekts sind DHL, die Fritz Henkel-Stiftung und aqtivator. Ruth-Anne Damm: „In NRW sind 50 fellows im Einsatz. Viele haben einen beeindruckenden Migrationshintergrund.“ Die Meisten haben etwas Erstaunliches erreicht in einem für sie fremden System und können das auch an die Schüler weitergeben.

Karin Rinn freut sich, für ihre Schule in Styrum einen derart kompetenten „fellow“ gewonnen zu haben: „Bei Serge ist die Empathie da. Er kann viele Dinge besser vermitteln, als wir das als Lehrer können.“ Serge Ngongang ist zwar erst ein paar Wochen an der Schule, freut sich aber, Kinder da zu fördern, wo Hilfe notwendig ist.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.