Toilette am Hauptbahnhof nach jahrelanger Bauzeit eröffnet

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Jetzt hat Mülheim eine komfortable Toilette am Bahnhof. Bleibt zu hoffen, dass sie auch noch lange so aussieht. (Foto: PR-Foto Köhring/KP)
Mülheim an der Ruhr: Hauptbahnhof | Was lange währt, wird nicht 2010 und auch nicht 2012, dafür aber im Jahr 2015 endlich gut. Nachdem vor fünf Jahren der Mülheimer Hauptbahnhof saniert und modernisiert wurde, fehlte: eine Toilette. Bis die jedoch fertig gestellt werden konnte, mussten Fahrgäste und Besucher, die schon Jahre zuvor eine öffentliche Toilette gefordert hatten, lange einhalten. Erst am Montag, nach fünfjähriger Bauzeit und Druck seitens Mülheims Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld beim Vorstand der Deutschen Bahn, konnte die Anlage eröffnet werden.

„Wir freuen uns darüber, dass nunmehr endlich die Toilettenanlage eröffnet werden konnte. Leider hat es bei der Planung und Umsetzung erhebliche Probleme aufgrund der vorgefundenen Bausubstanz gegeben. Insbesondere gab es erhebliche Feuchtigkeitsschäden, die sehr aufwändig beseitigt werden mussten“, antwortet Dirk Pohlmann, Pressesprecher NRW der Deutschen Bahn, in einer E-Mail an die Redaktion.

Betreiber der Toilette ist nicht die Bahn, sondern die Pia-Stiftung


Allerdings stellte die Deutsche Bahn für den Bau der Toilettenanlage eine Bedingung: Betreiber ist nicht die DB, sondern die Stadt Mülheim. Die wiederum hat die Verantwortung gern an die PIA-Stiftung (Paritätische Initiative für Arbeit) übergeben und zahlt dafür jährlich 68.000 Euro. Geschäftsführer Frank Schellberg freut‘s: „Wir bringen so Menschen wieder ins System.“
Generell bevorzuge er die personelle Lösung statt einer automatischen. Zweieinhalb Stellen konnten geschaffen werden. Die Mitarbeiter sind zuständig für die Einlasskontrolle und die Reinigung der Toilettenanlage. „Dadurch, dass Personal vor Ort ist, ist die Anlage nicht menschenleer. Die ‚nette Toilette am Hauptbahnhof‘, wie es geschrieben steht, ist also kein Angstraum.“ Warum ausgerechnet die PIA mit der Aufgabe betraut worden ist? „Vielleicht weil wir schon einmal eine Toilette in einer Tiefgarage betrieben haben.“

600.000 Euro hat die neue Toilette gekostet

„Schön, offen, hell, freundlich“ - So beschreibt Schellberg das stille Örtchen am Hauptbahnhof. In Zahlen bedeutet das: „Die Toilettenanlage ist rund 70 Quadratmeter groß, hat sechs Damentoiletten, drei Männer-WCs, drei Urinale und ein Behinderten-WC mit Wickeltisch“, schreibt Pohlmann auf Anfrage.
Unterm Strich kostete die neue Toilette die Deutsche Bahn 600.000 Euro - geschuldet der langen Bauzeit und der „komfortablen Ausstattung“. Für die Stadt selber sind keine Kosten entstanden. Wie viel ursprünglich veranschlagt wurde, mochte der Pressesprecher NRW der DB nicht verraten.
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